Bürgerentscheid zur Eishalle – ähem… Ja… oder Nein? FDP kritisiert Bürokratendeutsch auf Stimmzettel

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Der Stimmzettel mit der umständlichen Formulierung. (Quelle: FDP Unna)
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Eishalle erhalten: Ja? Oder Nein? Eigentlich sollte die Fragestellung und damit die Beantwortugn einfach sein.

Ist sie aber nicht, kritisiert die FDP und brachte am Donnerstagnachmittag (9. 5.) einen virtuellen Abstimmungszettel in Umlauf, der die Fragestellung für den Bürgerentscheid am 26. Mai wörtlich wiedergibt.

Die Formulierung lautet:

„Sollen die Nummern 1.-3. des Beschlusses des Rats der Kreisstadt Unna vom 28. Juni 2018 aufgehoben, die Eissporthalle Unna erhalten und ein Bauleitverfahren zur Ausweisung von Wohnbebauung auf geeigneten anderen Flurstücken eingeleitet werden?“

Ja? Oder Nein?

Die Signalwörter „Eissporthalle erhalten“ deuten natürlich darauf hin, dass man JA ankreuzen muss, um einen Abriss der Eishalle zu verhindern. Dennoch findet die FDP die gedrechselte und ausschweifende Fragestellung mehr als verwirrend und kritisiert sie als „typisches Bürokratendeutsch“.

„Wir wollen eine freie, faire und gerechte Wahl, bei der jedem klar ist, für oder gegen was er wirklich stimmt!“, betonen die Liberalen.

 

Beschlussvorschlag (im Originalwortlaut) HIER

Der Rat der Kreisstadt Unna nimmt zur Kenntnis, dass der Pachtvertrag vom 05.12.2005 zwischen der Ice & Fun GmbH und der WBU einvernehmlich zum 01.07.2018 aufgehoben wird.

Darüber hinaus beschließt der Rat der Kreisstadt Unna

1. von einer Verpachtung der Eissporthalle bis zum 31.01.2020 abzusehen oder diese im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages an einen Dritten zu übertagen.

2. von einem Weiterbetrieb der Eissporthalle durch die WBU in Eigenregie abzusehen.

3. die aufstehenden Gebäude zu beseitigen und die jetzigen Betriebsgrundstücke einer Wohnbebauung zuzuführen.

4. die eissporttreibenden Vereine in Unna bei der Suche nach Nutzungszeiten in den umliegenden Eissporthallen zu unterstützen und ihnen im Rahmen der Sportförderungsrichtlinien finanzielle Mittel bis zu einer Höhe von 85.000 €/jährlich zur Verfügung zu stellen.

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3 KOMMENTARE

  1. „Wir wollen eine freie, faire und gerechte Wahl, bei der jedem klar ist, für oder gegen was er wirklich stimmt“?

    ….dafür ist es nun zu spät, die Wahlzettel sind raus und ich denke das Frau Meier (76) und Herr Müller (69) sowie viele andere ältere Wähler nicht wissen, was da anzukreuzen ist, um die Eishalle zu retten!
    Und das wird sich hier wohl auch die Stadt Unna gedacht haben, der letzte Strohhalm an den sie sich klammert, um die Eishalle doch noch los zu werden.
    Hoffen wir mal, das die Wähler schlau intelligent genug sind, um das bürokraten-deutsch zu verstehen und wissen das ein JA die EISHALLE RETTET.

    • Longman, darauf kam eine Antwort auf Facebook:

      Christel Heinze antwortet:

      Warum denkt ihr eigentlich immer dass ältere Leute Texte nicht richtig verstehen oder lesen? Genau die sind es, die nicht oberflächlich an solche Dinge herangehen und nicht einfach Schnellschüsse aus der Hüfte bevorzugen. Ich möchte nicht wissen wie viele jüngere Leute das nicht verstehen… man man man … 🙈🤔

  2. Ich persönlich verstehe die Aufregung nicht wirklich. Wenn man die Fragestellung genau liest, kommen in der Frage die Worte „Eissporthalle erhalten“ vor. Wie immer im Leben sollte man sich mit dem Sachverhalt auseinandersetzen und die Frage genau lesen, bevor man sich äußert oder eine Entscheidung trifft.

    Und bitte nicht immer so tun, als würden die älteren Stimmberechtigten schon so verkalkt sein, das sie nicht wüssten was sie tun. Manchmal haben jüngere Leute schon ein Problem damit komplexe Sachverhalte zu erfassen.