„Aus dem Weg…!“ – Pkw-Fahrer (89) will Polizistin mit Auto wegdrängen

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Fotoquelle: Polizei
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Nichts von wegen jugendlicher Heißsporn… eher wohl: Je oller, je doller…!

Äußerst rowdiehaft hat sich am Donnerstagmittag ein Autofahrer im (weit) fortgeschrittenen Alter nach diversen Glätteunfällen im Märkischen Kreis aufgeführt.

Der ziemlich unglaubliche Vorfall passierte zwischen Lüdenscheid und Herscheid im Bereich der dortigen Silbergkurven. Nach zwei Glätteunfällen  war die Strecke eine Zeitlang komplett gesperrt. Die Unfallaufnahme des zweiten Unfalls war abgeschlossen, auf der Fahrbahn befanden sich allerdings noch Reste ausgelaufener Betriebsstoffe.

„Das mit der Reinigung beauftragte Fachunternehmen kämpfte ebenfalls mit dem Frost, der die Maschine außer Gefecht setzte. Deshalb zog sich die Freigabe der Fahrspur länger als erwartet hin“, schildert der Polizeisprecher des Märkischen Kreises die aufwändigen, aber eben notwendigen Arbeiten.

Straßen.NRW baute später eine Ampel auf, um den Verkehr einspurig an dem Engpass vorbei zu führen. Zwischenzeitlich leiteten zwei Polizeibeamte den Verkehr an der Unfallstelle vorbei.

„Das ging einem 89-jährigen Lüdenscheider offenbar nicht schnell genug“, fährt der Polizeisprecher fort:

Denn dieser ungeduldige Senior rausschte kurz vor 12 Uhr kurzerhand an etwa 20 wartenden Fahrzeugen vorbei. „Er ignorierte Haltezeichen und Weisungen der Polizeibeamtin. Stattdessen rief er aus dem Fenster, die Polizeibeamtin solle an die Seite gehen“, berichtet der Polizeisprecher.

Und nein, der rüpelhafte Herr beließ es NICHT beim Schreien:

Er versuchte tatsächlich, die auf der Straße stehende Polizistin mit der Front seines Fahrzeugs nach hinten zu drängen – dazu fuhr er ihr mehrmals langsam gegen die Schienbeine. Nicht mal durch energisches Klopfen auf die Motorhaube ließ sich der unbeherrschte Senior aufhalten und drängte immer weiter vor.

Schließlich konnte der Kollege der Beamtin durch das geöffnete Fahrerfenster greifen und den Pkw-Schlüssel aus dem Zündschloss ziehen. Fahrt abrupt zu Ende.

„Schneller kam der 89-Jährige durch sein Manöver nicht zum Ziel – im Gegenteil“, schließt der Polizeisprecher trocken diesen haarsträubenden Fall:

Die Polizeibeamten schrieben eine Anzeige wegen Nötigung. Sie beschlagnahmten in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Hagen Fahrzeug samt Schlüssel und den Führerschein. Die Polizei wird eine Prüfung beim Straßenverkehrsamt veranlassen, ob der 89-Jährige charakterlich geeignet ist, weiter ein Fahrzeug zu führen.

Die Polizeibeamtin wurde durch die Aktion zum Glück nicht verletzt.

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