Neues Unnaer Einzelhandelskonzept: Hohe Umsätze – geringer Leerstand – einzelne Lücken im Sortiment – Mühle Bremme als Chance

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Blumenkübel in der Fußgängerzone (Bahnhofstraße). Foto: Rundblick Unna
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Gute Umsätze, starke Kaufkraft, gut aufgestellter Einzelhandel – vor allem bei Kleidung und Schuhen -, wenig Leerstände. Unna hat eine starke City.

Gern lässt der Unnaer sein Geld in Unna – allerdings fährt er für bestimmte Waren zugleich verstärkt in Nachbarstädte, und zwar vor allem für Unterhaltungselektronik. Und Nahversorgungslücken klaffen in manchen Stadtteilen wie Massen oder den Ostdörfern. Im Onlinehandel hat Unna hingegen aufgeholt.

Das sind die Kernaussagen des frisch aktualisierten Einzelhandelskonzepts für Unna (Download HIER).

Um die Entwicklung des Einzelhandelsstandortes Unna nachhaltig mitgestalten zu können, hatte die Stadtverwaltung die BBE Handelsberatung nach 2008 zum zweiten Mal mit der Erarbeitung eines neuen Einzelhandelskonzeptes beauftragt.

„Auf Basis des ersten Einzelhandelskonzeptes 2008 hatte Unna seinen Einzelhandel positiv weiterentwickelt“, bilanziert Wirtschaftsförderer Martin Bick erfreut.

Die wichtigsten Aussagen im neuen Einzelhandelskonzept:

  • Der Umfang an Verkaufsflächen ist in der City auf über 33.000 qm gewachsen (2008: 26.800). Dank guter Konjunktur hat vor allem die Innenstadt von der gestiegenen Kaufkraft der letzten Jahre profitiert.
  • Die Umsätze stiegen seit 2008 von 98,4 auf 129,4 Mio. Euro.
Symbolfoto / Pixabay
  • Die Innenstadt ist vor allem in Sport, Bekleidung und Schuhe sehr gut aufgestellt und verzeichnet nach wie vor gute bis hohe Kaufkraftzuflüsse, ebenso wie der Einzelhandel an der Feldstraße (Zurbrüggen, Berlet).
  • Diese „hohe Bedeutung als regionale Einkaufsstadt“ könne z. B. durch das Projekt „Mühle Bremme“ (Entwicklung zum „Mühlencenter“ mit Edeka als Ankermieter) noch einmal gesteigert werden, so die Einschätzung der Experten. Rund 7000 qm weitere Einzelhandelsfläche könnten dort entstehen.
Grafik des geplanten Einkaufscenters auf dem bisherigen Mühle Bremme-Gelände hinter der Post. (Grafik: Investor)
  • Mangel herrscht in Unna in den Bereichen Elektrowaren/Unterhaltungselektronik/Computer. Hier ist der Kaufkraftabfluss in andere Städte mit rund 9 Mio. Euro jährlich vergleichsweise hoch.
  • Erweiterungspotenzial auch bei der Nahversorgung, vor allem in Massen oder in den Ostdörfern. Die dortigen Bürger nutzen vermehrt Einkaufsmöglichkeiten in Dortmund-Aplerbeck oder in Werl. Daraus resultiert ein Kaufkraftabfluss von rund 12 Millionen Euro jährlich.

„Doch die Nahversorgung funktioniert in den meisten Unnaer Stadtteilen sehr gut“, betont Dipl.-Kaufm. Jörg Lehnerdt von der BBE Handelsberatung.

Auch im Bereich Onlinehandel habe sich der Unnaer Einzelhandel den aktuellen Trends angepasst.

Symbolbild (Pixabay)

Zusammenfassend lautet seine Empfehlung an Politik und Verwaltung:
Verlässlichkeit für den Einzelhandel und die Kunden sowie eine weitere Steigerung im Bereich Onlinehandel schaffen.

Nachdem das neue Einzelhandelskonzept am Mittwoch, 10. Oktober 2018, im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehrsplanung vorgestellt worden ist, wird es für einen Monat ausgelegt. An dem Verfahren zu beteiligen sind unter anderem auch die Nachbargemeinden und weitere Behörden. Nach Ablauf der Auslegungsfrist werden etwaige Anregungen geprüft. Im Anschluss daran beschließt der Rat das neue Einzelhandelskonzept.

Quelle: PM Stadt Unna

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Zum Hintergrund:
Wesentliche Aufgaben kommunaler Einzelhandelskonzepte sind die räumlich-funktionale Festlegung der Zentren, die Schaffung städtebaulicher und bauleitplanerischer Grundlagen sowie das Aufzeigen zukünftiger Ent­wicklungsperspektiven. Aufbauend auf einer umfassenden Analyse der aktuellen Einzelhandelssituation sollen Empfehlungen zur weiteren Einzelhandelsentwicklung erarbeitet werden. Notwendige Basis für die Erstellung eines Einzelhandelskonzeptes sind neben einer detaillierten Untersuchung der örtlichen Angebots- und Nachfragestrukturen die städtebaulichen Zielvorstellungen der planenden Kommune. Insoweit ist das neue Einzelhandelsstandort- und Zentrenkonzept ein für die Planung und Einzelhandelsentwicklung der Stadt unabdingbares Instrument. Es gibt den potentiellen Investoren, aber auch den vorhandenen Betrieben Investitionssicherheit und der Stadt Steuerungsmöglichkeiten.
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