„Mit Dartpfeilen auf Straßenkarte geworfen?“ Fragen/Antworten zu umstrittenen 30er-Hauptstraßen

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Die Vorhaben im Rahmem des Lärmaktionsplans für de Hauptstraßen in Unna. Dunkelblau - Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen, Hellblau - 30 auf Kreis-/Stadtstraßen, Rot: Lärmsanierung. (Archivbild RBU / Grafik Stadt Unna)
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Was soll diese Flut an 30er-Schildern auf der Kleistraße, buchstäblich alle paar Meter eins? Und wie hat die Stadt Unna die Straßenstücke für ihre neue Lärmreduzierungs-Temporeduzierung ausgewählt: Wurde „mit Dartpfeilen auf die Straßenkarte geschmissen“?

Leserfragen und Antworten der Stadt rund ums hochumstrittene neue Tempo 30 auf Unnaer Hauptstraßen (Friedrich-Ebert-, Kleistraße und Massener Hellweg).

Üppig ist die Kleistraße in Massen seit dem 20. März mit Tempo 30-Schildern gesäumt. (Foto: Sabine Neuhaus)
  • Da sämtliche Seitenstraßen der Kleistraße schon 30er-Zonen sind: Hätte man nicht einfach oben und unten an der Kleistrasse ein 30er-Zonen-Schild aufstellen können?

    Dies ist auf Grund der Klassifizierung der Straße nicht möglich. Die Kleistraße ist eine „qualifizierte“ (Fachterminus) Straße, die dem überörtlichen Verkehr dient.

 

  • Wer entscheidet und wie wird entschieden, welche Straßen unter dem Lärmschutzplan fallen? Wird der Lärm vorab gemessen oder wird im Rathaus mit Pfeilen auf eine Straßenkarte geworfen?


Alle Informationen und weiteren Verweise zum beschlossenen Lärmaktionsplan sind auf unserer Homepage unter dem Link http://www.unna.de/kreisstadt+unna/kreisstadt-unna/stadtverwaltung-virtuelles-rathaus/alle-bereiche-von-a-z/bauleitplanung/laermaktionsplan/ zu finden.

 

  • Wenn der Lärm gemessen wurde, wird er nach Einführung von 30 nochmal kontrolliert? Also Vorher/Nachher-Prinzip?-  Nein, die Erfassung der Lärmimmissionen erfolgt durch Berechnung.

 

  • Auf der insgesamt 1500 Meter (750 Meter -ein Weg) langen Strecke der Kleistraße stehen nun 12 weitere Schilder. Ob dieser Schilderwald noch die erforderliche Sicherheit bietet? – Nach Einschätzung der Straßenverkehrsbehörde ja.

 

  • Gibt es eine Din-Norm für das Aufstellen von Schildern? Wenn man z.B. aus der Emil-Bennemann-Straße nach rechts auf die Kleistraße fährt, ist das 30er-Schild kaum sichtbar, genauso gegenüber von der Weststraße nach rechts auf die Kleistraße.  – Eine entsprechende DIN-Norn gibt es nicht. Es gibt z.B. Empfehlungen durch Richtlinien der Bundesanstalt für Straßenwesen. Die von Ihnen angesprochen Stellen sind uns auch schon aufgefallen. Wir sind da in Kontakt mit Straßen.NRW, die die Schilder aufgestellt haben, um gflls. notwendige Korrekturen zu besprechen.

Die Antworten übermittelte uns Rathaussprecher Oliver Böer, wir haben sie wörtlich wiedergegeben.

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3 KOMMENTARE

  1. Die Schilder gab es im Dutzend billiger. Eine 30er Zone kann die Kleistraße nicht sein, weil sie eine „qualifizierte“ Straße mit überörtlicher Bedeutung ist, dafür kann man sie aber mit Tempo 30 Schilder zukleistern. Da wiehert der Amtsschimmel. Kostet ja alles nix, sind ja ehe nur Steuergelder.

    Ich habe mir das gestern Nachmittag auf dem Weg nach Hause mal wieder angetan dort lang zu fahren. Nein danke, ich werde auf meine Ausweichroute zurückkehren. Lärmschutz sieht anders aus, z.B. den LKW Verkehr über 3,5 T auf der Kleistraße zu verbieten. Viele LKW nutzen die Strecke als Ausweichroute, wenn die Autobahn mal wieder verstopft ist.