Nach Vergewaltigung Diskussion darüber, was „eine 15-Jährige um diese Uhrzeit auf der Straße macht“

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Symbolfoto Gewalt / Quelle Orginalbild: Pixabay.com
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„Wieso ist ein so junges Mädchen so spät allein auf der Straße unterwegs?“ Diese Frage wurde heftig auf unserer und auf anderen Facebookseiten diskutiert, nachdem die Dortmunder Polizei einen schlimmen Übergriff auf eine Jugendliche bekanntgab: Im  Kreuzviertel wurde am späten Dienstagabend eine 15-Jährige vergewaltigt.

Die Auffassung (auch) unserer Redaktion, dass die Diskussion über ein so schlimmes Verbrechen auf diese Weise in eine bedenkliche – und falsche – Richtung läuft, teilt der Dortmunder Polizeisprecher Sven Schönberg.

Ihn fragten wir am heutigen Donnerstag (20.12.) nach seiner Einschätzung zu solchen Kommentaren, die auf unserer Facebookseite bis zum Vorwurf gipfelte: „Die Eltern haben versagt!“ Wir fragten auch direkt danach, wieso dieses junge Mädchen um kurz vor Mitternacht augenscheinlich allein im Kreuzviertel unterwegs war.

Die Antwort des Polizeisprechers: Die 15-Jährige war nur ganz kurz „allein“.

„Das Mädchen war mit Freunden unterwegs“, betont Sven Schönberg. „Sie hatte sich nur kurz abgesetzt.“ Das genügte schon, damit der Angreifer sie sich hinterrücks packen und sich an ihr vergehen konnte.

Schönberg verfolgt die fokussierte Diskussionen auf die Uhrzeit (auch auf der eigenen Facebookseite der Polizei Dortmund) mit Befremden,  so sagt er.

„Wir müssen uns hier mal klarmachen, um was es hier geht. Hier wurde ein schlimmes Verbrechen an einem sehr jungen Mädchen begangen. Wenn jetzt diese Vorwürfe an die Familie kommen, wenn dem Mädchen selbst bzw. den Eltern implizit die Schuld an diesem Verbrechen gegeben wird, ist das schon sehr bedenklich.“

Die 15-Jährige stamme mitnichten aus einem verwahrlosten Elternhaus, mit Eltern, die sich nicht kümmerten: „Die Familie macht einen ganz vernünftigen und sehr ordentlichen Eindruck und beteiligt sich aktiv an der Mithilfe zur Aufklärung dieses Verbrechens“, betont der Dortmunder Polizeisprecher.

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