Leon (14) an Kollwitz-Schule Lünen erstochen – 6 Jahre Jugendhaft

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Justizia / Symbolbild (Pixabay)
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Urteilsspruch im Prozess um die tödliche Messerattacke an der Käthe-Kollwitz-Schule Lünen am 23. Januar. Der 16-jährige Angeklagte soll für 6 Jahre hinter Gitter gehen.

Dieses Urteil fällte das Landgericht Dortmund am heutigen Freitag (2. 11.) und erkannte damit weder auf Mord noch auf Totschlag, sondern auf „Körperverletzung mit Todesfolge“. Das berichteten am Mittag Dortmunder Medien.

Das Gericht sah es demnach als erwiesen an, dass der junge Angeklagte im Januar dieses Jahres auf dem Schulflur der Lünener Gesamtschule den 14-jährigen Leon niedergestochen hatte. Als Grund für die Bluttat gab der 16-Jährige bei seiner Vernehmung damals an, der Jüngere hätte im Vorübergehen auf dem Flur seine Mutter mit „provozierenden Blicken“  bedacht.

„Die Angehörigen reagierten auf das Urteil sehr emotional“, heißt es in einem Bericht des WDR, „die Mutter des Verurteilten musste gestützt werden, als sie aus dem Gerichtssaal kam. Und den Angehörigen des Opfers merkte man an, dass sie sich eine härtere Strafe gewünscht hätten.“

Gegen das Urteil ist Revision möglich.

Weitere Einzelheiten gab das Gericht nicht bekannt. Der Prozess fand wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Rückblick – Bericht auf Rundblick Unna am 24. Januar 2018

Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Dortmund:

Der 15-jährige Tatverdächtige, der sich anwaltlich vertreten lässt, wurde am Mittag (24.1.) der Haftrichterin vorgeführt. Diese erließ antragsgemäß Untersuchungshaftbefehl wegen Mordes und ordnete die Vollstreckung der U-Haft in einer Haftanstalt an. 

Polizeibekannt war der Schüler zuvor wegen Sachbeschädigung.

Er muss trotz seines Geständnisses bis zur rechtskräftigen Verurteilung als „mutmaßlicher“ Täter bezeichnet werden.

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Schier unbegreiflich mutet die Begründung an, den der 15 Jährige für die tödliche Attacke auf den Jüngeren nannte. Er war gestern gemeinsam mit seiner Mutter zu einem Gesprächstermin mit der Schulsozialarbeiterin in die Gesamtschule bestellt worden.

Dieses Gespräch sollte laut Polizei die Rückkehr des polizeibekannten Jungen auf die Kollwitz-Schule  vorbereiten, nachdem der als unbeschulbar und aggressiv geltende 15 Jährige zwischenzeitlich auf eine andere Schule gewechselt war.  Ihn dort erfolgreich einzugliedern war jedoch gescheitert. Daher sollte er auf seine frühere Schule zurückkehren.

Und beim Warten des Jungen und seiner Mutter auf den Gesprächstermin passierte die entsetzliche Gewalttat: Der 15 Jährige, so sagte er aus, hätte sich durch „provozierende Blicke“ des Mitschülers auf seine Mutter derart gereizt gefühlt, dass er dem 14 Jährigen das Messer in den Hals rammte.

Polizeisprecher Kim Freigang erwähnt in seiner Zusammenfassung auch, dass die beiden Jungen im Vorfeld bereits in Streit geraten waren. Ob dies letztlich das Motiv darstellte, werden die weiteren Ermittlungen ergeben.

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1 KOMMENTAR

  1. […] #Lünen: Angeklagt war er wegen Mord, #Urteil ergeht aber weder für Mord noch für Totschlag, sondern nur wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge: 6 Jahre Jugendhaft für den Deutsch-Kasachen, der #Leon nach „provozierenden Blicken“ niederstach https://www.rundblick-unna.de/2018/11/02/leon-14-an-kollwitz-schule-luenen-erstochen-6-jahre-jugendh… […]