Knöllchenhagel für Dortmunds Obdachlose – Sogar Haft droht

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Symbolbild eines Obdachlosen. (Pixabay)
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Das sorgt für heftige Diskussionen. Die Stadt Dortmund geht rigide gegen ihre Obdachlosen vor: Allein in diesem Jahr wurden bereits 265 Knöllchen an Menschen verteilt, die im Freien übernachteten. Pro Knöllchen werden 20 Euro fällig.

Das sei für einen Obdachlosen sehr viel Geld, kritisieren soziale Einrichtungen. Sie schlagen Alarm. Hingegen berufe sich das Ordnungsamt auf Beschwerden von Anwohnern, berichtet der WDR.

Laut Dortmunder Ordnungsamt wurden im Jahr 2018 bisher 464 Maßnahmen gegen Obdachlose ergriffen. 265 dieser Maßnahmen waren Verwarngelder in Höhe von je 20 Euro.

Wer nicht zahlt, bekommt ein Bußgeld. Wer auch das nicht zahlt, kann ins Gefängnis kommen: Ersatzhaft, weil der Obdachlose draußen geschlafen hat.

Das Ordnungsamt verteidigte sich gegenüber dem WDR: Wenn es konkrete Beschwerden von Anwohnern gebe, müsse man handeln. In den vergangenen Monaten betraf das besonders den Bereich rund ums Dortmunder U.

Laut Aussagen der Obdachlosen selbst verfahren andere Großstädte wie z. B. Hamm deutlich milder, dort bleibt es in der Regel bei Platzverweisen. Die Obdachlosenzeitungs-Initiative Bodo e.V. hält die Knöllchen gegen Obdachlose in Dortmund für absurd.

Die Übernachtungsstelle an der Zechenstraße in Unna-Königsborn. Ebenso wie andere Obdachlosenquartiere ist sie trist und karg ausgestattet, auf einfachstem Niveau, und ebenso wie an anderen „Hot Spots“ bekommt man hier traurige, trostlose Geschichten zu hören. (Archivbild RBU)

Der Wohnungsmarkt auch in Unna ist sehr angespannt, entsprechend gibt es kaum Wohnungen für Obdachlose, auch dann nicht, wenn sie durch ihren Hartz-IV-Anspruch auch Anspruch auf eine angemessene Wohnung haben.

Wir berichteten über die Unterkunft an der Zechenstraße in Königsborn.

Problem: Kaum Wohnungen für Obdachlose

 

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