Extra-Trasse für Strom aus Windkraft fertig – Stadtwerke Fröndenberg setzen Netzausbau 2019 in der City fort

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Windräder am Henrichsknübel in Fröndenberg zwischen Hohenheide und den Palzdörfern. (Foto: Rundblick)
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Die Stadtwerke Fröndenberg setzen die Modernisierung ihres Stromnetzes fort. Neue  Mittelspannungskabel wurden vor Weihnachten unterhalb der Ruhr verlegt. Die Baumaßnahmen fanden im Hindenburghain statt. Und vom Jägertal hoch nach Bausenhagen erstreckt sich nach monatelangem Bau eine neue Trasse extra für Strom aus Windkraft.

Nachdem bereits die Stromtrasse in Richtung Ostbüren aufwändig modernisiert worden war, folgte nun der Startschuss für den Netzausbau in Richtung Frömern. Dieser sei für die Versorgungssicherheit und verlässliche Spannungsqualität nötig, zugleich ist man so auf  Erweiterungen im Industriegebiet Westick vorbereitet.

Die Ruhr von der Ruhrbrücke auf der Stadtgrenze zu Menden aus gesehen. (Foto: Rundblick)

Für die Verlegung der neuen Stromleitungen musste an einer Stelle die Ruhr gequert werden. Dies geschah im Hindenburghain, wo der Fluss ca. 37 Meter breit ist. Ein fast 15 Tonnen schwerer Spezialbohrer wurde in Position gebracht. „Mittels Bohrspülverfahren können Rohrleitungen unterirdisch verlegt werden, ohne dazu einen Graben ausheben zu müssen. Der Eingriff in die Natur wird also auf ein Minimum reduziert“, erklären die Stadtwerke.

Auf einer Länge von 150 Metern wurden Leerrohre mit einem Durchmesser von bis zu 180 mm verlegt, sodann ein 30kV- sowie zwei 10kV-Stromkabel in die Rohre eingezogen. Diese wurden final mit dem Möllerkraftwerk in Schwitten verbunden.

Windrad zwischen Ostbüren und Bausenhagen. (Foto Rundblick)

Zwei Millionen-Euro verbuddelt:
Neue Trasse für Strom aus Windkraft- Anlagen

Planmäßig abschließen konnten Fröndenbergs Stadtwerke im Frühherbst ihr Stromtrassenprojekt, mit dem das lokale Stromnetz entlastet wurde. Insgesamt 2 Mio. Euro wurden für die 6,8 km-Trasse investiert, die von der Straße „Jägertal“ bis „Zur Mark“ führt. Mit Hilfe dieser Stromtrasse kann künftig der Strom abtransportiert werden, der vor allem im ländlichen Bereich von Windkraftanlagen erzeugt wird.

„Den Wenigsten ist bewusst, wie komplex und empfindlich Stromnetze tatsächlich sind“, sagt Volker Kretschmer, Technischer Leiter der Stadtwerke Fröndenberg. „Ursprünglich waren ja lokale Stromverteilnetze darauf ausgerichtet, den Strom in eine Richtung zu verteilen: nämlich von einem zentralen Erzeuger zu vielen dezentralen Energieverbrauchern.“

Seit der Energiewende habe sich das Bild aber geändert: Immer mehr PV- und Windkraftanlagen erzeugen inzwischen Strom, der ins öffentliche Stromnetz einspeiset wird. Das bringe große Bereiche des Fröndenberger Netzes an ihre Aufnahmegrenzen – vor allem im ländlichen Bereich, wo das Netz nicht so stark ausgebaut ist.

 Daher ist ein ähnliches Bauprojekt für 2019 in der Innenstadt geplant.

Für ihre Stromtrasse haben die Stadtwerke  45 km 10kV- und 30kV-Mittelspannungskabel verlegt, 1,7 km Steuerleitungen, 14 km  Leerrohre plus 1000 Meter Wasserleitungen. Die Leitungen verlaufen vor allem an Feldrändern entlang.

Die Trasse wurde vom Jägertal nach Bausenhagen geführt – via Westicker Heide, Am Steinbruch, Karrenweg, Henrichsknübel, Querung Bausenhagener Straße, Kirchweg, Sportplatz Bausenhagen, Priorsheide, Palzstraße bis hin Zur Mark in Ostbüren.

Die Ertüchtigung des Fröndenberger Stromnetzes bedeutet jedoch nicht, dass Investoren ihre PV-Anlagen, Windräder oder Blockheizkraftwerke bei den Stadtwerken nicht mehr frühzeitig anmelden müssten. „Vereinzelt haben wir Bürger, die erst die Anlage planen und bauen, bevor sie zu uns kommen“, berichtet Volker Kretschmer. „Wir müssen jedes Projekt einzeln prüfen“, erklärt Kretschmer. „Darum gilt: Zuerst mit uns reden und erst dann die Technik einkaufen.“

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