Gelbwestenprotest jeden Samstag in Dortmund – organisiert aus dem Kreis Unna

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Unser Archivfoto zeigt die erste und bisher einzige Gelbwesten-Wanderung am 1. Dezember in Königsborn. Das Foto bekamen wir von den damaligen Veranstalter/innen.
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In Unna gab es bisher nur eine einzige Gelbwesten-Demonstration (wir berichteten). Sie fand in Form einer „Wanderung“ am 1. Dezember 2018 mit ca. zwei Dutzend Mitmarschierender am Kreishaus in Königsborn statt und wurde bisher nicht wiederholt.

Seit Anfang Januar findet jedoch regelmäßig Gelbwestenprotest in der großen Nachbarstadt statt – und zwar organisiert aus dem Kreis Unna, konkret von einer Kamenerin.

Jeden Samstag marschiert ein Grüppchen der „Gelben Westen NRW“ durch die Dortmunder City, berichtet der WDR. Auch an diesem Samstag, dem 26.1., wollen sie wieder gegen die aktuelle Politik der Bundesregierung auf die Straße gehen. Entgegen Versuchen, sie als „rechts“ oder gar „rechtsextremistisch“ zu diffamieren, seien sie für alle politischen Richtungen offen.

Anmelderin der Dortmunder Gelbwesten-Märsche ist laut WDR eine 35-jährige Frau aus Kamen, die im öffentlichen Dienst arbeitet. Zusammen mit ca. 30 Mitstreitern geht sie vor allem für mehr soziale Gerechtigkeit auf die Straße: für niedrigere Mieten, gerechtere Renten, einen höheren Mindestlohn und nicht zuletzt gegen Dieselfahrverbote.

Unterwanderung von Rechtsradikalen und -extremen?

Sehr kritisch hat der Dortmunder Blogger Robert Rutkowski die Gelbwestenproteste im Blick. Er habe während einer mehrwöchigen Recherche viele Belege dafür gesammelt – auch aus geschlossenen Chats – , dass Gelbwestegruppierungen von Rechtsradikalen und -extremen unterwandert würden.

Rutkowski notiert auf seinem Blog zum Gelbewestenprotest am 12. Januar:

„Treffpunkt war wie zuvor der “Platz der Deutschen Einheit” gegenüber vom Hauptbahnhof in Dortmund. Waren es zu Beginn ca. 25 Teilnehmer*innen, wurden es zum Spaziergang knapp 40 an diesem Tag. Neben den bekannten Pappschildern mit ihren Forderungen wurde erstmalig ein Banner “Gemeinsam für Deutschland” und ein sehr markantes Schild mit der Aufschrift “Moslem, Christ, Rechts oder Links, gemeinsam gegen unmenschliche Politik!” gezeigt.

Das Schild zeigt sehr deutlich die Bestrebung der Gruppe, sich nicht klar nach Rechts abgrenzen zu wollen. Im Grunde ist es sogar als Einladung an Rechte zu verstehen. Stichwort Querfront. Das funktioniert auch schon, denn Kevin G., der in den letzten Wochen auch an vielen Nazidemos teilgenommen hat, war wiederholt anwesend.

Mit dieser Öffnung nach Rechts wird deutlich, dass sie es mit “Jeder Mensch der unsere Positionen teilt ist willkommen” ernst meinen und sollte in der Form nicht ohne Widerspruch bleiben.

… Am Startpunkt dauerte es nicht lange bis die Gruppe auf mich aufmerksam wurde. Einer der Teilnehmer kam zu mir, beschwerte sich und drohte sofort mit einer Anzeige. Ich verwies ihn an die Polizei in direkter Nähe, schließlich war es ja eine angemeldete Versammlung. Er unternahm nichts, aber ganz ohne weitere Drohung wollte er nicht gehen und sagte: „Wir sehen uns wieder“ und schob ein “ganz bestimmt” hinterher. Woher kenne ich sowas bloß?!11″

…  Es wurden mehrfach ihre Forderungen per Megaphon verlesen. Darunter Punkte wie “schnelleres Abschieben von abgelehnten Asylbewerbern” und “Aufhebung der Immunität aller Politiker”.

Auch der WDR-Reporter stellt kritisch fest: „Viele Gelbwesten-Aktivisten im Internet teilen in ihren Profilen rechte bis rechtsextreme Inhalte.“

Die Anmelderin aus Kamen habe sich „deutlich von jeglichem ,braunen Zeug´ distanziert“, schließt der Reporter aus Dortmund, sie werde „solche Leute rausschmeißen“. „Egal ob links oder rechts, Christ oder Moslem – unter der gelben Weste steckt erstmal ein Mensch.“

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4 KOMMENTARE

  1. Herr Rutkowski beschreibt in seinem Blog unter anderem seinen jahrzehntelangen Drogenmissbrauch. Offensichtlich ist der Kokain-und THC-Konsum nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Zum Glück sind solche Randgruppen der Gesellschaft kein Vorbild für unsere Kinder. Trotzdem verstehe ich nicht, warum diesem „GEGEN RÄÄACHTS“-Selbstdarsteller hier die Möglichkeit der Selbstdarstellung geboten wird.

    • Ganz einfach, Herr Dagobert, weil wir stets beflissen sind, BEIDE Seiten zu hören/sehen, damit sich der intelligente und kritikfähige Leser frei von betreutem Denken seine eigene Meinung bilden kann. Im Übrigen gibt es nicht wenige, die kritisieren, dass einem bekennend AfD-affinen anonymen Profil namens Dagobert hier ständig die Möglichkeit der Selbstdarstellung geboten wird. Besten Gruß damit.

  2. Was ist daran schlimm eine Protestbewegung zu bilden, die auch „Rechte“ einschließt? Wobei man rechts auch erstmal definieren müsste. Dieser Blogger und der WDR sind schnell dabei Leute als rechtsextrem abzustempeln. Jeder der den Asylwahnsinn kritisiert und Ausländerkriminalität zum Thema macht ist gleich ein Rechtsextremer. Ebenso jeder der seine Heimat liebt und national denkt. Was heutzutage ja schon ein Verbrechen ist. Ich glaube, davor hätten die Mächtigen wirklich Angst, eine Protestbewegung aus dem Volk entstanden, an Parteien, Gewerkschaften, Kirche, etc. vorbei. Eine wirkliche Volksbewegung. Die auch „Rechte“ einschließt und Linke. Unsere Qualitätsmedien berichten ja sehr verzerrt über die Proteste der gelben Westen in Frankreich. Auch über die unerträgliche Brutalität der französischen Polizei wird fast nichts berichtet. Ja, eine echte Volksbewegung ist ein schöner Traum.