Post vom Bundestrainer – Deutscher Eishockey-Bund schaltet sich in Unnas Eishallendebatte ein

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Die Eishalle Unna bei der öffentlichen Besichtigung Mitte Juli. (Archivbild RBU)
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Unnas Eishallendiskussion zieht bundesweite Kreise. Die Bürgerinitiative „UNNA.braucht.EIS bekam Post vom Bundestrainer.

Besorgt verfolgt der Deutsche Eishockey-Bund die Diskussionen um die drohende Schließung der Eissporthalle am Bergenkamp. In einem Schreiben von Generalsekretär Michael Uhl bietet der DEB den Unnaer Eishallenrettern Unterstützung an, durch fachliches Know-How und Gesprächen mit den Entscheidern vor Ort. Dem Schreiben eingefügt ist eine Stellungnahme des Eishockey-Bundestrainers Marco Sturm.

Hier das Schreiben des DEB im Wortlaut.

„Aus unserer Sicht ist der Erhalt der Eissporthalle Unna unerlässlich für den Fortbestand aller Eissportarten in Unna und der gesamten Region.

Seit jeher genießt diese Anlage mit seinem vielfältigen Sport- und Freizeitangebot, die praktisch aus fast ganz NRW innerhalb einer Stunde erreichbar ist, besondere Beliebtheit bei Jung und Alt in einem großen Einzugsgebiet. Beleg dafür sind die konstant hohen Zahlen von jährlich über 100.000 Besuchern, die das breite Angebot an Aktivitäten nutzen.

Hier finden z.B. regelmäßig Trainingscamps für Kinder und Jugendliche statt, es werden Stützpunkttrainings und Rekrutierungsmaßnahmen (z.B. Kid on Ice usw.) durchgeführt. Und auch die Profiteams der Iserlohn Roosters und der Moskitos Essen nutzen die Eissporthalle gerne als Ausweichtrainingsstätte.

Ein weiteres wichtiges Argument für den Erhalt der Eissporthalle Unna ist ohne Zweifel ihre gesellschaftspolitische und integrative Bedeutung in einer sozial schwachen Region.

Seit nunmehr über 40 Jahren ist sie ein zentraler Anlaufpunkt für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und auch Senioren aus Unna und insbesondere aus Königsborn. Dabei gilt sie seit vielen Jahren als geschützter Bereich (clean area). Sie ist frei von Drogen, Alkohol und Zigaretten!!!

Mit ihrem bezahlbaren Angebot an Sport- und Freizeitaktivitäten für Jung und Alt ist die Eissporthalle Unna ein familienfreundlicher Generationentreff, der durch die regelmäßige Einbeziehung von Migrantengruppen in die vielfältigen Aktivitäten auch einen wesentlichen Beitrag für die Integration leistet, ganz im Sinne der DEB Initiative „Integration durch Eishockey“.

Da sich die eissporttreibenden Vereine aus Unna seit jeher auch immer schon besonders für den Behindertensport, wie z.B. Sledge- oder Para-Eishockey, eingesetzt hat, kommt dem Erhalt der Eissporthalle Unna zusätzlich noch eine ganz besondere Bedeutung als „Inklusionssportstätte“ zu.

Mit Besorgnis hat auch unser Bundestrainer Marco Sturm die Nachricht von einer drohenden Schließung der Eissporthalle Unna aufgenommen und folgende Stellungnahme dazu abgegeben:

„Die angedachte Schließung der Eissporthalle Unna ist leider die denkbar schlechteste aller Optionen. Ich habe nie aufgehört zu betonen, dass solche überragenden Erfolge, wie der Gewinn der olympischen Silbermedaille 2018 in Südkorea nur dann die gewünschte Nachhaltigkeit erreichen können, wenn wir die Basis unserer jungen deutschen Talente ständig verbreitern und damit noch mehr deutsche Spieler kurz-, mittel- und langfristig an das internationale Spitzenniveau heranführen. Einen großen Beitrag dazu leisten insbesondere die vielen kleinen Vereine in ihrer täglichen Arbeit mit hochmotivierten Kindern und Jugendlichen. Die Eissporthalle Unna ist die sportliche Heimat gleich mehrerer eissporttreibender Vereine. Eine Schließung würde sich hier also gleich doppelt negativ auswirken. Wir müssen alles dafür tun, den eissportbegeisterten Kindern und Jugendlichen IHRE Sportstätte zu erhalten.“

Mit Blick auf die o.g. Fakten und die eindringlichen Worte unseres Bundestrainers sind wir natürlich auch gerne bereit, die Vertreter der Stadt bzw. die Entscheidungsträgern bei einem persönlichen Treffen von der Notwendigkeit des Fortbestands der Eissporthalle Unna zu überzeugen. Sollte es gewünscht sein, können wir für die Sanierung bei der Kontaktanbahnung mit erfahrenen Planungsbüros behilflich sein und natürlich auch unsere eigene Expertise einbringen.

Abschließend noch einmal unser Dank an Sie und den UNNA.braucht.EIS e.V. für das unermüdliche Engagement und viel Erfolg beim Kampf um den Erhalt der Eissporthalle.“

– Hier der aktuelle Sachstand zur Eishallenrettung – die Stadt hat Bundesfördermittel beantragt.

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