Nach TravelBird-Pleite: Urlaubsguru erwägt, Expansion in Niederlande vorzuziehen

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Urlaubsguru will weiter expandieren und dazu auch Mitarbeiter des insolventen Partners TravelBird einstellen. (Archivbild / Quelle Uniq)
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Der niederländische Reiseveranstalter TravelBird ist insolvent. Für zumindest einige Mitarbeiter seines langjährigen Geschäftspartners will Urlaubsguru ein neues Nest bereiten – durch die vorgezogene Gründung eines eigenen Länderbüros.

Wie TravelBird am Mittwoch (31. 10.) bekannt gab, wurde die Zahlungseinstellung beantragt und somit auch der Verkauf von Reiseangeboten eingestellt. Rund 310 Mitarbeiter – die meisten in der Amsterdamer Zentrale – sind von der Insolvenz betroffen.

„Für einige von ihnen kann sich zeitnah eine neue Chance ergeben“, teilte  Urlaubsguru am Wochenende mit. Das Holzwickeder Unternehmen, das seine Reiseplattform als Holidayguru in mehreren europäischen Ländern betreibt, überlegt, mit einem eigenen Länderbüro früher als geplant nach Amsterdam zu expandieren. TravelBird-Mitarbeiter bekämen somit eine neue berufliche Perspektive.

Das Online-Reisebüro TravelBird ist seit seiner Gründung im Jahr 2010 explosionsartig gewachsen, vermeldete allerdings erstmalig im ersten Halbjahr 2018 schwarze Zahlen. Auf seinem Portal bot es verschiedene Reiseangebote an, u. a. Städtetrips, Rundreisen, Wellness- und Freizeitparkangebote. Zahlungsverzögerungen aufgrund saisonaler Schwankungen führten in die Insolvenz.

TravelBird war seit Jahren ein enger Urlaubsguru-Partner. „Wir haben eng mit TravelBird zusammengearbeitet und hatten einen guten Draht zum Team“, erklären die beiden Urlaubsguru-Gründer Daniel Marx und Daniel Krahn.

Sie verkündeten schon im Juli, dass sich Urlaubsguru mit eigenen Länderbüros dezentral aufstellen wolle:

Arbeiten die internationalen Teams zurzeit noch von Holzwickede aus, sollen in den kommenden Monaten und Jahren in europäischen Städten eigene Büros eröffnet werden. In Österreich ist Urlaubsguru.at schon seit 2013 mit 20 Mitarbeitern direkt in Wien stationiert und bedient den österreichischen sowie schweizerischen Markt.

„Ursprünglich haben wir für unsere Expansionspläne Zeitfenster von zwei Jahren angesetzt“, sagen  Marx und Krahn, nun sei die Möglichkeit gegeben, die Expansionspläne in den Niederlanden vorzuziehen. „Mit Holidayguru möchten und können wir den niederländischen Kunden schnell ein bekanntes Portal anbieten.“

Zudem überlegt Urlaubsguru, in den Niederlanden zukünftig auch als Reiseveranstalter in den Markt einzusteigen und das Geschäftsmodell von TravelBird zu adaptieren. Ein Reiseveranstalter schnürt selbst fertige Pakete , kauft selbst Reiseleistungen ein, kalkuliert den Preis und versichert dem Kunden, diese Leistungen erbringen zu wollen – selbst oder unter Zuhilfenahme von sogenannten Erfüllungshilfen. Für die Klärung von Problemen ist Reiseveranstalter rechtlich verantwortlich.

Die beiden Firmengründer möchten auf die jahrelange Erfahrung und Expertise der TravelBird-Mitarbeiter zurückgreifen und rufen diese daher auf: „Bewerbt euch bei uns! Wir bieten euch ein neues ,Nest‘ und freuen uns auf euch!“

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