Zunehmende „Messerdichte“ und „auffällig aggressive junge Männer“: Verbotszonen an Bahnhöfen

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Symbolbild, Pixabay
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Zunehmend mitgeführte Waffen, vornehmlich Messer und insbesondere Einhandmesser, und dazu „das auffällig aggressive Verhalten von Jugendlichen und jungen Männern gegenüber Reisenden, Bahnmitarbeitern und Bundespolizisten“ haben an den Großstadtbahnhöfen im Revier Konsequenzen. Die Bundespolizei richtet vom 22. – 24. März 2019 an den Hauptbahnhöfen Dortmund, Gelsenkirchen, Essen und Mülheim/Ruhr eine Verbotszone zum Mitführen von Waffen sowie Messern, Hieb-, Stich und Stoßwaffen ein.

Bereits 2018, erinnert BuPo-Sprecher Volker Stall, waren in Dortmund, Düsseldorf und Köln solche Zonen verfügt worden. „Grund dafür war, dass 2017 bei Kontrollen an den Bahnhöfenn vermehrt Waffen gefunden wurden, vor allem Messer.  Oft wurden diese Waffen bei der Ausführung von Straftaten mitgeführt und in Einzelfällen sogar eingesetzt.“

Aktuell stellt die Bundespolizei eine ähnliche Tendenz fest: An den Hauptbahnhöfen Dortmund, Gelsenkirchen, Essen und Mülheim/Ruhr wurden 2018 über 200 „Sachverhalte“ registriert, bei denen Waffen „im herkömmlichen Sinne“ (gemeint sind Schuss- und Schlagwaffen), aber auch Messer, Hieb-, Stich und Stoßwaffen registriert wurden.

Besonders auffällig waren die vielen Einhandmesser, berichtet der BuPo-Sprecher. „Diese kompakten Messer, die sich mit einer Hand schnell öffnen lassen, wurden durch Einsatzkräfte der Bundespolizei überdurchschnittlich oft sichergestellt.“

Einhandmesser fallen ohnehin unter das Waffengesetz, informierte uns Stall auf Nachfrage. Man darf sie besitzen, aber nicht „mitführen“.

Die vier Hauptbahnhöfe, die jetzt mit Verbotszonen belegt werden, sind alle hochfrequentiert, werden täglich von vielen hunderttausend Reisenden genutzt. Gerade unter dem enthemmenden Einfluss von Alkohol und Drogen kommt es dort, speziell an den Wochenenden, immer wieder zu Konflikten.

„Auch das auffällig aggressive Verhalten von Jugendlichen und jungen Männern gegenüber Reisenden, Bahnmitarbeitern und Bundespolizisten, wie zuletzt am Hauptbahnhof in Gelsenkirchen, machen ein Handeln erforderlich“,

fügt Volker Stall als weiteres Problem hinzu.

  • Er konkretisierte dies im Gespräch mit unserer Redaktion als „Partyreiseverkehr“. Sprich, es sind meist Gruppen junger Männer, die freitags und samstags zum Feiern in Lokalitäten und Clubs in die Großstadt reisen und oft alkoholisiert die Rückreise antreten. Die Nationalitäten seien bunt gemischt, besondere Auffälligkeiten ließen sich nicht erkennen. Wieso zunehmend Männer in ihrer Freizeit eine Waffe bei sich trügen, kann die Bundespolizei auch nur vermuten, da sie keine Ursachenforschung betreibt, lediglich Feststellungen trifft. „Höhere wahrgenommen Unsicherheit“ könne ein Faktor sein, schätzt Volker Stall.

Daher hat die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin ein Verbot des Mitführens von Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Hieb- und Stichwaffen sowie Messern aller Art erlassen.

   -	Die Allgemeinverfügung gilt im Zeitraum vom 22. März 2019, 18:00
Uhr bis 23. März 2019, 06:00 Uhr sowie vom 23. März 2019, 18:00 Uhr 
bis 24. März 2019, 06:00 Uhr. -	Der Geltungsbereich umfasst im oben 
genannten Zeitraum, den Gebäudekomplex des Dortmunder Hauptbahnhofs, 
Gelsenkirchener HBF, Essener Hauptbahnhof und Mülheimer (Ruhr) 
Hauptbahnhofs, inklusive der Gleisanlagen. Ausgenommen sind die 
U-Bahn-/Stadtbahnbereiche. -	Die Allgemeinverfügung gilt für alle 
Personen die sich im Geltungsbereich der Allgemeinverfügung aufhalten
bzw. diesen betreten.

„Verstöße gegen das Waffenverbot -können- mit einem Zwangsgeld in Höhe von 100 Euro geahndet werden“,

heißt es in der Ankündigung abschließend.

„Die Bundespolizei wird ihre Maßnahmen mit Augenmaß durchführen. Gegen Problemklientel werden wir jedoch entschlossen und mit aller Konsequenz vorgehen.“

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1 KOMMENTAR

  1. […] An Hbf Dortmund, Gelsenkirchen, Essen, Mülheim gab es 2018 über 200 Sachverhalte, bei denen Schuss- und Schlagwaffen, #Messer, Hieb-, Stich und Stoßwaffen registriert wurden, außerdem gibt es dort „aggressives Verhalten von Jugendlichen und jungen Männern“ https://www.rundblick-unna.de/2019/03/14/zunehmende-messerdichte-und-auffaellig-aggressive-junge-mae… […]