Sonntag in der Lindenbrauerei: „#wirsindmehr – Aufstehen gegen rechte Hetze!”

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Aufstehen gegen rechte Hetze!

Im Kühlschiff der Lindenbrauerei Unna wird am Sonntag, 14. 10., zum Flagge zeigen gegen Rechts aufgerufen.Musikgruppen, Künstler, Flüchtlingshelfer u. a. nehmen teil, kündigen die Veranstalter an. Die SPD Unna deklariert die Teilnahme auf ihrer Fraktionshomepage als „Pflichtveranstaltung“.

In dem Aufruf  heißt es:

Eine gemeinsame Veranstaltung, die sich dem Motto “#wirsindmehr – Aufstehen gegen rechte Hetze!” verschrieben hat, um ein starkes Zeichen für eine offene, freiheitliche und bunte Gesellschaft zu setzen.

Wer die politischen Geschehnisse insbesondere in Chemnitz verfolgt hat, kann nur hoch alarmiert sein! Wir dürfen PEGIDA und AfD und den Rechtsaussen in der CSU nicht die Oberhoheit über den gesellschaftlichen Diskurs überlassen.

Und viele haben auch das Gefühl, irgendetwas tun zu wollen.

Am Sonntag, den 14.10. ab 17h (Einlass um 16.30 Uhr) findet die Veranstaltung #wirsindmehr im Kühlschiff statt und steht unter dem Motto:
“Das Haus der Welt“ nach Martin Luther King,dessen Ermordung sich in diesem Jahr zum 50.Mal jährt.

Martin Luther King wurde am 4. April 1968 in Memphis, Tennessee, ermordet. Seine vielleicht größte Rede, die er am 11. Dezember 1964 an der Universität von Oslo als Nobelpreisrede hielt, ist nach wie vor: “Das Haus der Welt”. Er beschreibt darin die enormen Herausforderungen, denen sich die Menschheit stellen muss.

In dieser Rede ruft King uns auf: Überwindet die Schranken von Rasse, Klasse, Nation und Religion, und nehmt die Vision einer Welt als ein Haus an; rottet zu Hause und auf der ganzen Welt das dreifache Übel von Rassismus, Armut und Militarismus aus; weist den exzessiven Materialismus und Kapitalismus in seine Schranken und leistet Widerstand gegenüber sozialer Ungerechtigkeit, und löst Konflikte im Geist der Liebe, die sich in der Philosophie und den Methoden der Gewaltlosigkeit ausdrückt.

Sein wohl beinahe prophetisch anmutendes Zitat daraus, ist für uns heute wieder hochaktuell:

„Das ist das große neue Problem der Menschheit. Wir haben ein großes Haus geerbt, ein großes “Haus der Welt”, in dem wir zusammen leben müssen – Schwarze und Weiße, Morgenländer und Abendländer, Juden und Nichtjuden, Katholiken und Protestanten, Moslems und Hindus – eine Familie, die in Ideen, Kultur und Interessen zu Unrecht getrennt ist, die, weil wir niemals wieder getrennt leben können, irgendwie lernen muss, in Frieden miteinander auszukommen.“

So und nicht anders muss die Antwort lauten auf jedwede rechte Hetze!“

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1 KOMMENTAR

  1. Ein Leser namens DIRK M. kommentiert dieses Thema per Mail an unsere Website:

    „Die im Artikel zitierte Rede M.L. Kings sind nicht einmal sinngetreu.
    Vergl. (https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/002652.html)

    „Rede von Martin Luther King anläßlich der Entgegennahme des Friedensnobelpreises am 10. Dezember 1964 1

    Eure Majestät, Eure Königliche Hoheit, Herr Präsident, Exzellenzen, meine Damen und Herren!

    Ich nehme den Friedensnobelpreis zu einem Zeitpunkt entgegen, an dem 22 Millionen Schwarze in den USA in einen schöpferischen Kampf verwickelt sind, um die lange Nacht rassischer Ungerechtigkeit zu beenden. Ich nehme diesen Preis im Namen einer Bürgerrechtsbewegung entgegen, die entschlossen und mit großartiger Verachtung von Risiko und Gefahr aufgebrochen ist, ein Reich der Freiheit und eine Herrschaft der Gerechtigkeit aufzurichten.

    Ich bin mir bewußt, daß erst gestern in Birmingham in Alabama der Ruf unserer Kinder nach brüderlicher Gemeinschaft mit Wasserwerfern und knurrenden Hunden, ja sogar mit dem Tod beantwortet wurde. Ich bin mir bewußt, daß erst gestern in Philadelphia in Mississippi junge Leute, die das Stimmrecht erlangen wollten, brutal mißhandelt und ermordet wurden.

    Ich bin mir bewußt, daß schwächende und quälende Armut mein Volk plagt und es an der niedrigsten Stufe der wirtschaftlichen Leiter festkettet.

    Deshalb muß ich die Frage stellen, warum dieser Preis einer Bewegung verliehen wird, die belagert ist und sich einem unnachgiebigen Kampf verpflichtet hat, einer Bewegung, die noch nicht den wahren Frieden und die brüderliche Gemeinschaft gewonnen hat, die den Sinn des Nobelpreises ausmachen.

    Wenn ich genauer darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluß, daß dieser Preis, den ich im Namen jener Bewegung empfangen habe, nachdrücklich anerkennt, daß Gewaltlosigkeit die Antwort auf die entscheidende politische und moralische Frage unserer Zeit ist – die Notwendigkeit, daß der Mensch Unterdrückung und Gewalt überwindet, ohne zu Gewalt und Unterdrückung Zuflucht zu nehmen.

    Zivilisation und Gewalt sind gegensätzliche Begriffe. Schwarze in den USA haben – dem indischen Volk nachfolgend – bewiesen, daß Gewaltlosigkeit nicht sterile Passivität bedeutet, sondern eine machtvolle moralische Kraft darstellt, die zu gesellschaftlichen Veränderungen führt. Früher oder später müssen alle Menschen der Welt einen Weg finden, in Frieden zusammenzuleben, um dadurch dieses über uns schwebende kosmische Klagelied in einen schöpferischen Psalm der Brüderlichkeit zu verwandeln.

    Wenn das erreicht werden soll, muß der Mensch für alle menschlichen Konflikte eine Methode entwickeln, die Rache, Aggression und Vergeltung vermeidet. Die Grundlage einer solchen Methode ist die Liebe.

    Der gewundene Weg, der von Montgomery in Alabama nach Oslo führte, bezeugt diese Wahrheit. Dies ist der Weg, auf dem Millionen Schwarze sich bewegen, um ein neues Gefühl der Würde zu finden. Derselbe Weg hat für alle Amerikaner eine neue Ära des Fortschritts und der Hoffnung eröffnet. Er hat zu einer neuen Bürgerrechtsgesetzgebung geführt, und er wird nach meiner Überzeugung verbreitert und verlängert werden zu einer Schnellstraße der Gerechtigkeit, indem Schwarze und Weiße in zunehmender Zahl Bündnisse eingehen, um ihre gemeinsamen Probleme zu bewältigen.

    Ich nehme heute diese Auszeichnung entgegen mit einem festen Glauben an Amerika und einem kühnen Glauben an die Zukunft der Menschheit. Ich weigere mich, zu glauben, daß der “Ist-Zustand” der gegenwärtigen Natur des Menschen ihn moralisch unfähig macht, sich nach dem ewigen “Soll-Zustand” auszustrecken, mit dem er immer wieder konfrontiert ist.

    Ich weigere mich zu glauben, der Mensch sei lediglich treibendes Wrack- und Strandgut im Strom des Lebens, der ihn umgibt. Ich weigere mich, die Ansicht zu übernehmen, die Menschheit sei so tragisch der sternenlosen Mitternacht des Rassismus und des Krieges verhaftet, daß der helle Tagesanbruch des Friedens und der Brüderlichkeit nie Wirklichkeit werden könne.

    Ich weigere mich, die zynische Meinung zu übernehmen, eine Nation nach der andern müsse eine militaristische Stufenleiter hinabsteigen bis in die Hölle thermonuklearer Vernichtung. Ich glaube, daß unbewaffnete Wahrheit und bedingungslose Liebe das letzte Wort in der Wirklichkeit haben werden. Das ist der Grund, warum Recht, auch wenn es vorübergehend unterliegt, stärker ist als triumphierendes Böses.

    Ich glaube, daß es inmitten der heulenden Geschosse und Granatenexplosionen unserer Tage Hoffnung gibt für ein helleres Morgen. Ich glaube, daß verwundete Gerechtigkeit, die auf den bluttriefenden Straßen unserer Nation hingestreckt ist, aus dem Staub der Schande emporgehoben werden kann, um über alle Menschenkinder zu herrschen.

    Ich besitze die Kühnheit zu glauben, daß Völker allerorten täglich drei Mahlzeiten für ihren Körper, Erziehung und Kultur für ihren Verstand und Würde, Gleichheit und Freiheit für ihren Geist haben können. Ich glaube, daß auf den anderen ausgerichtete Menschen wiederaufbauen können, was auf sich selbst ausgerichtete Menschen zerstört haben. Ich glaube immer noch, daß die Menschheit sich eines Tages Gottes Altären beugen wird und mit dem Triumph über Krieg und Blutvergießen gekrönt werden wird und gewaltloser, erlösender guter Wille seine Herrschaft über das Land ausrufen wird. “Und der Löwe und das Lamm werden einträchtig beieinander lagern. Und ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken.” Ich glaube immer noch, daß wir überwinden werden.

    Dieser Glaube kann uns den Mut verleihen, den Unsicherheiten der Zukunft ins Angesicht zu sehen. Er wird unseren müden Füßen neue Kraft geben, wenn wir weiter auf die Stadt der Freiheit zuschreiten. Wenn unsere Tage durch tiefhängende Wolken traurig und unsere Nächte dunkler als tausend Mitternächte werden, dann wissen wir, daß wir in dem schöpferischen Aufruhr leben, in dem eine echte Kultur unter Kämpfen geboren wird.

    Heute komme ich nach Oslo als ein Treuhänder, begeistert und mit neuer Hingabe an die Sache der Menschlichkeit. Ich nehme diesen Preis entgegen im Namen aller Menschen, die Frieden und Brüderlichkeit lieben. Ich sage, ich komme als ein Treuhänder, denn in der Tiefe meines Herzens bin ich mir bewußt, daß diese Auszeichnung viel mehr ist als eine Ehrung für mich persönlich.

    Jedesmal, wenn ich fliege, denke ich an die vielen Menschen, die eine glückliche Reise ermöglichen: die Piloten, die man kennt, und das Bodenpersonal, das man nicht kennt.

    So ehren Sie die hingebungsvollen Piloten unseres Kampfes, die im Leitwerk saßen, als sich die Freiheitsbewegung in ihre Bahn erhob. Sie ehren noch einmal Häuptling Luthuli aus Südafrika, dessen Kampf mit seinem Volk und für sein Volk immer noch mit den brutalsten Formen der Unmenschlichkeit des Menschen gegen den Menschen beantwortet wird.

    Sie ehren das Bodenpersonal, ohne dessen Anstrengungen und Opfer die Flugzeuge der Freiheit nie hätten vom Boden abheben können. Die meisten dieser Menschen werden nie Schlagzeilen machen, und ihre Namen werden nicht im “Who’s Who” erscheinen. Aber wenn die Jahre vergangen sind und das leuchtende Licht der Wahrheit auf dieses wunderbare Zeitalter fällt, in dem wir leben, werden Männer und Frauen wissen und Kinder gelehrt werden, daß wir ein schöneres Land, ein besseres Volk und eine edlere Kultur haben, weil diese demütigen Kinder Gottes bereit waren, um der Rechtschaffenheit willen zu leiden.

    Ich glaube, Alfred Nobel wüßte, was ich meine, wenn ich sage: Ich nehme diesen Preis entgegen im Geist eines Verwalters eines kostbaren Erbes, das er verwahrt für seine wahren Besitzer, für alle, denen Schönheit Wahrheit ist und Wahrheit Schönheit und in deren Augen die Schönheit wahrer Brüderlichkeit und wahren Friedens kostbarer ist als Diamanten oder Silber oder Gold.

    Quellenvermerk: © Gütersloher Verlagshaus GmbH, Gütersloh. Wir danken dem Verlag für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Rede

    Anmerkungen:

    1 Aus: Martin Luther King: Schöpferischer Widerstand. Hrsg. von Heinrich W. Grosse. Gütersloher Verlagshaus, 1985.“