Großfamilienfehde auf Unnas Straßen: Keine Haftgründe – Streit schwelt schon lange

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Polizeiwache Unna. (Archivbild RBU)
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Wilde Autojagd zwischen zwei verfeindeten Großfamilien, mit dem Baseballschläger zerdroschene Autoscheiben – die Szenen vom Freitagmittag auf den Hauptverkehrsstraßen zwischen Königsborn und Kamen wirken auch im Nachgang schlicht unglaublich für Unnaer Verhältnisse.

Am Montagmorgen (6. 5.) bestätigte uns Polizeisprecher Thomas Röwekamp, was nach allen Erfahrungswerten schon zu vermuten gewesen war: Alle sechs am Freitag festgenommenen Männer sind alle wieder auf freiem Fuß.

Festnahme eines Tatverdächtigen am Freitag, 4. 5 , in Massen. (Foto Privat)

„Sie mussten nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder entlassen werden“, formulierte Röwekamp die übliche Konsequenz, wenn keine Haftgründe erkannt werden.

„Die Männer haben alle einen festen Wohnsitz, leben alle schon länger hier“, sagte Thomas Röwekamp. „Natürlich sind die entsprechenden Strafverfahren eingeleitet worden.“

Dieser bunte Strauß an Straftaten muss freilich erst noch gründlich gesichtet werden, so der Polizeisprecher.

Neben gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr und möglichen Verstößen gegen das Waffengesetz könnte (versuchte) gefährliche Körperverletzung zum Tragen kommen, auf jeden Fall wohl auch Sachbeschädigung,  weil bei der Jagd auf verfeindete Mitglieder der anderen Familie doch „einiges an Autoglas zu Bruch ging“, formuliert Röwekamp. Die Täter droschen ja jeweils mit Baseballschlägern auf abgedrängte Fahrzeuge an, auf der Unnaer Straße sogar während der Fahrt.

Doch Untersuchungshaft sieht die Staatsanwaltschaft durch diese Verdachtsmomente nicht gegeben. Auch nicht aufgrund des Umstands, dass die beteiligen beiden Großfamilien aus dem früheren Jugoslawien (eine wohnt in Unna, die andere in Castrop-Rauxel) schon länger miteinander im Clinch liegen und man nicht abschätzen kann, wann sich der Hass das nächste Mal Bahn bricht –  und wo.

Mitten durch den verkehrsreichen Bereich zwischen den beiden Kreisverkehren auf der Viktoriastraße ging am Freitagmittag die wilde Jagd – zu einer Zeit, in der sich dort zahlreiche Passanten und Berufsschüler aufhalten. (Foto Rundblick)

Denn Röwekamp bestätigt, dass diese Autojagd natürlich auch Unbeteiligte enorm gefährdet hat: Jeder halbwegs Ortskundige weiß, was an einem Freitagmittag zwischen den beiden Kreisverkehren an der Viktoriastraße in Unna los ist – und auf der Kamener Straße in Höhe Ikea (wo die zweite Attacke passierte) nicht weniger.

Die Prügelei auf dem Parkplatz der Soccerhalle an der Massener Straße  am Wochenende zuvor hatte laut Röwekamp übrigens nichts mit dieser Clan-Fehde zu tun: In diese Auseiandersetzung waren andere Familien verwickelt.

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