Stolperfrei, ordentlich, mit Lichtkunst bestückt: Aus „Einkaufsstadt Unna“ wird „Erlebnisraum mit Einkaufsmöglichkeiten“

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Neugestaltung der Fußgängerzone: Entwurf für die Massener Straße, wo die Umgestaltung im Frühjahr 2020 starten soll. (Grafik Stadt Unna)
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Neue Bänke, neue Beleuchtung, neue Straßenbäume und vor allem ein stolperfreies neues Pflaster: „Unaufdringlich ordentlich und fußgängerfreundlich“ soll Unnas Bummelzone ab März 2020 werden – sich zum „Erlebnisraum mit Einkaufsmöglichkeiten“ wandeln. Bedeutet: Priorität hat künftig das Erlebnis, welches dann Lust machen soll zum Einkaufen.

Gesamtkosten: ca. 2 Mio. Euro, davon  200.000 für Lichtkunst und 200.000 Euro für Poller, einmal an der Lindenbrauerei und am Eingang Hertingstraße.

Anliegerbeiträge laut KAG (Kommunales Abgabengesetz) fallen laut den städtischen Juristen übrigens NICHT an.

Am heutigen Freitagvormittag (8.3.) stellte der Arbeitskreis Fußgängerzone im Rathaus die konkreten Entwürfe vor.

Präsentierten am Freitagvormittag gemeinsam die Entwürfe: Baudirektor Michael Ott (Mi.), Wilhelm Dördelmann (li., Verkehrsverein), Thomas Weber (City-Werbering). Foto: RB/Th. Schmithausen

Im Oktober hatte die Stadt bereits erste Pläne für die Massener und Hertinger Straße präsentiert. „Diese hat der AK Fußgängerzone nun in intensiven Diskussionen unter Beteiligung der Bürgerschaft vertieft“, erläutert die Stadt.

Im Arbeitskreis sitzen Vertreter aus Rat, City-Werbering (CWU), Verkehrsverein und Behindertenbeirat.

„Der Handel war froh, mitwirken zu dürfen. Denn jeder hat eine andere Sicht auf die Dinge“, betonte Thomas Weber bei der Entwurfsvorstellung die Position des Werberings. „Die Planung wurde mit sehr viel Sachverstand durchgeführt.“
„Die Ansprüche an eine Fußgängerzone haben sich über die Jahre geändert.“ Wilhelm Dördelmann, Verkehrsverein Unna. (Foto: RB/Schmithausen)

Los geht es wie berichtet auf der Kratermeile Massener Straße.  „Diese sieht derzeit katastrophal aus“, spricht Weber Offensichtliches klar heraus aus.

Der hoch frequentierte Bereich soll „eine unaufdringliche, aber dennoch erkennbare Ordnung“ bekommen, heißt es in den Entwürfen.

Es folgt die Hertinger Straße (beides mit Nebenstraßen).

Die Visualisierung der Entwurfsplanung für die „neue“ Massener Straße. (Quelle: Stadt Unna)
Ist-Zustand: jüngstes Flickschustern mit Kaltasphalt. (Foto: Privat / Annett Kyncl)

Massener Straße:

  • Der Straßenraum wird klar gegliedert, der mittige breite Gehbereich seitlich durch Vorzonen der Gebäude begrenzt.
  • Alle Beläge bestehen aus „fußgängerfreundlichem großformatigem Betonpflaster“.
  • Taktile Elemente und Aufmerksamkeitsfelder sollen Menschen mit Sehbehinderungen sicher leiten.
  • Säulen-Hainbuchen statt der in den 90er Jahren gepflanzten kaukasischen Felsenbirnen: kein rutschiges Fallobst mehr.
  • Neue Radständer in den Seitenstraße der Fußgängerzone.
  • Bänke, Spielpunkte und eine neue Beleuchtung.
„Das alles soll die Fußgängerzone zu einem Erlebnisraum mit Einkaufsmöglichkeiten werden lassen“, sagt Unnas Baudezernent Michael Ott. (Foto: RB/Schmithausen)

 

Neugestaltung der Massener Straße: Entwurf. (Grafik Stadt Unna)

Lichtkunst für die Lichtkunststadt:

„Unaufdringliche Lichtanimation“ durch Lichtleisten vom Lichtkunstzentrum bis zum Alten Markt, unter Einbindung des Lichtkunstzentrums und eines Künstlers.

„Lichtkunst unterstreicht die Einzigartigkeit der Einkaufsstraße“, betont Thomas Weber.

Für die Finanzierung der fehlenden 60.000 Euro für diese Lichtkunst geben Stadtmarketing und Verkehrsverein eine Absichtserklärung. Sponsoren werden noch gesucht. 20.000 Euro geben jeweils Unna-Marketing und Verkehrsverein, die noch fehlenden 20.000 Euro will man sich, sollten keine Sponsoren gefunden werden, mit der Stadt teilen.

„Lichtkunst unterstreicht die Einzigartigkeit der Einkaufsstraße.“ Thomas Weber, City-Werbering (CWU). Foto: RB/Schmithausen

Hertinger Straße:

  • Einheitlicher Belag mit taktiler Leitlinie.
  • Besondere Hervorhebung des Platzes am Kastanienbrunnen (Seniorentreff Fässchen) durch Aufenthaltsmöglichkeiten, Spielgeräte und Fahrradständer.

Investiert werden soll zudem in den Ausbau eines modernisierten drahtlosen Internets (WLAN), das jedem Besucher der Innenstadt zur Verfügung steht.

„Bereit, die Flugzeuge zu starten“: Baudirektor Ott. (Foto RB/Schmithausen)

Diese Entwürfe werden nun in den Ratsgremien vorgestellt und beraten. Ende 2019 soll das Bauprojekt ausgeschrieben werden und die eigentliche Bauphase – Start ist auf der Massener Straße – frühzeitig im Jahr 2020 beginnen.

„Wir stehen auf der Startbahn und sind bereit, das Flugzeug zu starten“, unterstrich Michael Ott. „Die Finanzierung steht, wenn die Förderanträge bewilligt werden.“

 

 

 

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