Nach eskaliertem Streit mit Mutterkonzern: Wiese bei ALUnna abberufen

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Das Aluminiumwerk Unna am Uelzener Weg. (Archivbild RBU)
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18 Jahre lang galt Thomas Wiese als DER starke Mann des Aluwerks Unna. Gestern haben die Aktionäre ihrem langjährigen Vorstandsvorsitzenden erwartungsgemäß das Vertrauen entzogen.

Wie berichtet, war dazu eine außerordentliche Versammlung einberufen worden, da die Mehrheitseigentümer aus China – die Zhongwang-Gruppe – Wiese nicht zutrauen, das Aluwerk wieder in die Gewinnzone zu führen.

Vor wenigen Wochen war der Streit eskaliert, als über 100 Zeitarbeiter plötzlich in der Produktion fehlten: Wie sich kurz danach herausstellte, hatte die Zeitarbeitsfirma selbst (die der Familie Wiese gehört) das Personal abgezogen und damit akute Produktionsengpässe verursacht.

Wie der WDR berichtet, sollen die betroffenen Leiharbeiter inzwischen regulär im Werk angestellt sein.

Thomas Wiese absolvierte bereits seine Lehre im Aluwerk und rettete den Betrieb im Jahr 2000 vor der Pleite, indem er sie samt Mitarbeitern übernahm.  Im September 2017 war ALUnna an die chinesische Gruppe verkauft worden. „Nur wenige wussten, dass ein Drittel der Belegschaft über eine Leiharbeitsfirma beschäftigt war, die der Familie Wiese gehörte“, heißt es in dem Rückblick des WDR.

Umfangreiche Investitionen waren bei der Übernahme durch die Chinesen angekündigt worden, zur Rede standen 400 neue Arbeitsplätze. Doch der Mutterkonzern stellte dafür kein Geld bereit. Aktuell sind die Erträge deutlich rückläufig. Verantwortlich dafür machte der Konzern offenbar vor allem Thomas Wiese – und zog nunmehr die Reißleine.

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1 KOMMENTAR

  1. Schade, offenbar ein unrühmliches Ende einer Arbeitnehmer Erfolgsstory. Konnte man sicher Anfangs den Hut ziehen vor dem Mut und der Bereitschaft sein privates Vermögen für den Erhalt eines Betriebes und die Sicherung von Arbeitsplätzen einzusetzen muss man nun leider bilanzieren dass der Teppich irgendwann vom Boden abgehoben sein muss und private Interessen wichtiger waren.