20 km Stau nach schwerem A1-Unfall bei Unna mit 4 Lkw – 2 Schwerverletzte – Anzeige gegen 50 Gaffer

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Rettungshubschrauber im Einsatz. (Archivbild RBU)
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Vier beteiligte Lkw, drei verletzte Menschen – davon zwei Schwerverletzte -, bis zu 20 km Stau und dutzendweise unbelehrbare Gaffer, die nichts Besseres zu tun wussten, als sich am Leid ihrer Mitmenschen knipsend und filmend zu weiden…

Eine harte Bilanz zieht die Dortmunder Polizei nach dem folgenschweren Unfall am heutigen Vormittag  (7. Februar 2019, 11.36 Uhr) bei Unna auf der A1 in Richtung Bremen, der neben der Autobahn selbst auch sämtliche Ausweichstraßen über Stunden lahmlegte.

Der Unfallablauf nach bisherigen Ermittlungen:

Zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund Unna und der Anschlussstelle Kamen-Zentrum verdichtete sich gegen 11.30 Uhr der Verkehr. Es kam zum Rückstau.

In diesem Moment überholte der Fahrer eines Sattelzuges, ein 56-Jähriger aus Paderborn, mehrere andere Lkw. Diese waren bereits fast zum Stillstand gekommen. – Auf dem fraglichen Autobahnstück herrscht Überholverbot für Lkw.

Offenkundig wollte der 56-Jährige wieder auf den rechten Fahrstreifen einscheren – und übersah dort den Lkw-Zug (3,5 Tonnen mit Anhänger) eines 32-Jährigen aus Polen, der hier bereits fast zum Stillstand gekommen war.

Die Wucht des Zusammenpralls drückte dessen Anhänger unter das Zugfahrzeug und schob beide zum Teil in Richtung mittlerer Fahrstreifen sowie gegen zwei andere Sattelzüge aus Belgien (Fahrer 54) und Ungarn (Fahrer 48).

Der Paderborner und der polnische Fahrer mussten von der Feuerwehr aus ihren Fahrzeugwracks befreit werden. Zwei Rettungshubschrauber landeten an der Unglücksstelle und transportierten die Schwerverletzten in Krankenhäuser. Der Belgier wurde in einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht.

Den Sachschaden schätzt die Polizei auf circa 170.000 Euro. Zeitweilig staute sich der Verkehr bis über 20 Kilometer zurück.

Die Reinigungsarbeiten dauerten am Abend (Stand 19.20 Uhr) immer noch an. Der Verkehr lief noch über den linken Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbei.

 

Abstoßende Randerscheinung:

„Die Polizei musste erneut circa 50 unbelehrbare Gaffer ablichten, die auf der Gegenseite in Richtung Köln ebenfalls für einen gefährlichen Rückstau sorgten“, kritisiert Polizeisprecher Kim Freigang. „Das unverantwortliche Verhalten dieser Verkehrsteilnehmer wird sich für diese in Form von Strafanzeigen wegen der Verletzung gegen den höchstpersönlichen Lebensbereich (§201a) und wegen der verbotenen Nutzung von Smartphones „auszahlen“. Sie erwartet mitunter ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro, ein Monat Fahrverbot und ein Punkt in Flensburg!“

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1 KOMMENTAR

  1. Ich wünsche allen Verletzten eine vollkommene und baldige Genesung, aber eine Frage bleibt: Warum überholt ein LKW im LKW-Überholverbot? Wieder mal zeigt sich hier das Verkehrsregeln einfach ignoriert werden, nur um schnell mal ein paar hundert Meter vor seinen Berufskollegen wieder einzuscheren, oder wenn keine Lücke da ist, die mittlere Fahrbahn blockieren. Das dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden und der fließende Verkehr noch mehr stockt, bzw. Unfälle passieren, ist solchen Fahrern scheinbar völlig egal. Die Polizei, die oft von der Brücke Unnaer Strasse, den Abstand misst, sollte hier mal die überholenden LKW´s filmen und zur Anzeige bringen.