Schwarzfahrer greift mit Krücke an – und steht nächste Woche vor Gericht

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Symbolbild, Pixabay
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Das geht mal fix! Blitzartig wird sich dieser aggressive Schwarzfahrer nach einem Angriff auf einen Bahnmitarbeiter und Polizisten vor dem Richter wiederfinden. Der Asylbewerber schlug mit einer Krücke zu.

Passiert ist der Zwischenfall um kurz nach 18 Uhr Dienstagabend (29.1.) am Bahnhofsvorplatz Iserlohn. Zum zweiten Mal binnen einer Woche (erst vor 7 Tagen wurde einem Busfahrer die Brille zerschlagen –  siehe HIER) wurde die Polizei zu einem Amtshilfeersuchen dorthin gerufen:

Erneut hatte ein Bahnmitarbeiter Probleme mit einem renitenten Schwarzfahrer, diesmal mit einem, der ohne Fahrkarte im Zug nach Iserlohn gereist war.

Um die Personalien des Herrn festzustellen, marschierte also die Polizei am Bahnhof auf. Doch der Schwarzfahrer war mit der Kontrolle so gar nicht einverstanden: Plötzlich schlug er mit seiner Gehhilfe (landläufig Krücke genannt) nach dem DB-Mitarbeiter und schleuderte sie  Anschluss gezielt gegen die Polizisten, bevor über den Bahnsteig türmte.

Sein anschließender Fluchtversuch durchs Gleisbett endete mit seiner Festnahme auf dem Bahnhofsvorplatz. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Doch dieser Aggressor wurde zur Abwechsluzng einmal nicht „nach Abschluss der polizeilichen Untersuchungen wieder entlassen“ – im Gegenteil, er sitzt hinter Gittern, betont der Polizeisprecher des Märkischen Kreises:

„Auf den 48-jährigen Marokkaner aus dem Raum Willich kommt nun neben des Erschleichens von Leistungen auch ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu. Die Staatsanwaltschaft ordnete Hauptverhandlungshaft an. Der Vorfall soll im Rahmen des sog. beschleunigten Verfahrens kommende Woche verhandelt werden.“

Symbolbild / Pixabay

Stichwort: „Beschleunigtes Verfahren“

Es dient in besonderer Weise der schnellen Abwicklung von Strafverfahren. Übermäßiger Zeitaufwand soll in bestimmten festgelegten Fällen vermieden werden. Die Besonderheiten:

  •  Anklage kann auch mündlich erhoben werden
  • der Beschuldigte wird nur dann geladen, wenn er sich nicht freiwillig zur Hauptverhandlung stellt oder nicht dem Gericht vorgeführt wird
  • mit der Ladung wird dem Beschuldigten mitgeteilt, was ihm vorgeworfen wird und die Ladungsfrist beträgt lediglich 24 Stunden
  • das Gericht erlässt keinen Eröffnungsbeschluss; denn das beschleunigte Verfahren kennt kein Zwischenverfahren
  • das Beweisrecht ist erheblich modifiziert, indem die Verlesung von Protokollen früherer Vernehmungen von Zeugen und Sachverständigen eine neue Vernehmung der Zeugen und Sachverständigen ersetzen kann.

Das beschleunigte Verfahren ist nach dem Gesetz nur bei leicht überschaubaren Sachverhalten zulässig und/oder, wenn eine klare Beweislage besteht; so etwa, wenn der Beschuldigte geständig ist. Außerdem kann es nur vor dem Amtsgericht beantragt werden, was schon von vornherein verhindert, dass bei schweren Delikten ein solches Verfahren durchgeführt werden kann. Eine höhere Strafe als ein Jahr Freiheitsstrafe oder eine Maßregel der Besserung und Sicherung darf im beschleunigten Verfahren nicht verhängt werden.

Quelle und weiterführende Infos: NRW-Justiz

 

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