„Wir sind alle Deutschland“: Kampagne islamischer Reformer gestartet

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Auszug aus dem Flyer der Ahmadiyya. (Foto RB)
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„Ein wirklicher Muslim…. wird sich immer aufrichtig und loyal dem Land gegenüber verhalten, unter dessen schützendem Schatten er in Frieden lebt.“ Daran glaubt ein Ahmadi-Muslim. Und auch daran: „… wenn jemand einen Menschen tötet, so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet“… .

Mit der Kampagne „Wir sind alle Deutschland“ möchten in Deutschland lebende Anhänger dieser muslimischen Reformbewegung Aufklärung schaffen.

Nach dem Start ihrer Aktionen im Oktober 2018 in Unna (Rundblick berichtete) fanden am heutigen Samstag (6.4.) viele Bürger im Kreisgebiet Infoflyer der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ in ihren Briefkästen.

Die in Indien gegründete Religionsgemeinschaft wird zum reformerischen Teil des Islam gezählt. Sie beruft sich auf den Islam und die religiöse Persönlichkeit und Mirza Ghulam Ahmad, wird von einem Kalifen geführt und hat in Deutschland ca. 40.000 Mitglieder. Hauptsitz hier ist Frankfurt.

Auszug aus dem Flyer der Ahmadiyya. (Foto RB)

„Angesichts des im Namen des Islam verübten unsäglichen Terrors fühlen wir uns als Muslime dazu verpflichtet, die Bevölkerung über Heimatliebe und Loyalität gegenüber über dem Land als Teil des Islam aufzuklären“, schrieb der Specher von AMJ Deutschland, Dr. Mohammad Dawood Majoka, am 31. Oktober zum Auftakt der Kampagne in Unna (Landhaus Massener Heide).

Man erhoffe sich durch die Aktionen (so auch die nun verteilten Flyer), dass die Menschen klar differenzierten zwischen Muslimen und fanatischen Extremisten und nicht „aus Unkenntnis zu voreiligen Schuldzuweisungen und Vorurteilen neigen. Dies wird nur zur Spaltung der Gesellschaft beitragen und das spielt nur den Extremisten in die Hände.“ Daher sei ein Kern der Kampagne  „die dem Islam innewohnende Heimatliebe und Loyalität zum Staat“.

Auszug aus dem Flyer der Ahmadiyya. (Foto RB)

Nach ihrer eigenen Darstellung ist die AMJ deutschlandweit gut integriert und besitzt mit ca. 45% Hochschulreifenquote ein hohes Bildungsniveau unter ihren Jugendlichen.

2016 lud das Nachrichtenmagazin „Focus“ (Onlineausgabe) den damaligen AfD-Chef Jörg Meuthen zu einem Streitgespräch zur Frage „Ist der Islam nicht reformfähig?“ in eine  Ahmadiyya-Moschee ein.

Wikipedia führt zur Ahmadiyya u. a. Folgendes aus:

Die Ahmadiyya sieht keinen Unterschied zu anderen islamischen Bewegungen, außer in ihren Anstrengungen, „die ursprüngliche Schönheit und Einfachheit des Islam“ wiederherzustellen, und im absoluten Verzicht auf Gewalt bei der Verfolgung ihrer Ziele.“

Reformbemühungen

Neben den Missionsanstrengungen nach außen sind der Ahmadiyya Reformen innerhalb der islamischen Welt ein zentrales Anliegen. Die im multireligiösen Indien entstandene Ahmadiyya möchte den Islam von falschen Interpretationen, Aberglauben und  eingeschleppten Traditionen reinigen. Religions- und Meinungsfreiheit aller seien zu achten und die Bildung in der islamischen Welt zu verstärken,  besonders die Bildung der Frau. Innerhalb der eigenen Organisation versucht die Ahmadiyya dies mit einer eigenen Frauenabteilung Lajna Imaillah umzusetzen.

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