Susanne Schneider (FDP) rettet mit SPD-Kollegen Landtagsmitarbeiter das Leben – und ist irritiert über die Wogen, die das schlägt

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FDP-Landtagsabgeordnete Susanne Schneider. (Foto: FDP NRW / Schneider)
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Überregionale Medien und sogar die türkische „Hürriyet“ griffen diesen Zwischenfall gestern im NRW-Landtag auf – was die Hauptperson, die Schwerter FDP-Abgeordnete Susanne Schneider, eher irritiert. Vor allem irritiert sie, wie diese für sie selbstverständliche Rettungsaktion größtenteils medial aufbereitet wurde.

Denn im Mittelpunkt stand mitnichten das gerettete Menschenleben, sondern das Thema „Parteizugehörigkeit“. Und dies wiederum wurde verkürzt zu: Türkischer Sozialdemokrat rettet AfD´ler.

„Ich selbst wäre damit überhaupt nicht an die Öffentlichkeit gegangen“, unterstrich Susanne Schneider am Morgen bei einem Gespräch mit unserer Redaktion. „Da die Geschichte aber jetzt umfassend verbreitet wird, möchte ich kurz dazu Stellung nehmen.“

Folgendes war passiert:

Im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales eilte die Freidemokratin gestern einem Landtagsmitarbeiter zur Hilfe, der zusammengebrochen war. „Mit einem Kollegen zusammen habe ich den Mitarbeiter reanimiert. Das war für mich eine Selbstverständlichkeit.

ICH hätte dies aber NIEMALS an die Presse gegeben, schon gar nicht mit Angaben zu Fraktion, Ablauf oder Gesundheitszustand“, kritisiert Schneider die Art und Weise, wie ihre Lebensrettungsaktion medial verbreitet wurde.

Denn berichtenswert schien nicht schlicht der Fakt, dass eine Politikerin – die im Übrigen ausgebildete Krankenschwester ist – unverzüglich und gekonnt mit Hilfe eines anderen Politikers einem Menschen in Todesnot das Leben rettet. „Das ist für mich selbstverständich, weil ich einfach helfe, wenn ich gebraucht werden. Als Krankenschwester fühle ich mich überdies der Schweigepflicht verpflichtet – §§ 203-205 StGB“, unterstreicht Susanne Schneider.

Für die meisten Medien habe der eigentliche News-Faktor hingegen darin gelegen, dass der zusammengebrochene Mitarbeiter ein AfD-Mitglied und der Landtagskollege, der bei der Rettung half, ein türkisch stämmiger Sozialdemokrat ist.

Für Susanne Schneider ist es unverständlich, dass diese Faktoren bei der Rettung eines Menschenlebens irgend eine Rolle spielen: „Ich bin dem lieben Gott unglaublich dankbar, dass diese Wiederbelebung erfolgreich verlaufen ist und wünsche dem Mitarbeiter von Herzen gute Besserung!“

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