Polizeiaufgebot in Fröndenberg für „Alternativen Wissenskongress 2018“

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Polizei schirmte die Gegendemonstranten im Umfeld des Stiftsgebäudes von der Veranstaltung ab. (Fotos: Rundblick Unna)
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Seltsam viel Polizei am heutigen Sonntagmorgen (11. 11.) in Fröndenberg, insbesondere im Bahnhofsbereich. Der Grund: eine Veranstaltung mit AfD-Nähe mit zwei kurzfristig angemeldeten linken Gegenveranstaltungen.

Wie uns die Polizeileitstelle Unna auf Anfrage am Vormittag mitteilte, begleiten die Einsatzkräfte den  „Alternativen Wisssenskongress 2018“.  Als Gastgeber tritt der AfD-nahe „Verein zur Förderung des politischen Dialogs“ auf.

Polizei im Bereich von Tirpitz-Straße in Richtung Stiftsviertel. (Foto: RBU)

Die Veranstaltung findet im Stiftsgebäude statt. Gegendemonstranten (Antifa, Die PARTEI) sammelten sich am Bahnhofsgelände.

 

In ihrer Einladung kritisieren die Veranstalter den „übergriffigen Staat, Zensur, Vertuschung, Steuerverschwendung, Medienlügen und Angriffskriege“.  Dazu müsse man sich austauschen und vernetzen.

Einladung und Programmablauf. (Quelle: https://www.alternativer-wissens-kongress.de)

Der genaue Ort der Veranstaltung wurde in der Einladung nicht genannt, großräumig als „Raum Unna/Dortmund“ umschrieben. Daher auch wurden die Gegenveranstaltungen – laut Auskunft der Unnaer Polizeisprecherin Vera Howanietz sind es zwei – sehr kurzfristig angemeldet. Veranstaltungsort dafür war der Bahnhofsbereich, von dort aus zogen die ca. 50 meist jugendlichen Teilnehmern unter Pfiffen zum Stiftsviertel hoch. Die Polizei schirmte sie vom Veranstaltungsort ab.

Blick auf die Demonstranten unter Polizeiabschirmung. (Foto RBU)
Foto: Rundblick Unna

Bis zum Mittag verlief alles friedlich.

Bezüglich der genauen Einsatzstärke gab die Unnaer Polizei, wie bei Demonstrationen üblich, keine Auskunft.

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Der „Alternative Wissenskongress 2018“ ist seit 2014 bereits der vierte seiner Art. Die Veranstaltung habe sich im Lauf der Jahre „zu einem festen Event insbesondere für AfD-Rechtsaußen und für verschwörungstheoretisch veranlagte Naturen aus dem näheren und weiteren Umfeld der Partei entwickelt“, heißt es auf kritischen Medienblogs wie „blick nach rechts“.

Im Vorfeld seiner Gründung 2014 hätten eigentlich die 5 Bezirksverbände der NRW-AfD ihren ersten „Wissenskongress“ aufziehen wollen. Doch in der Partei sei Kritik laut geworden, so dass die AfD-Bezirke als Veranstalter verschwanden.

„Stattdessen übernahm der neue Verein die Vorbereitung. Zwar führten dort nach wie vor jene Funktionäre Regie, die schon vorher im Namen der Partei  ,alternatives Wissen´ produzieren wollten. Aber fortan war das Quartett mit Ingo Schumacher und Udo Hemmelgarn, den damaligen Chefs der Bezirksverbände Köln und Ostwestfalen, sowie Nic Vogel und Sebastian Schulze, den stellvertretenden Sprechern der AfD-Bezirke Düsseldorf und Südwestfalen, quasi ohne Parteilogo unterwegs“, heißt es auf bnr.de.

Mindestens drei von ihnen seien auch diesmal dabei: der inzwischen zum Bundestagsabgeordneten gewählte Hemmelgarn, dessen Anschrift als Büroadresse des Vereins diene, Schumacher als Pressesprecher sowie Sebastian Schulze, der den Vorständen des AfD-Mittelstandsforums auf Bundes- und auf Landesebene angehöre.

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