Wochen gegen Rassismus: Fragen und Antworten zum Programm in Unna

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Logo des Runden Tisches. (Archivbild Rundblick/Copyright Stadt Unna)
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Während der internationalen Wochen gegen Gewalt und Rassismus im Monat März gibt es auch in Unna wieder ein umfangreiches Programmangebot. Zusammengestellt wird es vom Runden Tisch gegen Gewalt und Rassismus Unna.

Einige Veranstaltungen aus dem Programm:

  • Von Montag, 11. März, bis zum 5. April ist die Ausstellung des Forums Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Titel „Gegen Rechts!– Demokratie stärken-Rechtsextremismus bekämpfen“ in der Bürgerhalle zu sehen. Für  den 11. März ist eine Eröffnungsveranstaltung geplant. Auf den Ausstellungstafeln werden mögliche Gründe für und die Ausprägungen von rechtsextremen Einstellungen und Weltbildern dargestellt und aufgezeigt, welche Formen rechtsextremes Verhalten annehmen kann. Die Ausstellung ist für Jugendliche ab 14 Jahre vorgesehen, der  Eintritt frei.
  • Am 12. März veranstaltet das Ernst-Barlach-Gymnasium (EBG)  eine Diskussionsrunde für seine Oberstufe: „Sascha Bisley, ein Kenner der neonazistischen Szene und Autor des Buches „Zurück aus der Hölle“, und ein Vertreter des Verfassungsschutzes sprechen mit den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen EF (Einführungsphase) und Qualifikationsphase 1 (Q1) über „Radikalisierungsprozesse Jugendlicher“, heißt es in der Ankündigung der Schule. Finanziert wird die Veranstaltung durch die Gewerkschaft GEW Unna.
  • Am 26. März führt die Gruppe Theaterspiel aus Witten vormittags im Kühlschiff der Lindenbrauerei ihr aktuelles Stück „Der Neue“ für Schüler der Klassen 5 und 6 auf. Ein Theaterstück rund um Miteinander, Ausgrenzung, Mobbing und Zusammenfinden in unserer vielfältigen Gesellschaft. Anbieter ist das Kinder- und Jugendbüro.
  • Um 17 Uhr an diesem Tag folgt im PGU (Morgenstraße) das jährliche Gesamttreffen des Runden Tisches gegen Gewalt und Rassismus, alle Interessierten sind eingeladen. Einem Auftaktreferat „Der alltägliche Rassismus. Fußball-Fankulturen als schlechtes Vorbild?“ sollen weitergehende Diskussionsrunden folgen.

 

Aufgrund wiederholter Leser/innenanfragen stellten wir einige Anfragen an die Stadt Unna.  Rathaussprecher Oliver Böer beantwortete sie uns.

  • Wer stellt das Angebot zusammen, wählt die Anbieter aus?

Der Runde Tisch gegen Gewalt und Rassismus ist ein zivilgesellschaftlicher Zusammenschluss von z.B. Unnaer Schulen, Weiterbildungsträgern, Jugendorganisationen, politischen Parteien, Gewerkschaften, dem Integrationsrat der Kreisstadt Unna, Wohlfahrtsverbänden, religiösen Gemeinschaften und  Unnaer Bürgerinnen und Bürgern .

Das Programm der Aktionswoche wird von den jeweiligen Gruppen selber ausgewählt und gestaltet und in dem gemeinsamen Flyer zusammengefasst. Der „Große Runde Tisch“ wird von der Steuerungsgruppe des Runden Tisches vorbereitet. In diesem Jahr ist das PGU maßgeblich an der Gestaltung beteiligt.

  • Wie hoch sind die Kosten für die Angebote?

Die Kosten für die einzelnen Angebote sind den jeweiligen Veranstaltern bekannt. Der Runde Tisch fördert zum Teil aus seinen Mitteln Anteile der Kosten. Wie Ihnen bekannt ist, ist der Runde Tisch spendenfinanziert. Die Verwaltung der Mittel erfolgt durch uns.

  • Werden in dem Programm neben Rechtsextremismus auch andere extremistischen Ausprägungen berücksichtigt wie Islamismus, Antisemitismus und Linksextremismus?

Da wie bereits erläutert die Veranstaltungen in der Aktionswoche von den jeweiligen Gruppen im Wesentlichen selber ausgewählt und gestaltet werden, kann ich diese Frage nicht beantworten. … Mit fällt aber z.B. direkt die erste Veranstaltung auf dem Flyer auf: „Geschwister-Scholl-Woche – Informationswoche für die 5. Klassen über die Geschwister Scholl, ihre Ziele und ihr Schicksal. Für die Oberstufe ist ein Gespräch mit zwei Aussteigern aus der rechts– und linksradikalen Szene geplant.“

Zu weiteren inhaltlichen Fragen zur Arbeit muss ich auf die Sprecher der Runden Tisches verweisen.“

(Anmerkung: Entsprechende Nachfragen werden gegebenenfalls erfolgen. „Gegebenenfalls“  auf dem Hintergrund der „Studie“ des Runden Tisches über den Rundblick vom Frühjahr 2017.)

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5 KOMMENTARE

  1. Was mich mittlerweile an solchen Aussagen wie die von Herrn Böer stört, ist diese Schlagwort „Zivilgesellschaft“.
    Was genau ist damit gemeint, gibt es denn neben der „Zivilgesellschaft“ auch eine „Uniformgesellschaft“, gibt es gar verschiedene Formen der Gesellschaft also Parallelgesellschaften in unserem Land? Und grenzen sich nicht verschiedene Gesellschaftsformen gegeneinander aus?
    Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Schlagwort „Zivilgesellschaft“, wieder nur so eine leere Worthülse?
    Konnte mir bisher noch keiner vernünftig erklären.