Wo 40 % aller tödlichen Autobahnunfälle in NRW passieren: Maßnahmen für A1-Risikostrecke

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Polizeibeamte bei einer Autobahnkontrolle. (Foto: Polizei NRW)
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Das ist massiv: Weit mehr als ein Drittel aller tödlichen Autobahnunfälle in ganz NRW – 40 Prozent –  passieren auf einem kurzen Teilstück der A1, nämlich zwischen dem Kamener Kreuz via Kamen, dem Kreuz Dortmund/Unna und Schwerte bis nach Volmarstein.

Das soll, nein muss sich schnellstens ändern, befindet die Bezirksregierung Arnsberg. Zusammen mit Straßen.NRW und Polizei hat sie ein Maßnahmenbündel beschlossen, das am Mittwoch in einem WDR-Bericht vorgestellt wurde:

  • Ab sofort gibt es verstärkte Radarkontrollen;
  • von Brücken herab überwachen Polizeibeamte mit der Kamera den Sicherheitsabstand und das Überholverbot für Lkw;
  • mit mehrsprachigen Durchsagen per CB-Funk will die Polizei insbesondere Lkw-Fahrer aus osteuropäischen Ländern vor der „Risikostrecke“ warnen;
  • zudem sollen dort drastische Bilder abschreckend auf den Unfallschwerpunkt aufmerksam machen.

Wieso kracht es ausgerechnet auf diesem A1-Teilstück so oft und so schwer?

Die Behörden nennen als Grund drei große Baustellen auf dieser Strecke, die noch auf Jahre hinaus bestehen bleiben und für tägliche Staus mit entsprechendem Unfallrisiko sorgen.

ABER: Am selben Tag der Vorstellung des neuen „Sicherheitspakets“ für die A1, am gestrigen Mittwoch, krachte es schlimm auf der A2: Ebenfalls an einem Stauende in Höhe Dortmund-Lanstrop erlitt ein Bergkamener Lkw-Fahrer lebensgefährliche Verletzungen.

Richtiges Verhalten am Stauende – das Wichtigste ist: WARNBLINKLICHT einschalten! Und wenn man im Rückspiegel einen Lkw heranrauschen sieht: Schnellstmöglich weg von der rechten Spur – gegen einen Lastwagen zieht ein Pkw-Fahrer immer den Kürzeren, warnt die Polizei.

HIER gibt es weitere Tipps

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2 KOMMENTARE

  1. Durch meine täglichen Erlebnisse auf dem Teilstück (Kreuz Unna/Kamener Kreuz) denke ich, das hier der Hauptgrund für die Unfälle, lediglich die Lkws sind, die das Überholverbot missachten, um ein paar Meter gut zu machen. Ich drehe täglich mit meiner Dashcam die gefährlichen Situationen die ich dort erleben kann. Durch das unerlaubte Überholen und das erst späte einordnen im Baustellenbereich (wenn überhaupt) muss die ganze LKW Karawane stark abbremsen, so das am Ende der Konvoys diese „tödlichen“ Fallen entstehen. Und wenn alle Lkws auch nur die vorgeschriebenen 80 km/h fahren würden und ihren Abstandsassistenten auch aktivieren, käme gar kein zäh fließender Verkehr auf. Das Bussgeld für den Verstoß des unerlaubten Überholens ist mit 70 Euro aber auch viiiiel zu niedrig und sollte verdreifacht werden. Aber auch hier habe ich die Erfahrung machen müssen, das der Polizei dieses Verhalten ziemlich „wurscht“ ist, denn statt diese LKW Fahrer mal in die Schranken zu weisen, überholen Sie auch die unerlaubt-überholenden Lkw`s ohne etwas zu unternehmen. Und so wird sich da auch in Zukunft sicherlich nichts dran ändern und es werden weiterhin Familienväter in Ihren Lkw`s sterben, weil ihre „Kollegen“ sie auf dem Gewissen haben, um fünf Minuten schneller am Ziel an zu kommen. Aber beim nächsten Crash kann es auch mal sie selber treffen.