Böllerwurf in Thier Galerie war offenbar misslungener Youtube-Streich – Mindestens 30 Verletzte

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Symbolbild, Youtube. (Pixabay)
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Das Zünden mindestens eines Feuerwerkskörpers am Samstag, 15.12.2018, im Untergeschoss der Dortmunder Thier Galerie hat mindestens 30 Verletzte gefordert. Wie berichtet, waren nach dem lauten Knall Hunderte Menschen in Panik aus dem Gebäude geflohen, da offen war, ob es sich um einen Schuss/Terrorangriff handelte:  Es war – so kristallisiert sich inzwischen heraus – ein gründlichst misslungener „Streich“ eines bekannten Youtube-Influencers.

Der 17-Jährige aus Wolfsburg hatte Dortmunder Jugendliche offenbar zu dem Zünden des Böllers/der Böller angestiftet.

Die Dortmunder Polizei ermittelt damit nun gezielt gegen fünf jugendliche Tatverdächtige wegen gefährlicher Körperverletzung.

„Nach heutigem Stand gehen wir von mindestens 30 Verletzten aus. Glücklicherweise sind weiterhin ,nur´ leichte Verletzungen zu beklagen“, schilderte Polizeisprecher Oliver Peiler am frühen Montagmittag den Sachstand. „Viele Personen erlitten einen Schock oder stürzten beim Verlassen des Gebäudes, schwer verletzte sich nach bisherigem Kenntnisstand jedoch niemand.“

Unter den völlig schockierten Besucherinnen des Einkaufszentrums war auch eine 36-jährige Königsbornerin, die ihre Panik im Anschluss bedrückend schilderte (Bericht HIER).

Wie schon berichtet, wurden vier männliche Jugendliche (zwei 14-Jährige, zwei 15-Jährige) kurz nach der Tat festgenommen.

Die polizeilichen Ermittlungen richten sich mittlerweile aber auch gegen einen 17 Jahre alten Wolfsburger: Dieser betreibt auf der Internetseite „Youtube“ einen eigenen Kanal und veröffentlicht dort sog. „Prank“ (englisch=Streich)-Videos.

Offensichtlich sollte es sich auch bei dem Vorfall in der Thier-Galerie um einen solchen Streich handeln, der jedoch gründlich daneben ging:

Mit einer kleineren Bargeldsumme, so der jetzige Ermittlungsstand, soll der 17-Jährige (nach Information unserer Redaktion ein Deutscher) die vier Dortmunder Jugendlichen (nach selbiger Information Nordafrikaner) zum Zünden des oder der Böller angestiftet haben. Das Ganze wurde dann mitgefilmt und sollte später auf dem Youtube-Kanal des Wolfsburgers veröffentlicht werden.

„Dümmer und fehlgeleiteter kann ein Streich wohl kaum sein: Fünf Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung, ggf. zivilrechtliche Ansprüche der Betroffenen und mindestens 30 Verletzte. Man kann nur hoffen, dass die Beteiligten daraus lernen…“, schließt der Polizeisprecher.

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