Hündin von Brücke in Ruhr geworfen: Woge des Entsetzens und Ruf nach schärferen Strafen für Tierquäler

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Der Kopf der toten Hündin. Das Foto entstammt dem Presseportal der Polizei Essen. Es soll helfen, den Halter des Hundes zu ermitteln.
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Ein Mann wirft ein lebendiges Tier von einer Brücke hinunter in einen eiskalten Fluss – es kommt elendiglich um. Die unfassbar grausame Entsorgung einer älteren, kranken Hündin im eisigen Wasser der Ruhr am Abend des 29.12. im Mülheim sorgt für überregionales Entsetzen und einen Schrei nach schärferen Strafen für Tierquäler.

Wir von der Rundblick-Redaktion entschlossen uns am Sonntag dazu, den furchtbaren Vorfall – obwohl er sich weiter weg im westlichen Ruhrgebiet ereignet hat – zumindest als Post auf unserer Facebookseite ebenfalls aufzugreifen, um uns bei der Suche nach dem noch nicht ermittelten Täter zu beteiligen.

Mit einer so überbordenden Reaktion unserer Leser, wie sie dann folgte (und weiter anhält), hatten wir allerdings nicht gerechnet, da der Fall schon einige Tage zurückliegt und bereits bundesweit wie auch international (von einer britischen Zeitung) aufgegriffen wurde.

Am heutigen Morgen meldete sich die „Tierhilfe Mertens“ bei unserer Redaktion und informierte uns darüber, dass Tierfreunde am Wochenende die Schlossbrücke mit Kerzen und Blumen geschmückt haben, als Gedenken an die wehrlose Kreatur und als Mahnung, solche grausame Tierquälerei schärfer zu ahnden.

Tierquälerei gilt im deutschen Recht als Straftat – schuldig macht sich, wer ein Wirbeltier grundlos tötet oder/und ihm erhebliches Leiden oder Schmerz zufügt. § 17 des Tierschutzgesetzes sieht neben Geld- auch Freiheitsstrafen bis zu 3 Jahren vor.

Jedoch werden versuchte oder fahrlässige Tierquälerei sowie Tiermisshandlung bisher noch als Ordnungswidrigkeiten eingestuft – mit Bußgeldern (theoretisch bis zu 25.000 €). Die Tat kann zudem als Sachbeschädigung eingestuft werden, falls es sich um ein fremdes Tier handelt (§ 303 Strafgesetzbuch). In der Praxis sind Gefängnisstrafen für Tierquäler so gut wie nicht existent. (Quelle und weiterführende Informationen HIER)

Den noch unbekannten Tierquäler – ca. 40 Jahre alt, 1,85 m, schlank, rote Jacke, orange Hundeleine dabei – hatten Zeugen dabei beobachtet, wie er die Hündin am Abend des 29. Dezembers von der Schlossbrücke in Mülheim ins eiskalte Wasser hinunterwarf. Das Tier versuchte sich laut Zeugen noch schwimmend zu retten, konnte von der Feuerwehr aber nur noch tot geborgen werden.

Die Essener Polizei tat im Anschluss etwas Ungewöhnliches: Da sie unbedingt den Halter des Tieres finden möchte, veröffentlichte sie Fotos der toten Hündin. Es sind tieftraurige Bilder, von denen eines den Kopf des Tieres zeigt und das andere den geschundenen Körper.

Der Körper des Tieres weist auf Verletzungen und Fellverlust hin. (Foto aus dem Polizeportal Essen)

Die hellbraune Hündin war nach Schätzungen mindestens 10 Jahre alt, offenbar verwahrlost und auch krank. Dass hier offenbar ein Hundehalter sein krankes, altes Tier einfach eiskalt „entsorgt“ hat, rief auch bei unserer Facebook-Community maßloses Entsetzen und grenzenlose Wut hervor – die am heutigen Montag weiterhin anhält.

Die hier veröffentlichten Fotos der toten Hündin stammen aus dem Presseportal der für Mülheim zuständigen Polizei Essen.

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