Nach Tafel-Stopp: Mitarbeiter in Massen geben am 7. 1. Restbestände aus – „Suchen verzweifelt nach Lösung“

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Gespendete Backwaren in der Tafel-Zentrale Königsborn. (Archivbild: Rundblick)
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Knall auf Fall kam kurz vor Weihnachten die Hiobsbotschaft: Vier Ausgabestellen der Tafel Unna schließen kurzfristig für mindestens drei Monate.

Neben Fröndenberg, Holzwickede und Bönen ist auch die Lebensmittelausgabe der Friedenskirche in Massen betroffen. Die Mitarbeiter dort suchen verzweifelt nach einer Lösung.

Zunächst werden sie am übernächsten Montag,  7. Januar,  Restbestände an Bedürftige verteilen. „Diese Restbestände waren aus Lebensmittelspenden des letzten Jahres aufgelaufen“, informierten uns die Ehrenamtlichen am heutigen Samstagmorgen.

Wie auf Rundblick berichtet und vom Tafel-Verein anschließend auch als Presseerklärung auf seiner Homepage veröffentlicht, kann die Unnaer Tafel derzeit ihre Arbeit nicht im bisherigen Umfang aufrecht erhalten.

Ihr brechen mehrere Dutzend Mitarbeitende weg, die bisher über das Programm „Soziale Teilhabe“ bezahlt wurden. Schweren Herzens entschloss sich der Vorstand deshalb dazu, die vier kleinsten Ausgabestellen vorerst zu schließen; möglicherweise werde sich bis Ende März 2019 ein neuer Sachstand ergeben.

Bis dahin aber sind die Tafelkunden der vier betroffenen Ausgabestellen auf sich allein gestellt. HIER unser Bericht.  

„Die ehrenamtlichen Mitarbeiter dieser Ausgabestellen finden das sehr schade“, heißt es in der Presseerklärung der Helfer/innen aus Massen. Man suche „verzweifelt nach Möglichkeiten, an den jeweiligen Standorten Ersatz zu schaffen“.

Doch auch schon die bisherigen Strukturen waren „spitz auf Knopf“ genäht, erinnern die Helfer:

„Die Zentrale der Unnaer Tafel machte die Logistik mit den Fahrten der Spender und den Fahrten zu den Ausgabestellen; die Ausgabestellen vor Ort ihrerseits übernahmen die Verteilung direkt an die Kunden.

„Bei den Ausgabestellen war und ist es immer schwierig, Menschen zu finden, die ehrenamtlich über einen längeren Zeitraum zur Mithilfe bereit sind. Auch noch die Logistik stemmen zu wollen, wäre sowieso nicht möglich. So viele Ehrenamtliche gibt es leider nicht!

Die „Ehrenamtlichen“ der Lebensmittelausgabe in Massen werden deshalb – einmalig – am 7. Januar 2019 in der Zeit von 12.00 – 13.00 Uhr die Restbestände an die Bedürftigen verteilen, die bisher zur Tafelausgabe in Massen gekommen waren.

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6 KOMMENTARE

  1. Schade, wenn eine so sinnvolle Sache wie die Tafel stirbt. Vor dem „Wie geht es weiter?“ sollte man sich zunächst fragen „Warum geht es nicht mehr weiter?“ Warum sind wohl so viele Ehrenamtliche abgesprungen?
    Könnte es möglicherweise am hohen Migrantenanteil und am mangelnden Respekt vor den weiblichen Mitarbeitern liegen?
    https://www.rundblick-unna.de/2018/03/01/die-naechste-tafel-nimmt-nur-noch-eingeschraenkt-neue-kunden-auf/

  2. Wenn zu den Kunden der Tafel Unna so viel Migranten gehören, liegt die Lösung des Problems doch nahe. Nämlich Migranten übernehmen ehrenamtlich ein Teil der Arbeit, am besten anerkannte Asylbewerber. Ich stelle mir vor, dass hinter der Ausgabe auch ein unqualifizierte Mitarbeiter mit Migrationshintergrund, der entsprechend eingewiesen wurde, wunderbar helfen könnte.
    Oder, warum ist die Chefin der Tafel Unna nicht demnächst eine Frau mit Migrationshintergrund? Ich denke da an eine so mutige Frau wie die Anwältin Seyran Ates, die in Berlin eine liberale Moschee gegründet hat, wo Frauen und Männer gleichberechtigt nebeneinander beten können. So eine Persönlichkeit gibt es Unna doch sicherlich auch. Frau Ates kommt leider nicht in Frage, da Morddrohungen und ein Leben unter Polizeischutz ihre Freiheit seit der Eröffnung der liberalen Moschee leider sehr einschränken.

    • Auch für dich noch einmal zur Kenntnis, Delphi. Das Problem ist hier WEDER ein (zu) hoher Migrantenanteil bei den Kunden, noch ist das Problem ein Mangel an Ehrenamtlichen für einfache Arbeiten. SONDERN: Das Problem ist das Auslaufen des bisherigen Förderprogramms für bezahlte (!!) Kräfte. Im Übrigen leisten an allen vier Ausgabestellen keineswegs nur Deutsche ehrenamtliche Tätigkeiten! Wenn dieses Thema weiterhin für pauschale Migrantenhetze missbraucht ist, werden wir die entsprechenden Kommentare nicht mehr zulassen. Besten Gruß.