„Sitze auf Schiff fest, brauche Geld!“ Frau willigte ein – zum Schein

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Symbolbild, Pixabay
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„Helfen Sie mir! Ich sitze auf einem Schiff auf See!“

Auf solch herzzerreißendes Flehen via Facebook wäre wohl manch Gutgläubige/r hereingefallen – nicht so diese taffe Dortmunderin (58), an die dieser Betrüger geriet: Sie „tat so, als ob“, stimmte einer Geldübergabe zum Schein zu – informierte aber statt dessen die Polizei. Die nahm den Kriminellen am Montagnachmittag am Phönixsee gebühren in Empfang…

Betrug mit Vorauszahlungen“ – Scamming – ist eine miese Masche, mit der sich sowohl Männer und Frauen von gutgläubigen Opfern Geld ergaunern wollen. In diesem Fall war ein Betrüger (ein 35-jähriger Mexikaner mit nigerianischer Herkunft, so die Polizei DO)  vor ca. einem halben Jahr über Facebook mit einer  58-jährigen Dortmunderin in Kontakt getreten. Er tischte ihr das Märchen auf, hilfebedürftig zu sein und auf einem Schiff festzusitzen.

Der 58-Jährigen war die Masche jedoch bekannt, und so willigte sie zum Schein – nach mehrfacher Weigerung, Geld zu überweisen –  in eine Verabredung in einem Café an der Hafenpromenade ein. Dort sollte eine größere Summe Bargeld persönlich überreicht werden.

Und siehe da: Der Mann saß pünktlich um 13 Uhr im Café. Und sah sich dort seiner Verabredung gegenüber – die allerdings nicht allein kam, sondern von zwei entschlossenen Herren begleitet wurde. Die beiden Zivilpolizisten nahmen den Betrüger im Café am Phönixsee fest.

Er sitzt derzeit noch im Polizeigewahrsam, die Ermittlungen der Dortmunder Kripo dauern an.

Bei Scamming rät die Polizei:

Falls Sie gescammt wurden,

Blockieren! Brechen Sie direkt den Kontakt ab. Nehmen Sie keine
Mails, keine Anrufe des Scammers mehr entgegen. Bestenfalls richten
Sie sich eine neue Mailadresse und Telefonnummer ein.

Ignorieren! Gehen Sie nicht auf Forderungen des Scammers ein.
Überweisen Sie auf keinen Fall Geld! Geben Sie keine Schecks ab/lösen
Sie sie nicht ein. Und leiten Sie keine Briefe und Päckchen weiter
oder bewahren sie auf. Versuchen Sie geleistete Zahlungen, wenn noch
möglich, direkt rückgängig zu machen.

Sichern! Speichern Sie alle Mails und Chat-Texte als Beweis auf
einem Speichermedium wie beispielsweise Ihrem bevorzugten
Cloud-Dienst, einer externen Festplatte, einem USB-Stick oder einer
CD-ROM ab. Heben Sie Überweisungsbelege oder ähnliches auf. Wenn Sie
es nicht ht selbst können, dann lassen Sie sich von
computererfahrenen Bekannten und Freunden den sogenannten
E-Mail-Header auslesen. Daran erkennen Sie, woher die Mail geschickt
wurde. Selbsthilfeseiten im Internet erklären Ihnen ebenfalls, wie
Sie sich vor größerem Schaden schützen können.

Hilfe holen! Gehen Sie zur Polizei und melden Sie den Vorfall.

Achtung auch vor Lovescamming oder sogenannten Romance-Scammern, die sich in sozialen Netzwerken aufhalten wird gewarnt:

– Hierbei überhäufen die Täter ihre Opfer mit Liebesschwüren,
schmieden Heiratspläne und bitten um Geld für ein Visum oder haben
die Idee eines gemeinsamen Kontos oder Ähnliches.

PM: POL DO

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