Großeinsatz gegen Clankriminalität: „Wir lassen keine rechtsfreien Räume zu!“

0
619
Symbolbild, Pixabay
Facebookrss

Sie begehen „schwerste Straftaten, beanspruchen ganze Straßenzüge für sich“: Mit einer knallharten „Null-Toleranz-Strategie“ will die Dortmunder Polizei gegen kriminelle Familienclans vorgehen und unterstrich das mit einem Großeinsatz vom gestrigen Abend, 21 Uhr, bis in die Nachtstunden.

Noch fünf weitere Polizeibehörden –   Bochum, Essen, Duisburg, Gelsenkirchen und Recklinghausen – unternahmen gemeinsam mit dem Zoll, der Stadt und der Steuerfahndung einen „kooperativen Schwerpunkteinsatz gegen kriminelle Strukturen in Form der Familienclans“.

Mehrere Dutzend Einsatzkräfte kontrollierten in Dortmund insgesamt 10 Lokalitäten, insbesondere Shisha-Bars und Teestuben.  Aber auch im Keuning-Haus Park, der Katharinentreppe, in der Linienstraße, dem Bahnhof in Hörde, der oberen Münsterstraße in Dortmund sowie in Lünen wurden Verdächtige kontrolliert.

Während der Kontrolle einer Shisha-Bar am Nordmarkt schlugen die CO-Messgeräte der Einsatzkräfte an und zeigten innerhalb der Räume lebengefährliche Konzentrationen an Kohlenmonoxid an. Die Polizei ordnete die sofortige Räumung der Bar an und alarmierte die Feuerwehr. Die Shisha-Bar wurde geschlossen, da die Funktionsfähigkeit der Lüftungsanlage deutlich eingeschränkt war. Die Ermittlungen der Stadt gegen den Betreiber dauern an.

Das Fazit der Dortmunder Polizei zum gestrigen Einsatz sieht wie folgt aus:

  • Insgesamt kontrollierten die Einsatzkräfte über 421 Personen in 12 Gewerbeobjekten. Die Beamten nahmen zwei Personen in Gewahrsam und eine weitere Person, für die ein Haftbefehl bestand, fest. Sechs Strafverfahren wurden auf Grund des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. Eine Strafanzeige wurde auf Grund des Verstoßes gegen Ausländerrecht geschrieben. In einem Fall wurde eine Ordnungswidrigkeitenanzeige auf Grund eines Verstoßes gegen das Waffengesetz erstattet.
  • Einsatzkräfte der Kooperationsbehörden (Zoll, Steuerfahndung und Stadtverwaltung) erstatteten in drei Verdachtsfällen Strafanzeige. 14 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wurden erstattet und drei Verwarnungsgelder erhoben.
  • Insgesamt beschlagnahmten Einsatzkräfte des Zolls fünf Kilogramm Tabak nach Steuervergehen.
  • Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange erklärte: „Mit großem personellen Aufwand gehen wir seit längerer Zeit gegen die Mitglieder krimineller Familienclans vor. Auch im Jahr 2019 werden wir hier einen klar erkennbaren Schwerpunkt setzen. Die Tatsache, dass mehrere Behörden in sechs verschiedenen Städten gleichzeitig agieren, macht die Schwerpunktsetzung der Landesregierung NRW deutlich: Wir lassen in unseren Städten keine rechtsfreien Räume zu und werden mit dieser dauerhaften Strategie der kleinen aber wirksamen Nadelstiche nicht nachlassen!“.
  • Einsatzleiter Polizeidirektor Hubert Luhmann ergänzt: „Wir setzen im Kampf gegen Familienclans auf alle gebotenen und rechtlich zur Verfügung stehenden Mittel. Wir gehen gegen Straftäter vor, ahnden aber auch jede Ordnungswidrigkeit und jedes steuerrechtliche oder konzessionsrechtliche Vergehen. Dazu bündeln wir die Kräfte von Polizei, Zoll, Gewerbe,- Ordnungs- und Finanzämtern.“
Facebookrss