CDU Fröndenberg: Straßen, die an NS-Zeit erinnern, sollen „Gegengewicht“ bekommen

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Jüdischer Grabstein. (Symbolbild / Pixabay)
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Während Fröndenbergs Jusos fordern, die Parkanlage „Hindenburghain“ wegen ihres durch die NS-Zeit vorbelasteten Namens umzubenennen (das löste am Wochenende unter unseren Lesern heftige Debatten aus), schlägt die CDU der Ruhrstadt einen anderen Weg ein.

Sie legte schon vier Tage vor dem Juso-Vorstoß ebenfalls einen Antrag vor, der sich mit problematischen Namensgebungen befasst, in diesem Fall Straßennamen. Anders als der SPD-Nachwuchs will sie diese Namen – Ostmarkstraße und vor allem Wernher-von-Braun-Straße – aber nicht aus Fröndenbergs Stadtbild tilgen.

Statt dessen sollen diesen alten Straßen neue Straßen gegenübergestellt werden, die die Namen von Holocaust-Opfern oder NS-Widerstandskämpfern tragen.

„Soweit hier bekannt ist, hat es bereits in der Vergangenheit nachvollziehbare Bestrebungen gegeben, die Ostmarkstraße und vor allem die Wernher-von-Braun-Straße umzubenennen. Sämtliche Bemühungen in diese Richtung sind bislang aus Kostengründen und am unzumutbaren Aufwand für die Anlieger gescheitert“, schreibt die CDU in ihrem Antrag.

„Wir wünschen uns daher, quasi als Ausgleich zu den umstrittenen Straßennamen, besonderen Persönlichkeiten des Widerstands unter dem NS-Regime zur Geltung zu verhelfen. Nach den Straßen, die berühmten Widerstandskämpfern wie z.B. von Stauffenberg und den Geschwistern Scholl auf dem Mühlenberg gewidmet sind, sollte das Erinnern fortgeführt werden“, argumentieren die Christdemokraten.

Daher schlagen sie für die Straßen und Wege in den geplanten Neubaugebieten – u. a. in Ostbüren und Hohenheide – „soweit möglich“ vor, sie folgenden Personen zu widmen:

1. Irena Sendler, Helferin unzähliger Juden und Retterin von ca. 2.500 Kindern aus dem Warschauer Ghetto (https://www.yadvashem.org/yv/de/exhibitions/righteous-women/sendler.asp),

2. Oskar Schindler, Retter von rund 1.200 jüdischen Zwangsarbeiter,

3. Jan Karski, Zeitzeuge und ungehörter Mahner der Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung während des Dritten Reichs (https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Karski).

„Die mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten wurden für ihre mutigen Handlungen und Versuche, Menschenleben zu retten, Ehrenbürger Israels, durften auf der „Allee der Gerechten“ in Jerusalem, die zur Yad-Vashem-Gedenkstätte führt, einen Baum pflanzen, oder wurden als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt“, heißt es im CDU-Antrag.

 

4. Anne Frank (als wohl bekanntestes Opfer des NS-Regimes, wurde als junges Mädchen deportiert und ermordet und hinterließ mit ihrem Tagebuch ein einmaliges Zeitzeugnis während der Nazizeit.) (https://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Frank).

„Gerade in Zeiten neu aufkeimender Fremdenfeindlichkeit halten wir ein Zeichen der Mahnung und Erinnerung für sehr wichtig“, schließt die CDU und hofft „auf rasche Beratung in den entsprechenden Gremien“.

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