Bis zum Jahr 2081 noch 1,6 Mio Pacht für Freibadbrache Massen: Statement der Stadt

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Abriss des Freizeitbades Massen. (Archivbild Rundblick)
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Ein Nebensatz in einem CDU-Antrag für eine Photovoltaikanlage schlug vorige Woche bei unseren Lesern wie eine Bombe ein: Für ein Teilstück des früheren Freizeitbadgeländes in Massen zahlt die Stadt Unna auch noch nach dem Abriss des Bades im Jahr 2010 weiter Erbpacht – konkret noch 1,6 Mio. Euro bis zum Jahr 2081.

Denn jene Teilfläche pachtete die Stadt 1982 beim Bau mit dazu. Es handelt sich um 2,2 Hektar landwirtschaftliche Fläche, die auch jetzt wieder zum Weiden von Vieh (Hochlandrindern) genutzt werden. Der Eigentümer überließ der Stadt seinen Grund und Boden unter den Bedingungen eines Erbpachtvertrages, für 99 Jahre und zu einem Jahreszins von ca. 26.000 Euro.

Zu unseren Anfragen – wer damals den Vertrag unter welchen Bedingungen schloss u. a. – übermittelte uns Stadtsprecher Christoph Ueberfeld jetzt folgende Antwort der Verwaltung:

„Der Rat der Stadt Unna hat 1981 einen Erbpachtvertrag zur Erweiterung des damaligen Freizeitbades in Massen beschlossen.

Nach der Schließung des Freizeitbades wurden für die Nutzung der Fläche weitere städtebauliche Alternativen geprüft.

Dieser Prozess ist auch im Gespräch mit dem Verpächter fortzusetzen.“

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6 KOMMENTARE

  1. Das ist doch jetzt ein schlechter Scherz, oder? Warum wird das 100- fache(!!!) des Üblichen bezahlt? Wer ist der Verpächter und wie ist der Wahnsinns-Vertag zustande gekommen? Kann der Vertag vorzeitig beendet werden? Warum hat niemand gemerkt, dass schon eine Million verbrannt wurde und weitere 1,6 Millionen verbrannt werden sollen? Wie kann Stadtsprecher Christoph Überfeld eine derart inkompetente Antwort geben ohne aus der Stadt gejagt zu werden? Ist der Stadtsprecher etwa Parteimitglied? Ist der Verpächter möglicherweise auch ein Parteimitglied, welches sich auf Kosten der Steuerzahler bereichert?

    Ich hoffe mal, dass sich irgendjemand dieser Fragen annimmt (z.B. die FLU)

    Wenn 1981 der Steuerzahler betrogen wurde, ist es schlimm. Wenn 2019 Betrug am Steuerzahler gedeckt und vertuscht wird, ist es eine Katastrophe!

  2. „wie der Herr, so’s Ge·scherr“ So sagte man früher, glaube ich, wenn die Mitarbeiter negative Eigenschaften der Chefs nacheifern. Diesbezüglich möchte ich aber doch gern konträres Verhalten attestieren. Immer dann wenn ich in letzter Zeit Kontakt zu einzelnen Sachbearbeitern in der Stadtverwaltung hatte habe ich freundliche, kompetente und bürgernahe Antworten erhalten . Anders dagegen dann doch der „Herr“. Bei den Verantwortlichen muss ich mich allerdings bei den Entscheidungen fragen resultieren sie aus Ignoranz gegenüber den Bürgern, Überheblichkeit , Verschleierung und Deckung von Parteigenossen, Unkenntnis, Unfähigkeit oder einfach nur aus Dummheit. Vermutlich ein Mix aus allem so wie ich die Beantwortung der Frage vom Rundblick bewerte. Wobei ich dem „vermutlich zwangsverpflichteten“ Übermittler der blamablen Anfrage mein herzliches Beileid für die Unfähigkeit seiner Vorgesetzten aussprechen muss

  3. Hat da jemand die Frage nicht verstanden oder will man der Öffentlichkeit nichts konkretes sagen?
    Mein Deutschlehrer hätte dazu jetzt gesagt: „Am Thema vorbei, sechs, setzen!“

    Die politisch Verantwortlichen müssen sich nicht mehr wundern, wenn immer mehr Leute misstrauisch werden, und das Gefühl haben „von Denen da oben“ belogen und betrogen zu werden.
    Demokratie funktioniert nur mit Vertrauen und Transparenz. Ketzerisch frage ich jetzt mal, wer gefährdet da gerade unsere Demokratie?