Ein Brief vom Erzbischof: Kirche thematisiert sexuellen Missbrauch

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Symbolbild /Quelle Pixabay)
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„Wieso schreibt mir denn der Erzbischof?“

Einigermaßen überrascht reagierten viele Katholiken auch im Kreis Unna auf ein Schreiben aus Paderborn, das sie zum Jahresbeginn in ihren Postkästen fanden.

In dem Brief, der den katholischen Christen unabhängig von einem kirchlichen Engagement oder Ehrenamt zugestellt wurde, geht Erzbischof Hans-Josef Becker auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche ein. Durch „Vertuschung und Verdrängung“ habe die Kirche in dieser Hinsicht „jahrzehntelang schwere Schuld auf sich geladen“.

Becker beruft sich dabei auf die „MHG-Studie: Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch die Kleriker“, die die deutschen Bischöfe vor einigen Jahren in Auftrag gaben. Die Ergebnisse wurden 2018 veröffentlicht. „Sie sind für uns erschreckend und beschämend“, gesteht der Erzbischof ein. „Nichts davon ist zu relativieren.“

Becker kündigt konsequente Änderungen an.

Die konkreten Handlungsschritte, die die Studie empfehle, würden umgesetzt und fortgeführt, zugleich werde die Kirche künftig transparent die Öffentlichkeit informieren. „Das Bewusstsein um menschliche Schwächen und menschliches Versagen sowie die Aufarbeitung werden für uns weiter handlungsleitend sein.“

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