„Wohnungen gibt es – aber nicht für mich.“ Ernüchternde Erfahrungen von Irina (23) aus Königsborn

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Symbolbild / Quelle Ursprungsfoto: Pixabay
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„Ich lasse jetzt auch mal meinen Frust hier heraus!“ Mit diesen Worten begann eine 23jährige Leserin aus Königsborn am Donnerstag eine ernüchternde Schilderung über ihre vergebliche Wohnungssuche in Unna – obwohl Wohnungen nach ihrer Preisvorstellung frei sind.

Anlass für ihren frustrierten Kommentar war unser Bericht über den Plan der Stadt, eine Unterkunft zur Flüchtlingsunterkunft für 3 Mio. Euro zu bauen, obwohl Bundeswohnungen renoviert und kostenlos nutzbar zur Verfügung stehen (HIER).

Wir fragten die junge Frau, ob sie den Grund für ihre Frustration noch einmal genauer schildern möchte. Das möchte sie und nennt dazu offen ihren Namen.

Irina (23) aus Königsborn. (Foto: Privat)

„Also ich bin Irina Schiller, wohne in Königsborn, bin 23 Jahre alt. Ich wohne zurzeit in einem Haus mit meinen Eltern meiner Schwester zusammen. Ich würde so langsam, da ich mir es jetzt auch finanziell leisten kann, endlich in meiner eigenen vier Wände ziehen.

Ich habe mit ganz vielen Wohnungsgesellschaften gesprochen, die von mir mein Alter wissen wollten und wo ich hinziehen wollen würde. Die letzte Frage ist immer gewesen: allein? Oder mit mehreren Personen?

Ich habe dauerhaft Absagen bekommen, habe auf  Wohnungsinserate angerufen, die einzeln im Internet standen, habe mich immer wieder beworben, und immer wieder nur Absagen.

Ich würde gerne eine mindestens 40 Quadratmeter große Wohnung haben, mindestens zwei Zimmer, und habe bis  zu 500 Euro warm zur Verfügung. Was ja doch ein relativ hohes Budget ist, denke ich. Es sollte Königsborn oder  auch Unna-West sein. Innenstadtlage wäre auch in Ordnung.

Alles in meinem Augen eigentlich nichts, wofür man sich dumm und dämlich suchen müsste.  Ich weiß,  dass sogar hier in Königsborn bzw. konkret am Katernborn ganz viele Wohnungen frei sind. Ich habe bis jetzt einen Besichtigungstermin gehabt, wurde aber direkt abgelehnt, weil sie ein türkisches Pärchen genommen haben. Und die Entscheidung fiel innerhalb von einer Stunde.

Ich verdiene genug, um mir eine Wohnung leisten zu können, und biete sogar den Leuten immer an, dass ich sogar noch einen Bürgen dazu nehme. Obwohl ich den eigentlich gar nicht bräuchte. Aber trotz alledem werde ich immer abgelehnt.

Darunter war auch eine Wohnungsgesellschaft, bei der ich stark davon ausgehe, dass der Mann am anderen Ende der Leitung ungefähr mein Alter hatte, da er mich direkt geduzt hatte. Er klärte mich ganz offen darüber auf, dass sie leider keine Wohnung für mich hätten – einfach alleine aus dem Grund, weil sie dazu verpflichtet seien, Flüchtlinge vorzuziehen.

Es wird soviel versteckt gehalten. Ich bin NICHT gegen Flüchtlinge, ich bin NICHT gegen Ausländer! Aber ich bin dagegen, wenn man ein normales Mädchen wie mich, das einfach nur ausziehen möchte, ein eigenes Leben beginnen möchte, hinten anstellt.

Ich habe wirklich keinerlei Möglichkeiten auszuziehen, ich versuche alles, um irgendwie an Wohnungen zu kommen. Aber das klappt einfach nicht. Und in den Zeitungen Wohnungsangebote zu finden, wo Privatleute vermieten, ist auch nicht einfach. Es läuft wirklich hauptsächlich über Wohnungsgesellschaften.

Es macht mich wirklich traurig, weil es schon seinen Grund hatte, dass ich am 1. November in eine eigene Wohnung ziehen wollte. Das war jedenfalls alles so geplant. Aber jetzt sehe ich noch nicht mal ein Funken Hoffnung, dass das überhaupt noch in diesem Jahr etwas wird. Und ich habe auch nicht die Hoffnung, dass sich die Situation in irgendeiner Weise ändern wird… eher befürchte ich, dass es nur noch schlimmer wird und schwieriger.“

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2 KOMMENTARE

  1. […] Junge Frau sucht Wohnung in #Unna, Aussage bei einer Wohnungsgesellschaft: „Er klärte mich ganz offen darüber auf, dass sie leider keine Wohnung für mich hätten – einfach alleine aus dem Grund, weil sie dazu verpflichtet seien, Flüchtlinge vorzuziehen.“ https://www.rundblick-unna.de/2018/10/27/wohnungen-gibt-es-aber-nicht-fuer-mich-ernuechternde-erfahr… […]

  2. Zum schwierigen Thema „Wohnungsreservierung für Asylbewerber“: Es gibt einen städtischen Wohnungspool für Geflüchtete, für den die Stadt explizizit auf Wohnraum kommunaler Wohnungsgesellschaften zugreift. Das war in öffentlichen politischen Sitzungen Thema und wurde nachdenklich diskutiert, siehe BERICHT HIER: https://www.rundblick-unna.de/2018/03/14/wohnungsreservierung-fuer-asylbewerber-spd-ratsfrau-formuliert-unbehagen/