Eishallen-Initiative attackiert FDP: „Durchschaubar, plump, anmaßend“

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Die Eissporthalle Unna am Bergenkamp. (Archivbild: Rundblick Unna)
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„Durchschaubar, plump und anmaßend!“

So fällt das harsche Urteil der Bürgerinitiative „UNNA.braucht.EIS“ über die Pressemitteilung der FDP-Fraktion zum Thema Eishalle aus. „Unverzüglich abreißen“, fordern die Liberalen als ein Teilergebnis ihrer Haushaltsberatungen, denn ein Hallenerhalt sei aufgrund horrender Kosten weder darstell- noch verantwortbar.

Dies kontert UNNA.braucht.EIS in einem Statement vom Freitagnachmittag:

„Die Pressemitteilung der FDP-Fraktion Unna überrascht. Leider nicht im positiven Sinne.

Die FDP schlägt vor, die Eissporthalle Unna mitten im laufenden Bürgerbegehren, welches den Erhalt der Halle zum Ziele hat, auf der Basis eines erneuten Ratsbeschlusses abzureißen.

Herr Schmidt hätte auch schreiben können: „Uns ist egal, was die Bürgerinnen und Bürger wollen. Wir wissen es ohnehin besser.“ Das wäre ehrlich gewesen.

Wenn doch die von der Stadt vorgelegte Machbarkeitsstudie so glaubhaft und die Faktenlage so klar ist, wie es der Vorsitzende der FDP-Fraktion hier weißzumachen versucht, wieso lässt man den Bürger nicht basisdemokratisch über den Erhalt der Halle entscheiden? Traut man ihm nicht zu, auf Basis aller präsentierten Fakten eine sachkompetente Entscheidung an der Wahlurne zu treffen?

Es ist oberlehrerhaft und anmaßend, dem Votum der Bürgerinnen und Bürger in dieser Art vorgreifen zu wollen. Gerade die FDP hat stets die Eigenverantwortlichkeit des Individuums gepredigt. Will aber das Individuum die Entscheidung in die eigene Hand nehmen, suchen unsere gewählten Vertreter augenscheinlich sofort nach Möglichkeiten, wie man dem einen Riegel vorschieben kann.

Das ist der Nährboden, auf dem Politiker(er)-Verdrossenheit gedeiht! Es ist zu hoffen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger bei der anstehenden Kommunalwahl daran erinnern, welche Einstellung die FDP-Fraktion ihnen gegenüber an den Tag legt.

Herr Schmidt versucht im Übrigen, einen Widerspruch zu konstruieren, wo genau genommen keiner besteht. Er stellt es so dar, als würden sich die beiden Vorhaben Realschule und Eishalle unversöhnlich gegenüberstehen. Diese leicht durchschaubare Strategie ist bekannt unter dem Begriff „teile und herrsche“. Hier sollen offensichtlich die Einwohner Unnas in zwei Lager mit einander scheinbar widerstrebenden Interessen aufgespalten werden.

Dadurch soll erreicht werden, dass die Teilgruppen sich gegeneinander wenden, statt sich als Gruppe vereint für beide Ziele einzusetzen.

Die Bürgerinitiative UNNA.braucht.EIS hat bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt vorgeschlagen, in unmittelbarer Nachbarschaft der Eishalle eine Schule zu errichten und dadurch Synergie-Effekte zu realisieren. Zu denken wäre beispielsweise an die gemeinsame Nutzung von Umkleiden und Sanitäranlagen, Schulsport in der Eishalle und unter Umständen sogar die Nutzung von Abwärme aus der Eishalle. Das wäre eine zukunftsweisende Lösung gewesen, die aber von Seiten der Verantwortlichen nicht weiter betrachtet worden ist.

Die Machbarkeitsstudie, auf die Herr Schmidt Bezug nimmt, ist genau das: Eine Studie. Es handelt sich um die Einschätzung eines Architekturbüros bezüglich der erwartenden Kosten von Sanierungsmaßnahmen. Niemand hat bis dato gefragt oder gar geprüft, ob das zugrunde gelegte Szenario überhaupt zutrifft, ob die aufgeführten Arbeiten allesamt erforderlich sind, ob die Studie handwerklich in Ordnung ist.

Einschätzung und Meinungen als Fakten zu verkaufen, ist ein plumper Versuch, die Meinung der Öffentlichkeit im eigenen Sinne zu manipulieren.

Fakt ist: Die Liste an Ungereimtheiten in der sog. Machbarkeitsstudie ist lang. Sehr lang. Wieso sollte die Halle für Unsummen an modernste technische Standards angepasst werden, obgleich sie Bestandsschutz genießt und über Jahre hinweg (ohne Beanstandungen durch die Stadt!) betrieben worden ist? Vielleicht hätte Herr Schmidt zunächst einmal die Studie lesen sollen, bevor er sich auf sie stützt. Und weiter: Wieso kalkuliert die Stadt die laufenden Kosten auf der Basis eines Eishallenbetriebs durch die Stadt selbst? Zwischen Bürgerinitiative und Stadt war unmissverständlich abgesprochen, dass zumindest der Betrieb der Eissporthalle nicht durch die Stadt erfolgen soll.“

 

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3 KOMMENTARE

  1. Um was geht es hier eigentlich noch. Um eine Initiative die partout die alte Halle erhalten will oder die daran interessiert ist dass auch in Unna, wo auch immer und am besten in Schulnähe, eine Eishalle existiert die allen Interessierten und Vereinen die Möglich gibt Eissport und Eislauf zu betreiben. In dem Fall hätte es doch Sinn gemacht mal bei dem Stadtoberhaupt zu dem ominösen Investor nachzuhaken. Entweder hat das Stadtoberhaupt bei der Begehung am 27.09. eine Luftblase ausgestoßen was mehr als verwerflich wäre oder er ist existent. Falls es den Investor gibt und der bereits 17 Eishallen betreibt wäre auch die Möglichkeit gewesen mal Referenzen einzuholen, Gespräche zu führen und zu prüfen ob dieser Investor überhaupt eine Alternative ist für Unna und zu den eigenen Bemühungen. In diesem Kontext halte ich allerdings die Äußerung der FDP und die Forderung nach sofortigen Abriss absolut unangemessen und daneben. Zur Aussage des Schulhausneubaus sehe ich allerdings keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Bau einer Schule die unverantwortlich in eine Einflugschneise geplant ist und dem möglichen Erhalt der Eishalle.