Mit Beil auf Dutzende Pkw losgegangen: Vandale (33) war einschlägig bekannt

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Eine Spur der Verwüstung zog der Vandale hinter sich her. (Fotos: Kreispolizeibehörde Unna)
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Ähnlichkeiten in diesem Fall nicht rein zufällig.

Der betrunkene 33-Jährige, der in der Nacht zu Sonntag mit einem Beil auf Dutzende geparkte Pkw in Massen losging und eine Spur der Verwüstung hinterließ (Bericht HIER), ist ein einschlägiger Bekannter der Unnaer Polizei und schon seit längerer Zeit Schrecken seiner Nachbarschaft an der Harkortstraße.

Auch wir berichteten bereits am 18. August über ihn – unter der Überschrift  „Hochaggressiver betrunkener Unnaer zerkratzt Autos und bepöbelt Polizisten“:

Am Tag zuvor hatte der 33-Jährige, ebenso wie am Wochenende betrunken, zunächst nachmittags in der Polizeiwache an der Oberen Husemannstraße randaliert. 

„Nachdem er den diensthabenden Beamten beleidigte, wurde ihm ein Platzverweis erteilt, der mit etwas Nachdruck durch die Polizisten durchgesetzt wurde“, formulierte damals die Pressestelle der Polizei.

Gegen 18.00 Uhr beobachtete ein Zeuge, wie der Mann an der Holbeinstraße (im EK-Viertel) mit einem Messer ein Auto zerkratzte.  An der Falkstraße lieferte er sich ein Verbalgefecht mit einem Fahrradfahrer, bevor er in die Harkortstraße in Richtung seiner Wohnung marschierte. Dort nahmen ihn die benachrichtigten Polizisten in Empfang.

Hochaggressiv bedachte er die Beamten mit üblen Schimpfworten“, schilderte die Polizeipressestelle weiter.  Da man ihn zuvor mit einem Messer beobachtet hatte, wurde er am Boden liegend gefesselt, er wehrte sich und brüllte. Im Anschluss an seiner Ausnüchterung wurde er entlassen.

Folgte nunmehr Samstagnacht die krasse Aktion mit dem Beil. Inzwischen ist die Zahl der betroffenen Pkw-Halter auf über 60 angewachsen.

Am Montagmittag bestätigte uns Polizeisprecher Thomas Röwekamp, was unsere Redaktion im Verlauf des Sonntags in Erfahrung gebracht hatte:

Demnach befindet sich der 33-Jährige, laut Röwekamp ein Deutscher mit polnischen Wurzeln, seit seiner brachialen Zerstörungstour durch Massen nun zunächst in der LWL-Klinik Dortmund-Aplerbeck.

Wie lange er dort bleiben (können) wird, ist allerdings offen. Unsere Redaktion berichtete allein seit vorigem Sommer über drei vergleichbare Fälle, in denen gewalttätige Männer, obwohl sie immer wieder einschlägig auffielen und immer wieder von der Polizei mitgenommen wurden, nicht längerfristig aus dem Verkehr gezogen werden konnten.

Zwei waren Asylbewerber (aus Fröndenberg und Bergkamen), einer ein deutscher Obdachloser (er sorgte in Königsborn monatelang für Unruhe). Die Fälle sind hier nochmals separat verlinkt.

In allen genannten Fällen ergab sich das gleiche Problem: Für zwangsweise Unterbringung in einem Fachkrankenhaus wie der LWL-Klinik gelten strikte gesetzliche Bestimmungen.

So verhält es sich auch in diesem aktuellen Fall: Sofern die Ärzte in der Klinik keine so gravierenden psychischen Auffälligkeiten feststellen, dass langfristige Unterbringung  erfolgen muss, darf sich der 33-Jährige wieder selbst entlassen.

Anzeigen wegen Sachbeschädigung hat er sich natürlich eingehandelt, doch angesichts der schwindelerregenden Gesamtschadenshöhe ist es für ie betroffenen Autohalter unrealistisch, auf Entschädigung zu hoffen.

Zum Motiv für seine Zerstörungstour mit geschwungenem Beil sagte Thomas Röwekamp: „Der Mann hat sich uns gegenüber nicht zu seinen Gründen eingelassen. Ob sein defektes Auto, dass auf dem Gehweg Massener Straße/ Büddenberg entdeckt wurde ausschlaggebend war, war eine Vermutung unsererseits.“

SERVICE – Wer zahlt für den Schaden?

Wer Leidtragender ist und eine Kfz-Vollkasko abgeschlossen hat, ist auf der sicheren Seite“, informiert Bodo Temme, Bezirk DO/UN im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „Die Versicherung übernimmt die Kosten für neue Scheiben. Auch bei einigen Teilkasko-Tarifen können Glasbruchschäden durch Vandalismus mitversichert sein. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen oder ein Gespräch mit dem Versicherungskaufmann bringt Klarheit. Doch standardmäßig müssen Kunden mit Teilkasko-Policen den Schaden aus der eigenen Tasche bezahlen.“

Das Geld dafür könnten sie sich zwar von dem Täter zurückholen, allerdings nur über einen gerichtlichen Klageweg. „Fein raus sind da diejenigen, die die ganze Angelegenheit über ihre Rechtsschutzversicherung abwickeln können“, sagt Temme.

Falls Aufwendungen fürs Abschleppen anfallen, ist ein zusätzlicher Kfz-Schutzbrief nötig. Der Versicherungsvermittler hat außerdem einen Tipp an alle, die betroffen sind: Sie sollten Fotos von den Schäden machen. Bis zu einer Schadensmeldung von etwa 1000 Euro reicht den meisten Versicherungen ein Foto aus. Bei höheren Schäden kann die Versicherung zur Beurteilung einen Beauftragten schicken. Dieser ist meistens der Versicherungsvermittler selbst.

Quelle: BVK

 

 

 

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