Unnas Politik stimmt Entwürfen für neue Bummelzone zu – inklusive Lichtkunstbändern

0
343
Neugestaltung der Fußgängerzone: Entwurf für die Massener Straße, wo die Umgestaltung im Frühjahr 2020 starten soll. (Grafik Büro wbp/Quelle Stadt Unna)
Facebookrss

Am Ende der ausführlichen Entwurfspräsentation für die rundum neugestaltete Unnaer Fußgängerzone dankte Ausschussvorsitzender Bernd Dreisbusch (SPD) der beauftragten Planerin. Und bemerkte: „Wir nehmen hier eine Menge Geld in die Hand, wenn man bedenkt, dass wir eigentlich gar nicht so viel Geld haben…“

Zitate, die bleiben.

Vorab: Die Entwürfe für die Neugestaltung der Fußgängerzone (mit Start an Massener Straße und danach Hertinger Straße) haben am Mittwochabend das erste politische Gremium passiert. Mit großer Mehrheit stimmte der Ausschuss für Stadtentwicklung (ASBV) den Vorschlägen des Planungsbüros wbp zu.

Wie berichtet, soll Unnas marode Bummelzone ab Frühjahr 2020 umgestaltet werden zu einem „Erlebnisraum mit Einkaufsmöglichkeiten“ (Baudirektor Michael Ott) – und mit Lichtkunst bestückt.

Diese Lichtleisten, die sozusagen als illuminerter Wegweise zum Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei das (neue) Pflaster säumen sollen – sie sollen NICHT die Straßenbeleuchtung ersetzen – sorgten bei unseren Lesern größtenteils für Unverständnis bis Ärger: Sie kosten 200.000 Euro. Sie wurden auch im Fachausschuss gestern Abend noch einmal längere Zeit diskutiert.

Klaus Göldner von der FLU sprach die heikle Frage dieser Lichtkunst als Erster an: Halten diese Lichtbänder es aus, wenn Lieferverkehr über sie donnert?  Baudirektor Ott verwies aufs Dortmunder BVB Museum, dort gebe es solche Leisten auch und sie seien sehr stabil. Sie würden mittels Edelstahlelementen ins (neue) Pflaster eingelassen, hielten ca. 30 Tonnen Gewicht aus und seien wasserdicht.

Sehr angestrengt wiesen CDU, SPD wie auch Stadtverwaltung wiederholend darauf hin, dass die Stadt selbst für diese Lichtkunstbänder nichts zuzahlt (höchstens eine geringe Restsumme, wenn City-Werbering und Verkehrsverein ihre 20 Prozent der Kosten nicht zusammenbekämen).

80 Prozent der auf 200.000 Euro angesetzten Gesamtkosten werden aus Landesmitteln rekrutiert. Was ist mit den Folgekosten?, wollte Gudrun Friese-Kracht (SPD) wissen:  Wartung und Strom kosten jährlich jeweils ca. 1000 Euro, also 2000 Euro pro Jahr, schätzt Michael Ott.

Das Lichtband soll wellenförmig zwischen warmem und kaltem Licht wechseln. Björn Merkord von den Grünen äußert die Befürchtung, dass dieses „kalte Mondlicht“ Insekten anlocken könnte. Darauf wurde nicht näher eingegangen. Vehement warf sich für diese Lichtleisten SPD-Ratsherr Ralph Bürger ins Zeug: Dies sei Unna seiner Attraktion, dem Lichtkunstzentrum, einfach schuldig!

Weitere Tagesordnungspunkte:

  • Einsetzung eines ehrenamtlichen (kostenlosen) Fahrradbeauftragten aus den Reihen des ADFC:  Abgelehnt – „Brauchen wir nicht.“ (CDU und SPD. Motto: Was komme als Nächstes, ein Fußgängerbeauftragter?)   Dieses Nein zu einem völlg kostenneutralen Angebot war für Björn Merkord von den Grünen komplett unverständlich. Er schimpfte.

 

  • Abriss und Neubau Aldi Kamener Straße: Die Spielhalle wird weichen, hub Baudirektor Ott an. Bevor weiterdiskutiert werden konnte, meldeten mehrere Fraktionen vertieften Beratungsbedarf an, u. a. wegen der Verkehrsfrage. Verschoben.
Die Flüchtlingsunterkunft an der Kamener Straße 120 soll laut Ratsbeschluss vom 31. Oktober 2018 abgerissen werden und einem Neubau mit 13 Kleinwohnungen für rund 3 Mio. Euro Baukosten weichen. (Archivbild: Rundblick Unna)
  • „Bebaungsplan Nr. 149: Nördlich des Königsborner Sportplatzes“ (meint: Asylheim Kamener Straße für 3 Mio. Euro): Bebauungsplan gegen die Stimmen FLU, FDP, Linke und Christoph Tetzner (fraktionslos) angenommen, der B-Plan geht jetzt ins beschleunigte Verfahren.
Ortsschild von Massen. (RBU-Archivbild)

Fortlaufend weiter und intensiv diskutiert wird die ungelöste Verkehrsproblematik im Ortskern von Unna-Massen, Bereich Massener Hellweg / Massener Bahnhofstraße sowie Kleistraße. Dies könne man nicht losgelöst von der strittigen Frage des neuen Einzelhandelsstandortes mit Edeka und Aldi an der Massener Bahnhofstr./Kletterstraße entscheiden. Dieses Thema kommt am heutigen Donnerstag (21.3.) im Haupt- und Finanzausschuss zur Sprache (Beginn 17 Uhr).

Facebookrss