Neues Flüchtlingswohnheim in Horstmar „bereitet vielen Anwohnern Sorge“: Sprechstunden ab 14. März

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Der Neubau. (Foto Stadt Lünen)
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48 Menschen soll der Neubau Platz bieten. Das Projekt ist im Stadtteil umstritten.

 

Im Mai dieses Jahres wird die neue Flüchtlingsunterkunft im Lünener Stadtteil Horstmar bezugsfertig sein. Das teilt die Stadt Lünen auf ihrer Website mit.

Von Kapazität und Kostenumfang her ist der Neubau grob vergleichbar mit dem von der Stadt Unna geplanten Neubau an der Kamener Straße (Bericht HIER).

Allerdings nur grob: Der Lünener Neubau durch die genossenschaftliche WBG weit unterm Strich ein deutlich günstigeres Preis-Leistungsverhältnis auf als der auf rund 3 Mio Euro angesetzte Neubau in Königsborn, der weniger Wohnungen bei ca. 1 Mio Euro mehr vorsieht.

Obgleich die Bewohner in Lünen erst ab Mai einziehen werden, richtet die Stadt dort schon ab kommender Woche regelmäßige Bürgersprechstunden ein.

Denn, so heißt es in der Mitteilung:

„Die Anwohnerbefragung hat ergeben, dass es die Bereitschaft von künftigen Nachbarn*innen gibt, sich ehrenamtlich engagieren zu wollen. Gleichzeitig bereitet das neue Wohnheim vielen Anwohnern*innen Sorge.“

Die Abteilung Wohnen und Soziales richtet ab Donnerstag, 14. 3., im Bürgerhaus Horstmar eine 14-tägige Sprechstunde für die Stadtteilbewohner ein. „Dort können Fragen beantwortet und Anregungen entgegen genommen werden.“

Zugleich sucht die Stadt in einem Appell Flüchtlingshelfer für den Bereich: „Engagierte Menschen, die ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe arbeiten möchten, sind herzlich willkommen und können sich in der Bürgersprechstunde melden.“ Ansprechpartnerin ist Sabine Stenzel, Koordinatorin der Flüchtlingsbetreuung, E-Mail sabine.stenzel.16@luenen.de.

Die Wohnungsgesellschaft WBG ist Bauherrin auf dem früheren Kita-Grundstück. Die neun Wohneinheiten werden mit einer Laufzeit von 20 Jahren an die Stadt Lünen vermietet, die dort Asylbewerber unterbringen will.

Die Gesamtinvestion von 2,5 Mio. Euro umfasst auch zwei Doppelhaushälften direkt neben dem Gebäude, die die WBG direkt vermieten will.

Um die Stimmung im Stadtteil bezüglich der neuen Unterkunft auszuloten, hatte die Stadt Lünen im vergangenen Sommer 2000 Fragebögen an die Bewohner verschickt. Anlass dafür war, so berichteten seinerzeit die Ruhr Nachrichten, eine Bürgerversammlung im Februar gewesen, die in ziemlich ungemütlicher Atmosphäre verlaufen war.

Die Stadtverwaltung hatte den Bürgern die Pläne für die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Querstraße erläutert. Der zuständige Beigeordnete sprach später in einer öffentlichen Ausschusssitzung von „einer angespannten Situation mit negativer Grundstimmung“.

Die RN berichteten von geäußerten Sorgen wegen Kriminalität, Vermüllung und  „Lärm bis 2 Uhr nachts“. Von „sexistischen Sprüchen durch Ausländer am Horstmarer See“ erzählte eine Frau. Doch es gab auch Gegenrede: So betonte ein junges Mädchen, dass sie „keine Angst vor Flüchtlingen“ hätte, eher „vor Leuten, die in diesem Raum laut werden“. Eine andere Besucherin appellierte, den Flüchtlingen offen zu begegnen statt mit Ablehnung.

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