Edeka an Kleistraße schließt – Bürgerabend mit Kritik an neuem Einkaufszentrum in Massen

8
2134
Skeptische Gesichter bei den Besuchern des Info-Abends. (Foto Privat)
Facebookrss

Das geplante neue Einkaufszentrum in Massen mit Edeka und Aldi sorgt weiter für Diskussion. Jetzt erst recht – seit gestern Abend bei der Bürgerinformation bekannt wurde: Der „alte“ Edeka – an der Kleistraße – schließt.

Und zwar definitiv zum 31. Mai 2021. Dies brachte Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht gesichert bei Edeka in Erfahrung. Edeka-Projektplaner Scheller bestätigte es beim Bürgerinfoabend.

Der Saal war gut gefüllt. (Foto Privat)

Warum die Schließung an diesem doch eigentlich hochfrequentierten Standort? Der Markt dort ist mit 1100 qm Verkaufsfläche zu klein, nicht mehr zeitgemäß, zudem in die Jahre gekommen, die Investitionskosten für umfassende Sanierung und Modernisierung der Räumlichkeiten mit rund 750.000 Euro zu hoch.

Also wird Edeka hier definitiv in absehbarer Zeit Geschichte sein. Die Zukunft liege in Kombi-Standorten, so Scheller – siehe Königsborn (Kamener Straße), wo gleich zwei solcher Doppel aus Frische- und Discounter nur zehn Minuten Fußweg auseianander liegen: Rewe-Aldi und Edeka-Lidl. Alle vier Märkte haben dort ihr Auskommen.

Am Standort Kleistraße könnte ein Netto-Markt folgen, ganz unabhängig davon, ob es mit der Ansiedlung der beiden neuen Lebensmittelmärkte an der Massener Bahnhofstraße/Kletterstaße nun klappt oder nicht.

Dies ist noch fraglich.

Wie schon berichtet, sammeln Anwohner bereits Unterschriften gegen eine großflächige Ansiedlung auf diesem Areal.  Eine Bürgerinitiative namens „Massen.Info“  hat Listen in den umliegenden Geschäften ausgelegt, die Gegner wenden sich insbesondere gegen die zunehmende Flächenversiegelung und fürchten erhebliche Verkehrsbelastung.

Auch am Bürgerabend kam insbesondere die verkehrliche Situation auf der Massener Bahnhofstraße zur Sprache und nicht zuletzt die Parkplatzfrage. Ein Investor steht  bereit: das Loer Immobilien Management. 

Dieses hat sich das fast 22.000 qm große Grundstück mit aufstehendem Baudenkmal – einem ehemaligen Bauernhaus – gesichert. Das Baudenkmal „soll in das Ensemble integriert und zukünftig gastronomisch genutzt werden.“

Vorstellung der Verkehrsprognose. (Fotos Privat)

Die Verkehrsfrage

Die Planer rechnen nur mit geringfügig mehr Straßenverkehr. Ein Planungsbüro aus Brilon stellte das Aufkommen auf  Massener Bahnhofstraße, Massener Hellweg und Ecke Kletterstraße vor –  gemessen sowohl nachmittags, vormittags sowie im morgendlichen Berufsverkehr. Mit weniger als 20 Sekunden im Durchschnitt sei nur mit kurzen Wartezeiten zu rechnen, so die Prognose – die sich allerdings noch auf Wohnbebebauung bezieht. Ein aktuelleres Gutachten unter Einbeziehung der Kundenverkehre könnte wieder ein anderes Bild erbringen.

Die Abzweigung Hellweg/Bahnhofstraße wird allerdings schon jetzt als neuralgischer Punkt eingestuft. Dies könne aber durch gemildert werden, indem man die  Linksabbiegerspur zur Bismarckstraße in eine Geradeausspur umwandelt.

Braucht Massen überhaupt so viele Lebensmittel?

Derzeit können die Massener im Ortskern bei Rewe-Engel und Edeka-Schmitt ihren Bedarf decken – die Märkte liegen einen sprichtwörtlichen Steinwurf weit auseinander (500 m). Das neue Einzelhandelszentrum soll den Nordwesten Massens mit bedienen (der freilich dünn besiedelt ist). Weitere Discounter, wandten Kritiker der Baupläne ein, seien in 2 km Entfernung erreichar (etwa Lidl an der Hansastraße).

Wieso die letzte Frischluftschneise Richtung Unna zubauen?

Darüber wurde Zorn deutlich, zumal Wohnbebebauung seinerzeit auf diesem großflächigen Areal genau wegen dieses Arguments abgeschmettert worden war. Argument der Planer: Einzelhandel ist nur auf solchen Sondergenehmigungsflächen möglich.

  •  Ergänzungsinfo: Auf Nachfrage der Rundblickredaktion teilte Stadtsprecher Ueberfeld heute (Donnerstag) mit, dass die Stadt für den östlichen Teil der Fläche an der Nordstraße im ersten Halbjahr 2019 Baurecht schaffen will – also einen Bebauungsplan aufstellen wird. Dort sollen bekanntlich Wohnhäuser entstehen.

 

Facebookrss

8 KOMMENTARE

  1. Warum hat man sich gerade diesen Standort in Massen ausgesucht, warum nicht das Gelände Nordstraße. Aus diesem Schandfleck könnte man doch was machen. Das ehemalige Werk von Wiederholt ist seit Mitte 2010 geschlossen und verfällt immer mehr. Das wäre doch mal eine Aufgabe für die Wirtschaftsförderer der Stadt.

    An dieser Stelle könnte man auch den Verkehr wesentlich besser leiten.

  2. Ergänzungsinfo: Auf Nachfrage der Rundblickredaktion teilte Stadtsprecher Ueberfeld heute (Donnerstag) mit, dass die Stadt für den östlichen Teil der Fläche an der Nordstraße im ersten Halbjahr 2019 Baurecht schaffen will – also einen Bebauungsplan aufstellen wird. Dort sollen bekanntlich Wohnhäuser entstehen.