Null Resonanz und Sorge vor Brandmarkung: Gegner der Flüchtlingsunterkunft an Kamener Straße geben auf

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Die Flüchtlingsunterkunft an der Kamener Straße 120 soll laut Ratsbeschluss vom 31. Oktober 2018 abgerissen werden und einem Neubau mit 13 Kleinwohnungen für rund 3 Mio. Euro Baukosten weichen. (Archivbild: Rundblick Unna)
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Das Bürgerbegehren gegen die städtische Unterkunft an der Kamener Straße ist beendet.

Noch vor Weihnachten werfen die Gegner des 3-Millionen-Projekts an der nördlichen Stadtperipherie das Handtuch. Der Grund: Praktisch null Resonanz aus der Bevölkerung. Sowie: Sorge vor Brandmarkung als Asylgegner.

Denn die Kostenschätzung der Stadt, die gestern bei Initiator Freddy Vogt einging, „es so aussehen, als ginge es gegen Flüchtlinge“, stellt der Königsborner ernüchtert fest.

Am Sonntagmittag verkündete er daher das Aus für das angezeigte Bürgerbegehren. „Nach reiflicher Überlegung haben wir uns dazu entschieden, das Projekt fallen zu lassen.“

Am Freitag vor einer Woche hatten er und Mitinitiatorin Rosemarie Kluth  interessierte Unterstützer ins Lokal „Der Spiegel“ in Königsborn geladen. Schon die Resonanz auf diese Einladung auf diesen ersten Austausch war mit einem knappen Dutzend Besuchern überschaubar zu nennen.

Mögliche Unterstützer des Bürgerbegehrens beim ersten Austausch am Abend des 14. 12. 18 in der Gaststätte „Spiegel“. (Foto: Rundblick)

„Trotz der ganzen Presseberichte beim Rundblick, Hellweger, Lokalkompass usw. kam anschließend keine einzige Meldung von möglichen weiteren Unterstützern mehr. Und das sagt alles“, zieht Vogt Bilanz. „Darum kapitulieren wir.“

Die Initiatoren möchten aber insbesondere auch vermeiden, dass die Neubaugegner als Flüchtlingsgegner gebrandmarkt werden.

So war schon beim Informationsabend im „Spiegel“ Sorge laut geworden, durch dieses Begehren – das sich ja nun faktisch gegen ein Gebäude richtet, das zunächst für Asylbewerber gedacht ist – „in die rechte Ecke gestellt zu werden“ (HIER unser Bericht).

„Auch um das zu vermeiden, geben wir auf“, macht Freddy Vogt deutlich.

Denn die von ihm telefonisch erbetene Kostenschätzung der Stadt nennt explizit die Verpflichtung zur Flüchtlingsunterbringung als Grund für den mit 3 Mio. Euro angesetzten Neubau neben Königsborns Sportplatz.

Auszug aus dem Schreiben der Stadt. (Quelle: Privat)

Und diese Begründung, heißt es im gestern eingetroffenen Schreiben der Stadt an Freddy Vogt, müsse im Wortlaut auf den Unterschriften gegen den Neubau abgedruckt werden.

Damit, schließt Vogt – „schade. Aber wir erachten es als sinnlos, weiterzumachen.“

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1 KOMMENTAR

  1. Schade auch aber nicht anders zu erwarten. Leider gibt es (noch) nicht solche Bewegungen der Gelbwesten die gegen politisch unsinnige Entscheidungen protestieren. Das mag zwar hier noch in dem ein oder anderen Fall möglich sein aber wenn es um angebliche Minderheiten geht (die allerdings das tägliche Verhalten mittlerweile bestimmen und unsere Werte in Frage stellen) wird jeglicher Protest, der gegen eine unsinnige Entscheidung einer Investition von mehr als 3 Millionen bei einer desolaten Haushaltslage, in Schubladen gestellt. Dabei führt die Argumention des Stadtrates für diese Investition, eine Unterkunft in einem Industriegebiet, an der Ortsgrenze zu bauen um Integration zu fördern ad ab absurdum. Aber auch hier muss man positive Aspekte sehen. So werden keine Anwohner, wie in Hohenheide, um ihre Nachtruhe gebracht wenn es mal wieder hoch her geht und speziell in der Fastenzeit die Nacht zum Tag gemacht wird. Aber vielleicht wird der ein oder andere Bürger sich an diese Politik am Wahltag erinnern. Allerdings habe ich da erhebliche Zweifel, leider.