40.000 Euro für Provisorium am Desaster-Kreisel, das „nichts bringt“ – „Gut, schmeißen wir das Geld zum Fenster raus!“

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Dieser Zebrastreifen soll in einer Testphase einer Fußgänger- und Radlerampel weichen. (Archivbild RBU)
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„Gut, dann schmeißen wir das Geld zum Fenster raus.“

Grünen-Ratsherr Björn Merkord war stinkig. Über ein Ampelprovisorium für Fußgänger und Radfahrer an der Viktoriastraße, das nach seiner Überzeugung eh nichts bringen wird, eher das Gegenteil, noch mehr Stau an Unnas Problemkreisverkehr.  Dafür kostet es 40.000 Euro, denn es ist bereits angeschafft.

Besagtes Provisorium, eine Ampel in Höhe Netto, soll in einer Probephase den Zebrastreifen unmittelbar an der Kreiseleinfahrt ersetzen.

Entwurf des Mühlencenters. (Grafik: Investor)

Dem zwangskastrierten ehemals zweispurigen, jetzt einspurigen „Kreishaus-Kreisel“ bescheinigte auch der fraktionslose Ratsherr Christoph Tetzner, ein permanentes „Verkehrsdesaster“ zu produzieren, das durch die Mühle-Bremme-Entwicklung als Einzelhandelsstandort „Mühlen-Center“ endgültig in den Kollaps zu münden drohe.

Einzig die Westtangente könne dies verhindern bzw. hätte es verhindern können, schoss Tetzner in der Stadtentwicklungsausschusssitzung am Mittwochabend (28. 11.) gegen den Grünen Merkord – denn dessen Parteifreunde im Landtag NRW hätten ihrerseits die Umgehungsstraße für Unna erfolgreich verhindert. Insofern sei es jetzt ein wenig heuchlerisch, wenn ausgerechnet Grüne sich über das Stauchaos am Desasterkreisel echauffierten.

Grafik der geplanten Verkehrsregelung mit Entwicklung des Mühlencenters. (Quelle Investor/Stadt Unna)

Klaus Göldner von der Freien Liste Unna (FLU) warf dezent ironisch ein, dass es ja auch nicht unbedingt gesagt sei, dass all die Fußgänger und Radler im Kreiselumfeld (darunter zahlreiche Berufsschüler) fortan allesamt artig vor der roten Ampel verharrten, um anschließend bei Grün geballt über die Fahrbahn zu fluten und bei Rot wieder brav auf die nächste Grünphase zu warten.

Könnte doch sein, dass da auch welche bei Rot gehen oder radeln? „Wir haben dort ein Kapazitätsproblem“, schlussfolgerte Göldner, sein Glaube in die Wirkungskraft einer solchen Probe-Ampel schien nicht besonders ausgeprägt. Klaus Tibbe voin der antragsstellende SPD rief hingegen aus: „Lasst es uns doch einfach machen!“

Gemacht wird es, die nötige Technik ist für 40.000 Euro ja ohnehin schon angeschafft.

 

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4 KOMMENTARE

  1. Stinkig kann man eigentlich nur noch auf den Wähler sein der am Wahltag sein Kreuz bei „Inkompetenz“ macht und sich wundert das „Unvermögen“ in der Politik herrscht. Dass die Sozen, egal ob Stadt, Kreis, Land oder Bund, in der Politik noch nie verantwortungsvoll mit Steuergeldern umgegangen sind und umgehen können zeigt sich aktuell in Unna und in diesem Fall besonders an dem Einwurf von H. Timpe.  „Lasst es uns doch einfach machen!“ . Oder um es anders auszudrücken, Sch..ß egal was es kostet und bringt der Steuerzahler wird’s schon richten

  2. Dazu fällt mir mal wieder eine Aussage von John Lennon ein :
    „Unsere Gesellschaft wird von Verrückten geführt, für verrückte Ziele. Ich glaube wir werden von Wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen Ende, und ich glaube ich werde als Wahnsinniger eingesperrt, weil ich das sage. Das ist das wahnsinnige daran“

  3. […] Von Redaktion – 22. Januar 2019 0 1 Teilen auf Facebook Tweet auf Twitter Der Zebrastreifen an Unnas Problemkreisel ist abgesperrt. Hier geht´s (legal) nicht mehr über die Viktoriastraße. (Foto Privat) „Herr…. lass Hirn regnen!“ – „Nich wahr, oder?“ – Doch. Unna hat jetzt einen beampelten Kreisverkehr. Konkret ist es eine Fußgänger- und Radler-Ampel  an der Viktoriastraße vor dem Netto-Markt. Diese soll, wie berichtet,  während einer Testphase den Zebrastreifen direkt vor der Kreiseleinfahrt ersetzen. Dieser ist seit … […]