„F***i f***i“am Kamener Markt – Ex-Hauptschulsozialarbeiter (SPD) schreibt Bürgermeisterin Kappen drängenden Brief

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Der Telgmann-Brunnen auf dem Alten Markt in Kamen. (Foto Privat)
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„Als sich schließlich die Frauengruppe gegen 2 Uhr nachts zum Heimweg auflöste, kamen einige Frauen rennend zurückgestürmt. Hinter ihnen einer der beiden ,Südländer´ mit aus der Hose gezogenem Glied, ,ficki, ficki´ rufend….“

Michael Lowey, langjähriger früherer Sozialarbeiter an der Hauptschule Kamen, Musiker und  jahrzehntelang SPD-Mitglied, hat Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen einen Brief geschrieben. Er enthält obiges Zitat.

Lowey beschreibt ein Erlebnis, das er vor ca. einer  Woche am Kamener Markt hatte. Es war ein hässliches, abstoßendes Erlebnis, das aus Loweys Sicht kein Einzelfall war. Er interpretiert es als symptomatisch für eine erschreckende Fehlentwicklung in der Gesellschaft, hier konkret in seiner Stadt.

Sowohl den „ficki ficki-„-Vorfall als auch den Brief an die Bürgermeisterin machte Lowey in dieser Woche in den sozialen Medien unter seinem Klarprofil öffentlich. Der Post wird seither rege diskutiert und stößt ganz überwiegend auf Zustimmung und Respekt vor Loweys Mut, sich mit so deutlichen Worten in die Öffentlichkeit zu begeben.

Michael Lowey schreibt der SPD-Bürgermeisterin: 

„Ich war 15 Jahre lang Sozialarbeiter an der Hauptschule Kamen und habe mich auf der Basis des SGB VIII in Interessenkollision zu vielen Lehrkräften begeben müssen, und zwar durch meine gesetzliche Aufgabe zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Hier dürfte mein Ruf unter den mittlerweile erwachsenen Schülern diversester Herkunft untadelig sein.

Ich habe als Anrainer 18 Jahre am Alten Markt gewohnt und habe die zentrale Entwicklung Kamens privat und beruflich engmaschig verfolgt.

Ich bin seit 1984 SPD-Mitglied und in meiner Partei wegen des Parteiprogrammes verblieben, obwohl es ausnahmslos von allen derzeitigen Regierungsprotagonisten mit Füßen getreten wird.

Dieses vorweg, damit ich nicht reflexartig in eine „rechte“ Ecke gedrängt werde, wenn ich nachstehend kritische Bemerkungen zur aktuellen Entwicklung in unserer Gemeinde anführe.

Die Öffnung der Grenzen durch Bundeskanzlerin Angela Merkel war grundgesetzwidrig. Entsprechende Expertisen liegen vor, wenngleich sie negiert werden. Das nur nebenbei. Insofern war die Stadt Kamen bereits unter der Ägide von Hermann Hupe als Geschäftsführer gezwungen, mit den Folgen klarzukommen. Gleiches gilt für Sie und meine Kritik ist daher keine persönliche….

Am 23-04-2019 besuchte ich gegen 18:00 Uhr das Lokal  „****“ (in der Innenstadt). Nach kurzer Zeit wurde ich Augenzeuge einer polizeilichen Verfolgungsjagd, wobei der Täter entkam.

Polizeieinsatz am 23. April in der Kamener Innenstadt. (Foto Lowey)

Gemäß Information vor Ort habe der Flüchtende am neuen Kiosk am Alten Markt ein junges Mädchen geschlagen. Mit Eintreffen der Polizei wurde er dann flüchtig.

Durch die Zeugenaufnahme entstand in unmittelbarer Sitznähe ein Pulk junger Menschen.

Eine junge Kellnerin hatte sich gegenüber der Polizei entschuldigt, dass sie zu spät reagiert habe, um den mutmaßlichen Täter zu stellen. Die Beamten wiesen darauf hin, dass sich niemals ein Beteiligter wegen Eigengefährdung in eine Polizeiaktion einmischen solle.

Die anschließende Diskussion zwischen Gästen ergab:

Seit Neueröffnung eines Kiosks am „Alten Markt“ sei eine derart verschärfte Situation für die anliegende Gastronomie entstanden, dass es unmöglich sei, ein geordnetes Geschäft zu führen. Prügeleien nachts seien an der Tagesordnung. Gäste blieben deswegen aus.

Vor einigen Tagen haben zwei „Südlander“ in der Kneipe ständig eine Frauengruppe durch Smartphone-Fotos belästigt. Trotz mehrfacher Ermahnung hätten diese beiden nicht reagiert. Als sich schließlich die Frauengruppe gegen 2 Uhr nachts zum Heimweg auflöste, kamen einige Frauen rennend zurückgestürmt. Hinter ihnen einer der beiden „Südländer“ mit aus der Hose gezogenem Glied, „ficki, ficki“ rufend.

Als die Polizei eintraf gab er an, er sei zum Urinieren von der Toilette gekommen und habe vergessen, die Hose zuzumachen. Dieses wurde entschieden verneint.

Die Gastwirtin schilderte die Vorgänge den Tränen nahe und gab an, dass sie drauf und dran wäre, ihre Existenz aufzugeben. Ständig sei sie Bedrohungen ausgesetzt. Man würde gegen die Scheiben spucken und belästigen. Die anliegenden Gastwirte seien insgesamt in ihrer Existenz gefährdet, weil das Zielpublikum immer vorsichtiger agiere und den Stadtkern meide.

(….) Wenn die Stadt Kamen nicht durch das Ordnungsamt im Schulterschluss mit der Polizei konsequente Platzverweise ausspricht und diese wirkungsvoll sanktioniert, wird das Geschehen völlig entgleisen. Der Lerneffekt bei Jugendlichen ist naturgemäß immer: „Wo kein Kläger, da kein Richter“.

Das bundesdeutsche Gebot, alles zu unterlassen, was auch nur einen Anschein von Fremdenfeindlichkeit hat, wird in letzter Konsequenz nicht dankbar aufgefasst werden. Die Dreistigkeit, öffentliche Räume zu vereinnahmen und diese zu besetzen, wird dazu führen, dass der Rest an Gastronomie zugrunde geht. Die brach liegenden Flächen mit Spielotheken zu füllen mag zwar das Gewerbeeinkommen kompensieren. Auf Dauer wird jedoch die Stadt der Kamener Bürger zugrunde gerichtet.

Es ist mir zu keinem Zeitpunkt meines Lebens darum gegangen, Menschen zu diffamieren, sie zu verfolgen bzw. verfolgen zu lassen. Im Jahre 2000 war ich Augenzeuge, wie man einige singende Hippies unter den Bögen vor der Bücherei erfolgreich vertrieb. Das tat mir persönlich leid. Dennoch hinterließen diese ein Schlachtfeld an Müll. Die Polizei hatte keine Probleme damit.

Die verheerende Flüchtlingspolitik bzw. deren Korrektur kann m.E. nicht durch durch die Bürger erfolgen. Sie muß von den öffentlichen Institutionen u.a. mit der Möglichkeit des Remonstrierens ausgeschöpft werden. (…) Die viel proklamierte Zivilcourage, zu der wir angeblich unsere Kinder erziehen sollen, ist offensichtlich bei der Vorbildgeneration nicht angekommen. (…)

Ich bitte Sie, vor Ort im Rahmen Ihrer Möglichkeiten zu handeln.

Mit freundlichen Grüßen: M. Lowey“

……………………………………………………………………………………

 Wir stellten bei der Kreispolizeibehörde Unna zwei Anfragen:

1. nach dem Einsatz am 23. April,

2. danach, ob der Bereich Alter Markt momentan auffällig sei bzw. im Focus der Polizei stehe.

Polizeisprecherin Vera Howanietz . (Foto Pol UN)

Polizeisprecherin Vera Howanietz antwortete uns dazu:

„Zu 1): Auf dem Marktplatz kam es am 23.04.2019  gegen 19 Uhr  zu verbalen Streitigkeiten zwischen  zwei Bekannten, einem 25-jährigen Mann und einem 17-jährigen Mädchen. Als der Streit sich intensivierte, schlug ihr der Mann mit der flachen Hand ins Gesicht. Dabei wurde das Mädchen leicht verletzt.

Eine Freundin des Mädchens hat die Polizei gerufen. Als diese am Einsatzort eintraf, entfernte sich der 25 Jährige.

Von einer Verfolgung ist nichts bekannt.

Zu 2): In den letzten Wochen konnten wir beobachten, dass der Bereich rund um den „Alten Markt“ zum Treffpunkt Jugendlicher und Heranwachsender geworden ist, die dort wohl auch Alkohol konsumieren. Gerade bei gutem Wetter wird der Treffpunkt immer beliebter, was zu Ruhestörungen und auch zu einigen Körperverletzungsdelikten geführt hat.

Im Rahmen der Ordnungspartnerschaft mit der Stadt Kamen wird dieser Bereich daher sowohl durch das Ordnungsamt  als auch die Polizei verstärkt in Augenschein genommen werden.“

 

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5 KOMMENTARE

  1. Natürlich! Als erstes möchte der SPD-Genosse darauf hinweisen, dass er auf gar keinen Fall „rechts“ sein möchte. Aber gegen die Flüchtlings- und Migrations-Politik von SPD/CDU/GRÜNE/LINKE ist er irgendwie schon. Es sei darauf hingewiesen, dass Herr Lowy diese Fi**i-Fi**i- Situation durch seine SPD-Mitgliedschaft und sein mutmaßliches Wahlverhalten aktiv herbeigeführt hat. Er und seine Genossen haben sich dieses Stadtbild gewünscht und jeder, der etwas dagegen gesagt hat, wurde von den SPD-Genossen als „rechter Nazi“ beschimpft.

    Wenn Herr Lowy wirklich etwas ändern möchte, sollte er schnellstmöglich aus der SPD austreten und in die AfD eintreten…

  2. Zitat: Die verheerende Flüchtlingspolitik bzw. deren Korrektur kann m.E. nicht durch durch die Bürger erfolgen. Sie muß von den öffentlichen Institutionen u.a. mit der Möglichkeit des Remonstrierens ausgeschöpft werden“ Zitst Ende.
    Tut mit auch leid Herr Lowey. Aber ihre Genossen und deren grüne Sympathisanten haben das bis heute nicht begriffen.
    Denn erneut, nachdem die offenen Probleme bereits 2017 angesprochen wurden, haben zuletzt am 15.3.2019 der Stadtrat von Kamen, namentlich SPD-Fraktionsvize Christiane Klanke wie auch Anke Dörlemann (Bündnis 90/Die Grünen)  händeringend nach weiteren Flüchtlingen geschrien da sie mit einer vermehrten Zuwanderung umgehen können und wollen.
    Demzufolge ist da wenig zu erwarten weil in diesem Fall ja nicht nur die Stadtverwaltung bagatellisiert sonder auch wieder einmal die Polizei (wie in Unna bei Übergriffen) die Vorfälle herunterspielt.
    Und selbst wenn dort die erforderliche Einsicht doch noch einkehren sollte, wie sollen diese Maßnahmen dann umgesetzt werden. Mit welchem Personal denn??
    Da haben doch die rot grünen Versager die die Politik Jahrzehntelang in NRW verantworteten und im Kreis noch verantworten dazu beigetragen dass es dieses Personal nicht gibt. 

  3. […] „Die Dreistigkeit, öffentliche Räume zu vereinnahmen und diese zu besetzen, wird dazu führen, dass der Rest an Gastronomie zugrundegeht.“ Gewalt, Bedrohungen, Belästigungen, „f…i f…i“ – Ausgerechnet SPDler schildert ungeschönt Lage in Kamener Stadtkern https://www.rundblick-unna.de/2019/04/30/fi-fiam-kamener-markt-ex-hauptschulsozialarbeiter-spd-schre… […]

  4. In diesem Land steckt die Karre mittlerweile derart tief in der Scheiße, dass eine Besserung meiner Meinung nach nur dann möglich ist, wenn die Politik ihren derzeitigen Kuschelkurs (in allen Belangen) verlässt und die Polizei richtig durchgreifen darf bzw. wenn empfindliche Strafen erfolgen. Das ganze Weichgespüle hat in den vergangenen Jahren zu der jetzigen Situation geführt und daran sind meiner Meinung nach alle Parteien schuld (wobei die Gewichtung nicht unbedingt bei 50/50 liegt)!

  5. Theodor, da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Irgendwie ist dieses Land aus dem Ruder gelaufen. Offensichtlich brauchen wir wieder klare, eindeutige Regeln die für alle gelten und Regelverstöße müssen sofort und in aller Konsequenz geahndet werden. Sonst bleibt nämlich der Lernerfolg bei so manchem Zeitgenossen aus.