1,5 Mio. zusätzlich u.a. für Lichtkunstmeile und Morgentorplatz: „Andere Projekte auf Null setzen“

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Neugestaltung der Fußgängerzone: Entwurf für die Massener Straße, wo die Umgestaltung im Frühjahr 2020 starten soll. (Grafik Büro wbp/Quelle Stadt Unna)
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1,5 Millionen Euro mehr als geplant: Die Stadt Unna muss sich wieder einmal mit Kostensteigerungen auseinandersetzen. Unter anderem die Neugestaltung der  Fußgängerzone mit Lichtkunst oder der neue Morgentorplatz werden deutlich teurer.

Da noch nicht sicher ist, ob das Land die Fördergelder entsprechend aufstockt, schlägt die Stadt dem Rat für seine Sitzung am kommenden Donnerstag vor, „zunächst andere Maßnahmen auf Null zu setzen“ – etwa den zweiten Abschnitt der Fußgängerzonensanierung (Bahnhofstraße).

Bahnhofstraße Unna. (Archivbild RB)

„Integriertes Handlungskonzept Innenstadt 2022 – Umgang mit Kostensteigerungen“: Unter diesem Tagesordnungspunkt, der sich ganz am Ende der ellenlangen Rats-Tagesordnung für nächsten Donnerstag findet (4.4., 17 Uhr), verbergen sich rund 1,5 Millionen Euro Zusatzkosten für geplante Innenstadtprojekte.

Betroffen sind Projekte, die der Rat im Rahmen des „integrierten Handlungskonzeptes Innenstadt“ als Schwerpunkte definiert hat. Sie werden mit Geld aus der Städtebauförderung bezuschusst.

„Aufgrund der aktuellen Planungen des iHK 2022 kommt es gegenüber dem von der Bezirksregierung mit Bescheid vom 28.11.2017 bewilligten Kostenrahmen der förderfähigen Ausgaben zu Mehrkosten in Höhe von 1.500.000 €“, schreibt die Verwaltung etwas umständlich in ihrer Vorlage.

Die Kostensteigerung ergibt sich laut Stadt

Platz zwischen Morgentor und Ostring, Foto: Archiv Rundblick
  • aus der „Schwerpunktsetzung Morgenplatz“ mit Absicherung des vorgefundenen Hohlraumes (ehem. Brauereikeller)
  • und aus „allgemeinen Kostensteigerungen in den Einzelmaßnahmen“.
  • Dagegen habe man lediglich eine Maßnahme „zurückstellen“ (also aufschieben) können: „Barrierefreiheit Katharinenschule“.

Nach einem Gespräch mit der Bezirksregierung Arnsberg könne zwar „davon ausgegangen werden, dass eine entsprechende Mehrfinanzierung durch das Land NRW erfolgen wird, allerdings besteht hierfür keine Sicherheit“, merkt die Verwaltung an.

Deshalb sei verabredet worden, für die aktuell laufende Antragstellung zum Programmjahr 2019 – Fußgängerzone Massener Straße/Hertinger Straße sowie 2. Bauabschnitt Morgenplatz – „zunächst andere Maßnahmen auf Null zu setzen“: Konkret sind das der zweite Abschnitt der Fußgängerzonensanierung (Bahnhofstraße) und geplante neue Pavillons im Bornekamp.

„Sobald für die anderen Maßnahmen zum iHK 2022 verlässliche Kostenberechnungen vorliegen, soll dann insgesamt ein Erhöhungsantrag gestellt werden“, so die Stadt abschließend.

Die neuen Beigeordneten der Stadt Unna Dirk Wigant (li.) un Jens Toschläger (re.) nach ihrer Wahl mit Blumensträußen, vom Bürgermeister beglückwünscht. (Archivbild/Quelle Stadt Unna)
  • In derselben Ratssitzung, in der über diese Kostensteigerungen beraten wird, wird übrigens der neue Technische Beigeordnete Jens Toschläger vereidigt. Er folgt auf Ralf Kampmann, der seit längerer Zeit krankheitsbedingt ausgeschieden ist. Zusammen mit Dirk Wigant, der in der letzten Ratssitzung vereidigt wurde, ist das Beigeordneten-Quartett der Kreisstadt damit offiziell wieder komplett (faktisch sind es aktuell drei Beigeordnete, weil auch Bürgermeisterstellvertreter Karl-Gustav Mölle aus Gesundheitsgründen ausgeschieden ist).
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4 KOMMENTARE

    • @ longman. Auch ich wünsche mir Neuwahlen. Allein mir fehlt der Glaube dass sich etwas ändert. Die roten Socken werden nach wie vor das Kreuz bei der SPD machen da Großvater und Vater und Mutter das auch schon immer so gemacht heben und die Seilschaften Bestand haben selbst wenn Parteivorsitzende in verächtlicher Art und Weise gegen eigene Ratsmitglieder vorgehen. Und die letzte Wahl bei der CDU hat gezeigt dass der Vorsitzende, dessen Name eher Parteiprogramm ist als Realpolitik zu 100% wieder gewählt wurde. Und bei den Umfrageergebnissen der Grünen wird mir Angst und Bange um dieses Land. Aber die Deutschen hatten ja schon immer das Händchen ihren eigenen Untergang an die Macht zu bringen. Und die FDP, wie Phoenix aus der Asche auferstanden zeigt sowohl in der Berlin als auch in der lokalen Politik keinen Ar..sch in der Hose sondern verhält ich wie das Fähnchen im Winde. Also, warum sollten sich diese Politiker einen Kopf machen? Jeder erhält nach der nächsten Wahl wieder sein Pöstchen, Warum also deshalb Politik im Interesse der Wähler und deren Steueraufkommen machen.

  1. Hätte mich auch gewundert, wenn man im Kostenrahmen bleibt. Gibt es überhaupt ein Projekt der öffentlichen Hand, dass im Rahmen bleibt? Solange keiner persönlich haftbar ist, wird sich an der Mentalität nichts ändern. Es ist immer leichter das Geld der Steuerzahler mit vollen Händen auszugeben, wenn am Ende keiner zur Rechenschaft gezogen wird.

    Und ob sich nach den Wahlen etwas ändern wird, bezweifle ich vehement. Meine Großmutter hat immer gesagt:“ Politiker sind alle gleich, kann man in einen Sack stecken, draufhauen, trifft man nie den Verkehrten.“