Im Bus randaliert und Securitymann verletzt – Probleme Alkohol und Perspektivlosigkeit

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Symbolbild. (Foto: Rundblick)
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Er hatte 1,42 Promille im Blut und „verstand nicht, worum es überhaupt ging“, so die Kreispolizei Soest.

Sie musste am Mittwochabend ein weiteres Mal wegen eines randalierenden Zuwanderers ausrücken. Diesmal zu einer Bushaltestelle in Soest, wo sie gegen 19.50 Uhr einen 42-jährigen Bewohner der Zentralen Unterbringung (ZUE) Echtrop vorfand.

Der junge Mann hatte sich im Bus derart wüst aufgeführt und mehrere Mitreisende belästigt, dass der Busfahrer die Fahrt kurzerhand unterbrochen und den volltrunkenen Passagier aufgefordert hatte, auszusteigen.

Das tat er aber nicht. Daraufhin wurden zwei Security-Mitarbeiter aktiv, die im Bus mitfuhren. Sie begleiteten den renitenten Fahrgast nach draußen, wo er dann endgültig seine Beherrschung verlor.

„Es kam zu Handgreiflichkeiten“, beschreibt Polizeisprecher Lütkenkemper die sprunghaft zunehmende Gewaltbereitschaft des Mazedoniers, der sich derart aggressiv gebärdete, dass er einen 39-jährigen Sicherheitsdienstmann verletzte.

Die wenig später eintreffenden Polizeibeamten baten den Zuwanderer zum Alkoholtest. Ergebnis: 1,42 Promille.

„Der Randalierer verstand nicht worum es überhaupt ging, zeigte seinen Fahrschein vor und verlangte, weiterfahren zu können“, berichtet der Polizeisprecher. Irgendwie konnten die Beamten dem Mann klarmachen, dass er, nein, an diesem Tag keinen Meter mehr mit dem Bus fahren würde. Und dass er sich auf eine Anzeige wegen Körperverletzung gefasst machen müsse.

Im Kreis Soest mit den Zentralen Unterbringungseinheiten (ZUE) Echtrop, Möhnesee und Rüthen kommt es immer wieder zu Polizeieinsätzen wegen gewalttätiger Streitereien unter Bewohnern (meist unterschiedlicher Herkunft) und/oder Randalen unter Alkohol. Häufig sind Stichwaffen im Spiel, mehrmals in diesem Jahr mussten schon Verletzte in Krankenhäusern behandelt werden.

Zu diesem Thema stellten wir kürzlich der Bezirksregierung einige Fragen (Bericht HIER).

Das Problem der Perspektivlosigkeit

Die Diakonie Ruhr-Hellweg beschreibt die Situation für die Bewohner in diesen zentralen Einrichtungen als „von Perspektivlosigkeit geprägt“, da die Menschen dort in der Regel abgeschoben werden. Auch Asylbewerber aus Mazedonien wie der betrunkene Randalierer im Bus vom gestrigen Abend haben so gut wie keine Bleibeperspektive.

Diakoniepresbyterinnen und –presbyter, Diakoniepfarrerinnen und –pfarrer waren kürzlich der Einladung von Diakonie-Vorstand Christian Korte (hinten, 2. v. li.) gefolgt. Sie verschafften sich einen Eindruck vom Leben in der ZUE Möhnesee. ( Foto: drh)

Die Diakonie ist in der Flüchtlingsarbeit in der Region eine wichtige Instanz: Sowohl in den Kreisen Soest, Hochsauerland- und Märkischer Kreis als auch in Hamm werden geflüchtete Menschen in vielen Belangen von ihr unterstützt und begleitet.

Aus Mazedonien sind laut  „länderdaten.info“ im vorigen Jahr 4.459 Menschen aus Mazedonien geflohen und haben einen Asylantrag in anderen Ländern gestellt. Das entspricht ca. 0,214% aller Einwohner. Die häufigsten Aufnahmeländer davon waren Deutschland, Frankreich und Belgien.

Insgesamt wurden 99 Prozent der Asylanträge abgelehnt – also so gut wie alle. Am erfolgreichsten waren hierbei die Asylbewerber in Belgien und in Deutschland.

Nach Deutschland flohen insgesamt 2.464 Menschen aus Mazedonien. Mit 6 positiven Entscheiden wurden 0,18 Prozent aller Neuanträge angenommen.

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