Fahrradfreundliches Unna – es war einmal: Note 4 beim ADFC-Radklimatest – Bergkamen wie auch Lünen besser

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Radwegbeschilderung in Unna. (Archivbild RB)
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Nur noch Note 3,97 – macht eine glatte Vier. Nur noch ein Ausreichend für eine Stadt, die sich die Fahrradfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat.

Unna hat diesbezüglich schwer abgebaut. Das ergibt sich aus dem aktuellen Fahrradklimatest des ADFC (hier gibt es die Werte aller teilnehmenden Städte im Vergleich und in Einzelwertungen).

Seit 2012 und 2014 geht es mit der Fahrradfreundlichkeit in der Kreisstadt rapide bergab, vom damaligen „Befriedigend“ (Note 3,3)  ist Unna inzwischen aus Sicht der Befragten eine komplette Schulnote entfernt.

Unter den Vergleichsstädten zwischen 50. – und 100.000 Einwohnern befindet sich die Eselsstadt mit dieser dürftigen Bewertung allerdings in guter – bzw. unguter – Gesellschaft, im Ranking belegt Unna einen unauffälligen Platz im Mittelfeld.

Als „Positiv“ wird für Unna gewertet,

  • dass Radler in vielen Einbahnstraßen gegen die Fahrtrichtung radeln dürfen,
  • dass es viele Leihfahrräder gibt,
  • dass Werbung fürs Radeln gemacht wird.
Auto blockiert Radweg / Archivbild RB

Besonders negativ fällt auf:

  • Es gibt kaum Winterdienst auf Radwegen,
  • viele Radwege sind zugeparkt/zugestellt,
  • „nur bestimmte Gruppen fahren Fahrrad“ (welche das sind, wird in der Auswertung nicht näher erläutert).

Deutlich besser schneiden Lünen und vor allem Bergkamen ab.

Die Nordbergstadt erzielt kreisweit das beste Ergebnis beim Fahrradklimatest: Note 3,5.

So grandios ist das zwar auch nicht, aber „im landes- und bundesweiten Vergleich erreicht unsere Stadt in der Kategorie 20.000 – 50.000 Einwohner Platz 36 von 311 (bundesweit) und sogar Platz 15 von 82 (landesweit)“, freut sich die Stadt Bergkamen in einer Pressemitteilung vom Freitag.

„Eine tolle Leistung!“, erkennt der Stadtverordnete und ADFC-Vorsitzende Thomas Semmelmann an. Auch Bürgermeister Roland Schäfer freut sich sehr über das Ergebnis:

Roland Schäfer, Bürgermeister von Bergkamen und Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW. (Archivbild / Quelle Stadt Bergkamen)

„Es ist grundsätzlich ein positives Signal, wenn die Radverkehrsinfrastruktur in Bergkamen bei der Mehrheit der Test-Teilnehmer/-innen vergleichsweise gut abschneidet. Der ADFC Fahrradklima-Test ist ein wichtiger Indikator für die Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung.“

Auch der Radverkehrsbeauftragte der Stadt Bergkamen, Hans Irmisch, kann dies bestätigen: „Besonders positiv bewertet wurden die Kriterien „Erreichbarkeit zum Stadtzentrum“, „zügiges Radfahren“ sowie „Wegweisung“. Aber es gibt offensichtlich auch weiterhin Nachholbedarf.

Die beim Test festgestellten Schwächen, u.a. Ampelschaltungen für Radverkehr oder Winterdienst auf Fahrradwegen, bieten nun Anlass zur Überprüfung und – sofern möglich – Verbesserung.“

Für Bürgermeister Roland Schäfer gehören Lob und Kritik immer zusammen.

„Zusammenfassend können wir trotzdem ein erfreuliches Resümee ziehen, denn insgesamt waren rund 75% der 101 Bergkamener Test-Teilnehmer/-innen äußerst zufrieden und bekundeten ihren Spaß am Radfahren in Bergkamen. Das Ergebnis zeigt angesichts des erst kürzlich beschlossenen Klimaschutzkonzeptes, dass wir bereits vor vielen Jahren die richtige Richtung eingeschlagen haben und der weitere Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur, wie zum Beispiel der Bürgerradweg an der Landwehrstraße, ein langfristiges Ziel sein sollte.“

Die Stadt Unna hat sich zum Ergebnis des Fahrradklima-Tests 2018 bisher nicht offiziell geäußert.

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2 KOMMENTARE

  1. Ich habe da eine super Idee, so springt Unna garantiert an die Spitze der fahrradfreundlichen Hitliste. Das ganze spart noch Geld für unsinnige Strassensanierungen und Unna gewinnt den 1.Preis in der EU Lärmschutz-Liga. Nebenwirkung ist zudem noch ein Rückgang von schweren Autounfällen.
    HIER DIE LÖSUNG: Macht einfach alle 30er Zonen zu Fahrradstraßen, schneller kann man dort mit dem Auto sowieso nicht mehr fahren;))))

  2. In der Tat macht radeln in Bergkamen mehr Spaß als in Unna. Wobei man von Spaß in Unna nicht reden kann und wer die Auswertung liest wird schnell feststellen dass die schmeichelhafte 4=ausreichend in der Gesamtbewertung nur durch positive Beurteilung in unrelevanten Fragen zu Stande kommt. Bei den Fragen wie Stellenwert des Radfahrens, Sicherheit, Komfort und Zustand der Radwege ist die Auswertung schlicht ein Armutszeugnis. Hier erhält Unna bei 50 bis 80% der Antworten ein UNGENÜGEND bzw. MANGELHAFT. Da ist es mit ein wenig Schnee fegen nicht getan.