Ostwestumgehung: Kreis und Dortmund wollen Druck auf NRW-Ministerium machen – und selbst planen

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Die Verwaltungsvorstände von Dortmund und dem Kreis Unna verständigten sich auf Haus Opherdicke auf ein konzertiertes gemeinsames Vorgehen in Sachen Ostwestumgehung. ( Foto: Kreis Unna / C. Rauert)
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„Der Name ist kurz. Ansonsten zieht sich bei der OW IIIA so ziemlich alles in die Länge.“

Treffend auf den Punkt bringt Kreissprecherin Contanze Rauert das Projekt Ostwestumgehung, seit buchstäblich Jahrzehnten avisiert, um Unna-Mitte (mit der „Westtangente“), Unna-Massen (mit der „Nordumgehung“) und den Nordosten Dortmunds von Durchgangsverkehr zu entlasten.

Zusammen mit den Partnern aus Dortmund will der Kreis Unna nun nochmal alles nach vorne werfen und beim NRW-Verkehrsministerium Druck für die Umgehungsstraße machen:

Ihr Vorschlag – nicht ganz neu: Die Stadt Dortmund steigt bei dem Projekt planerisch ein, vergibt den Auftrag extern und bekommt die Kosten vom Land zurück. Diese Vollkostenerstattung soll vertraglich geregelt werden.

(Klammer auf: Wie die Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Massener Landtagsabgeordneten Hartmut Ganzke (SPD) antwortete, ist Vollkostenerstattung nicht vorgesehen. Wir berichteten erst gestern darüber.)

  • Die als Ost-Westtangente geplante Landesstraße (L663n) soll den Dortmunder Osten vom Verkehr entlasten, so der Plan der Dortmunder.
  • Damit der nicht Richtung Unna-Massen schwappt, muss über die Stadtgrenze hinaus bis zum Autobahnanschluss Kamen-Zentrum durchgebaut werden, so die Forderung der Stadtspitzen von Unna und Kamen sowie Landrat Makiolla.

Die Straße sei wichtig. Das machte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau beim gemeinsamen Verwaltungsvorstand mit dem Kreis Unna gegenüber dem Landrat deutlich. Beide sind sich einig: Die Schnellstraße würde unter anderem die B1 entlasten und das interkommunale Gewerbegebiet Unna/Kamen optimal anbinden.

Das Land hat die Tangente einmal mehr in den Landesstraßenbauplan aufgenommen und ihr Priorität eingeräumt. Das klinge gut, habe aber einen Haken-  und der heißt „Stufe 2“.

Verkürzt bedeutet dieser Zusatz nämlich: Das Land plant erst, wenn es Kapazitäten frei hat. Personelle – und finanzielle.

Das kann dauern, wissen Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Landrat Michael Makiolla aus leidiger Erfahrung. Daher versuchen sie es nochmal mit ihrem obigen Vorstoß.

Ebenfalls ganz lange „auf dem Zettel“ steht schon die Beseitigung des Bahnübergangs Afferder Weg und damit ein besserer Verkehrsfluss für den an dieser Stelle den Kreis durchkreuzenden Radschnellweg RS1.

 

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