Asylpolitisches Forum in Schwerte – Kirche kritisiert Land: „Isolierung von Flüchtlingen verschärft Fremdenfeindlichkeit“

7
294
Junger Asylbewerber. (Fotoquelle: Pixabay)
Facebookrss

„Eine Isolierung von Schutzsuchenden und Asylbewerbern von der Zivilgesellschaft schadet nicht nur den Menschen, sondern verschärft auch die Tendenz zur Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft.“

Deutliche Kritik übt die Ev. Kirche von Westfalen (EKvW) am Umgang des Landes NRW mit Asylbewerbern. Beim ersten Asylpolitischen Forum der EKvW am vorigen Wochenende in Schwerte-Villigst kamen die Zentralen Unterbringungseinrichungen (ZUE) nicht gut weg. Sie dürften nicht zu „Ausreise- und Rückführungszentren“ umorganisiert werden, kritisierte Kirchenrat Dr. Jan-Dirk Döhling.

In der Zusammenfassung der Veranstaltung heißt es auf der Website der Ev. Kirche von Westfalen:

Wo Menschen ohne Perspektive ausharren und ihre soziale und berufliche Entwicklung nicht mitgestalten können, machten sich Verzweiflung, Langeweile, Unsicherheit, Wut und Gewalt breit. „Wo Menschen von der Gesellschaft abgegrenzt und daran gehindert werden, sich als Teil derselben zu erleben, bleiben sie dieser Gesellschaft fremd und die Gesellschaft ihnen“, sagte Döhling.

Statt dessen sollten Schutzsuchende so früh wie möglich dezentral in den Kommunen untergebracht werden. Von Anfang an solle die Integration beginnen.

Symbolbild – Pixabay

Nach dem sogenannten Asylstufenplan des Landes NRW können alle Geflüchteten bis zu 6 Monaten in einer ZUE festgehalten werden; Asylbewerber, deren Antrag im Schnellverfahren des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgelehnt wurde, sogar bis zu zwei Jahre.

Döhling: „Auch abgelehnte Asylbewerber sind keine Kriminellen.“

Durch die enge Verknüpfung der Landesunterkünfte mit Ausreise, Rückkehr und Abschiebung sei das individuelle Recht auf Asyl gefährdet. Integration sei „eine riesig gesellschaftliche Aufgabe, die alle zivilgesellschaftliche, politische und administrative Energie braucht“. Die evangelische Kirche sei jederzeit bereit, hier Verantwortung zu übernehmen.

Staatssekretär Andreas Bothe (NRW-Integrationsministerium) verteidigte das Ziel des Landes, den Kommunen nur noch anerkannte Flüchtlinge zuzuweisen, um sie zu entlasten. Die Asylverfahren müssten kürzer werden.

Aber wer sich nicht integrieren wolle, müsse „zügig zurückgeführt werden“. Das würde die Rechtsstellung derjenigen stärken, die auch ohne Bleiberecht Integrationsleistungen erbracht haben. „Unser Ziel ist, gut integrierten Ausländern eine Bleibeperspektive zu eröffnen.“

Auch die internationale Seenotrettung will die Kirche nach Kräften unterstützen. (Symbolbild – Pixabay)

Abschließend riefen die Teilnehmenden des Forums in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, das Grundrecht auf Asyl zu stärken und „die Abschottungspolitik aufzugeben“. Sie forderten ein europäisches Asylsystem, höchstens 6 Wochen Aufenthalt in Landesunterkünften, uneingeschränkten Familiennachzug, keine Abschiebungen in Länder wie Afghanistan, wo Gefahr für Leib und Leben droht, und den Ausbau der staatlichen Seenotrettung.

Zum Asylpolitischen Forum kamen 150 Haupt- und Ehrenamtliche, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. Das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen lud gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat NRW, PROASYL, Amnesty International, der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche ein.

 

Facebookrss

7 KOMMENTARE

  1. Scheint ja eine besondere Spezies sein, die Asylanten in Deutschland. Vielleicht werden sie auch deshalb von unseren Politikern als „Goldstücke“ bezeichnet. So viel Theater und Buhei wie um die meist illegalen Einwanderer ohne Papiere in Deutschland wird sonst nirgends in Europa gemacht. Eine Reise durch die einzelnen europäischen Staaten erspare ich mir. Nehme nur mal 2 als Beispiel: Dänemark, ein einst sehr liberales und offenes Land, regiert seit Jahrzehnten von Sozialdemokraten. Die zuständige, sozialdemokratische Integrationsministerin hat 93 Verschärfungen des Asylrechts durchgebracht. Angefangen von der Halbierung des Asylgeldes im Verhältnis zum Sozialgeld bis hin zum Verbot von Burka und Niqab. Familiennachzug, uneingeschränkt vom EkvW gefordert, wurde strikt ausgesetzt und ist nicht möglich. Familiennachzug kann stattfinden, aber in den Heimatländern. Alle Gesetze haben nur ein Ziel, die Einreise und das Asylverfahren so unattraktiv zu machen wie es eben nur geht mit dem Hintergrund dass wirklich Hilfsbedürftige eine Möglichkeit des Asyls erhalten und die anderen Einwanderer in die Sozialsysteme fern zu halten. Die Niederlande: Abgesehen vom Umgang mit den Asylanten, die landesweit in Auffangzentren untergebracht werden, dort mit bis zu 2 tausend anderer auf ihr Asylverfahren warten (regt sich niemand darüber auf) und bei Ablehnung 4 Wochen Zeit haben das Land zu verlassen. Ehemals traditionell ein Einwandererland und gerühmt für den liberalen Umgang mit den Einwanderern steht mittlerweile auch vor dem Scherbenhaufen der Politik. Multikulturell, wie seit Jahrzehnten praktiziert, hat zur Isolation der einzelnen Ethnien unter sich, keine Sprachkenntnisse und hohe Arbeitslosigkeit geführt. Integration ist gescheitert. Genauso wie in Deutschland. Diesbezüglich empfehle ich doch mal den Herrschaften durchs Ruhrgebiet zu fahren. Vorzugsweise durch die nördlichen Stadtteile, angefangen in Hamm über Bergkamen, Lünen, Do, Re. Besonders empfehlenswert Essen Katernberg. Türken in der 3ten oder auch in der 4ten Generation die nicht der Deutschen Sprache mächtig sind. Diese Leute hatten die gleichen Voraussetzungen wie die Türken die ebenfalls dort geboren wurden, aufgewachsen und mittlerweile bestens integriert, erfolgreich und akzeptiert sind. Wer also Integration will wird sie auch erreichen, aus einem sogenannten „Auffanglager“ ebenso wie aus einer Wohnung in eine Wohngebiet. Insofern ist es nur noch zu verantworten dass ausschließlich anerkannte Asylbewerber überhaupt eine Zuweisung in andere, sowieso fehlende Wohnungen, bekommen. Ansonsten ist eine ZUE die einzige Alternative.

    • Sie haben völlig Recht, die unkontrollierte Migrationspolitik, die bestimmte Kreise hier in Deutschland zu verantworten haben, HILFT FAST NIEMANDEN UND SCHADET ALLEN! Also auch und gerade den Migranten, meist junge Männer. Diese werden hierher gelockt, und hier erkennen Sie dann, dass sich ihre Träume keineswegs erfüllen! Kein Job, keine Familie, keine Frau, manche geraten dann auf die schiefe Bahn. Und am Ende sind alle Verlierer, die Migranten, die Einheimischen, oder gibt es doch auch Gewinner?
      Ja! Rotgrünschwarze Politiker, und deren gutverdienende Sympathisanten, Kirchenfürsten, kirchliche Hilfsorganisationen und NGOs, Gewerkschaften, Rechtsanwälte, Sozialarbeiter und Psychologen, viele Lehrer und die MEDIEN! Das sind die Profiteure! Die verdienen an Migranten! Und genau die sitzen an den Schalthebeln der Macht bzw. sind Multiplikatoren, und sorgen dafür, dass dieser eklatante Machtmissbrauch mit katastrophalen Folgen für die meisten Einheimischen von eben diesen nicht bemerkt wird, und die entsprechenden Parteien wiedergewählt werden. Und wer es bemerkt und thematisiert wird ausgegrenzt oder in die rechte Ecke gedrückt! Es werden regelrechte Denkverbote installiert.
      Daher wird die Vernunft den Migrationswahnsinn in Deutschland nicht so schnell beenden, am Ende werden Mittel- und Geringverdiener die Millionen von Migranten, die dauerhaft in die Sozialsysteme fallen, bezahlen müssen. Und diese Geringverdiener sitzen eben nicht an den Schalthebeln der Macht! Die Folge: Millionen Einheimische werden verarmen!
      Was wir bräuchten: Massenmedien, die kritisch über Migration berichten. Übrigens ist unkontrollierte Migration nichts anderes als Missbrauch von Asyl auf Kosten tatsächlich Verfolgter. Die Migration muss sofort komplett gestoppt werden. Nur nachweislich Verfolgte dürfen Asyl bekommen. Alle anderen, und wenn es Millionen sind, müssen abgeschoben werden.

  2. Übrigens prüft das Bundesverfassungsgericht gerade, ob das Verbot von Kinderehen gegen das GG verstösst! Ernsthaft! Das Bundesverfassungsgericht prüft nicht etwa, ob Kinderehen gegen das GG verstossen. Nein, nein, umgekehrt! Gibt es eigentlich auch nur einen vernünftigen Grund, warum Kinderehen in diesem Land erlaubt sein sollten?!
    Wie lange wird es eigentlich noch dauern, bis Ehrenmorde an jungen Frauen straffrei bleiben? Wie lange wird es noch dauern, bis FGM offiziell erlaubt wird? Wann endlich werden selbst die grausamsten Menschenrechtsverletzungen, die in vielen islamischen Ländern üblich sind, auch hier legalisiert?!
    Damit die Migranten (NICHT Flüchtlinge) sich hier wie zuhause fühlen können? Nicht wahr, Herr Kirchenrat?