CDU: Freizeitbad kostet nach Abriss noch 62 Jahre 26.000 Euro Erbpacht pro Jahr – „Für Photovoltaik nutzen“

8
1255
Symbolbild, Quelle Pixabay
Facebookrss

Jahr für Jahr muss die Stadt Unna 26.000 Euro aus der Haushaltskasse zahlen, ohne – zumindest momentan – irgendeinen Nutzen davon zu haben. Und das noch auf Jahrzehnte hinaus – konkret: bis zum Jahr 2081. Macht insgesamt noch satte 1,6 Millionen.

Wofür dieses viele Geld? Es ist die Erbpacht für einen Teil des des früheren Massener Freizeitbadgeländes, das die Stadt damals beim Bau mit dazupachtete.

(Es geht nicht um die Fläche, auf die die Realschule neu gebaut werden soll, informierte uns auf Nachfrage CDU-Fraktionsgeschäftsführer Jan-Eike Kersting.)

1982, erinnert die CDU-Fraktion, hatte sich die Stadt für den Bau des Freizeitbades ca. 2,2 Hektar Fläche – die zuvor landwirtschaftlich genutzt wurden – von einem Massener Eigentümer zusätzlich zu ihrem eigenen Grundstück gesichert.

Dieser überließ der Stadt das Areal unter den Bedingungen eines Erbpachtvertrages – für 99 Jahre und zu einem Jahreszins von ca. 26.000 Euro.

„Diese Summe ist auch noch nach Abriss des Bades im Jahre 2012 für weitere 62 Jahre zu zahlen, ohne dass die Stadt Unna irgendeinen Nutzen daraus zieht“,

merkt die CDU in einem Antrag an, den sie am 29. 1. per Mail an die Presse versandte:

Sie wünscht sich die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Pachtgelände, realisiert durch die Stadtwerke Unna.

Eine solche Nutzung sei in in dreifacher Hinsicht „günstig und wünschenswert“, begründet die CDU ihren Antrag:

1. Eine Photovoltaikanlage passe „genau zu den ökologischen Zielausrichtungen der Stadt und ihrer Stadtwerke unter dem Aspekt der Zunahme der Anteile des regenerativen Stroms und der dadurch bewirkten Reduzierung der CO2-Belastung“.

2. Zur Finanzierung könne ein Teil jener 600.000 Euro verwedet werden, die die RWE vor einigen Jahren an die Stadtwerke gezahlt hat und die laut Ratsbeschluss in „ökologische Energieprojekte“ fließen sollen.

3. Die Fläche, die die Stadt noch für Jahrzehnte ohnehin „zwangsgepachtet“ hat, wäre sinnvoll genutzt.

Mit der Stadtwerken hat die CDU bereits dieses Thema diskutiert: „Gespräche mit der SWU-Geschäftführung und eine entsprechende Wirtschaftlichkeitsanalyse haben ergeben, dass ein Photovoltaikprojekt auf dieser Pachtfläche eine jährliche Rendite von ca. 6% ergeben würde, sollte man das Vorhaben zeitnah und unter den noch gültigen EEG – Einspeisevergütungen für 20 Jahre umsetzen.

Facebookrss

8 KOMMENTARE

  1. Der Durchschnitts-Pachtpreis pro Hektar in Bayern beträgt aktuell rund 400 Euro pro Jahr, nicht 12.500!
    https://www.agrarheute.com/management/pachtpreise-bayern-soviel-kostet-hektar-535640

    Für 25.000 Euro kann man heutzutage in NRW einen Hektar KAUFEN, nicht PACHTEN!!!!
    http://www.agrar.de/de/Aktuell.html?fp1=2011/08/20/agrarland-auch-in-nrw-deutlich-teurer/10829/

    Ist der Besitzer des Ackerlandes mit dem damaligen Bürgermeister verwandt? Anders kann ich mir rund 2.500.000 Euro für 2,2 Hektar auf 99 Jahre nicht erklären.

    Oder ist das Komma verrutscht? 250,00 € pro Jahren wären 1982 realistisch gewesen.

  2. Ehrlich gesagt bin ich entsetzt, dass die CDU über „Photovoltaik“ reden möchte. Jeder halbwegs intelligente Mensch merkt doch, dass bei 26.000 Euro Pacht irgendetwas nicht stimmen kann. Auch 1982 war es sittenwidrig und illegal, dass 100-fache des Üblichen als Pacht zu verlangen. Unna braucht keine Photovoltaik, Unna braucht dringend einen Anwalt, der diesen Pachtvertrag rückwirkend für ungültig erklärt. Dieses Ackerland wurde schon 35 mal gekauft! Die Stadt Unna hat fast eine Million Euro verbrannt! Keine Photovoltaik-Anlage der Welt kann so viel Kohle reinholen. Möchte niemand diesen Wahnsinn beenden?

    Ich rate einfach nochmal: Der glückliche Besitzer des Ackers ist CDU-Mitglied?