28-Jähriger will unbedingt in die Psychiatrie – und schafft es mit Brachialmethode

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Mit Steinwürfen zertrümmerte ein 28-jährigen erst ein Klinik-Fenster, dann die Seitenscheibe eines Streifenwagens der Polizei. Foto: Kreispolizeibehörde MK
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Er wollte unbedingt „rein“ – in die Psychiatrie. Das geht aber nicht eben mal so, daher rastete der junge Mann ein wenig aus. Und erreichte auf diesem Randale-Umweg (leider) genau das, was er gewollt hatte…

Am Mittwochnachmittag (30. 4.) rief die Hans-Prinzhorn-Klinik Hemer die Polizei, weil sich ein hartnäckiger junger Mann nicht nicht abweisen ließ. „Er wollte unbedingt dort behandelt werden“, schilderte uns auf Nachfrage ein Polizeisprecher des Märkischen Kreises.

Eine Ärztin hatte dem 28-jährigen Iserlohner jedoch mitgeteilt, dass sie ihn nicht aufnehmen könnte. Das wollte er nicht akzeptieren.

Die Polizei kam, erteilte dem jungen Mann einen Platzverweis, dem er auch folgsam nachkam. Im Weggehen jedoch bückte er sich, griff sich einen Stein und warf die Scheibe der Klinik-Aufnahme ein.

Die Polizeibeamten, bereits im Fortfahren, machten wieder kehrt und holten den 28-Jährigen in ihrem Streifenwagen kurz darauf ein. „Eine Polizeibeamtin war bereits ausgestiegen, da schmiss der Gesuchte einen Pflasterstein auf die seitliche Dreiecksscheibe und rannte weg“, beschreibt der Polizeisprecher die folgenden Minuten. Und setzt hinzu: „Das war schon ein ziemlich dicker Stein. Und wer wurde mit Wucht geworfen.“

Das mehrere 100 Gramm schwere ca. 10 mal 10 cm große Geschoss durchschlug somit die Scheibe des Polizeiautos und landete zwischen Kopfstütze des Sitzes hinten rechts und dem Gepäckgitter.

Die Polizeibeamten spurteten dem Werfer hinterher. Nun erlebten sie ihn alles andere als folgsam, er wehrte sich derart wild mit Händen und Füßen, dass ihm mit erheblicher Gegenwehr Handfesseln angelegt wurden.

Auf der Fahrt zur Klinik stieß der 28-Jährige fortwährend Beleidigungen aus. Mit Verstärkungskräften wurde er schließlich in der Klinik abgeliefert.

Das Ordnungsamt leitete die Einweisung nach PsychKG ein. „Damit“, räumt der Polizeisprecher ein, „hat er letztlich erreicht, was er wollte.“

Die Polizei schrieb Anzeigen wegen eines tätlichen Angriffs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung und Beleidigung.

Der junge Mann wohnt in Iserlohn und ist türkischer Herkunft, ergänzte der Polizeisprecher auf unsere Anfrage. Über psychische Vorerkrankungen darf nichts preisgegeben werden – Datenschutz.

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1 KOMMENTAR

  1. Und nun? Wenn ihm das Essen nicht schmeckt ist er auf eigenen Wunsch schnell wieder draußen. Also, außer Beschädigungen und Kosten in nicht unerheblicher Höhe, welche die Allgemeinheit zu tragen hat, nichts gekonnt. Vor allem diese „Erteilung von Platzverweisen“ erweisen sich ja wohl immer mehr zu Lachnummern , sicher auch zurückzuführen auf die Akzeptanz die die Polizei mittlerweile hat. Auch würde mich mal interessieren auf welcher Entscheidungsfindung und mit welcher Befähigung dieser Ordnungsamtsmitarbeiter eine Einweisung entscheiden kann und eine Einweisung rechtfertigt die vorher von einer Ärztin der Klinik offensichtlich als nicht erforderlich angesehen wurde.