„BVB“-Plakate gegen Rechtsextremismus: Straftat liegt vor – Anzeige

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BVB-Fahne. (Archivbild RB)
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„Lieber die Meisterschaft an die Bayern verlieren als Dorstfeld an die Nazis“. Oder: „Lieber Schalkesieg als Nazikiez.“

Mit prägnanten Aussagen inklusive großformatiger Bilder von BVB-Profis zeigt die Borussia am Samstag (11. 5.) stadtweit vermeintlich Flagge gegen Rechtsextremismus.

Die schwarzgelbe Plakataktion sorgt im Netz für Furore, stößt bei den Borussiafans auf begeisterten Zuspruch wie auch auf vehemente Ablehnung. Der Haken an der Sache: Die Plakate sind nicht vom BVB und die markigen Zitate nicht von den BVB-Profis Götze, Reus und Co.

Borussia Dortmund selbst erklärte am Samstagnachmittag (11. 5.) via Twitter, nicht Urheber der Aktion zu sein:

„Borussia Dortmund steht für den Kampf gegen Rassismus und distanziert sich klar von jeglicher Form von Diskriminierung. Der BVB ist aber nicht Urheber der sich zurzeit im Umlauf befindlichen Plakate“,

heißt es auf dem Twitterkanal der Dortmunder, die auf ihren eigenen Kanälen auch keins dieser vermeintlichen Vereinsplakate publik gemacht hatten und haben.

Am frühen Abend korrigierte die WDR-Lokalzeit Dortmund ihren Erstbericht (sie hatte gemeldet, die Aktion sei vom BVB) –  wahr ist, dass der vermeintlich honorigen Aktion eine Straftat zu Grunde liegt:

„Unbekannte haben die Plakatsysteme der Firma Wall geöffnet und die Plakate mit den nicht autorisierten Zitaten eingehängt. Es gibt keine offizielle Buchung für diese Aktion. Firmenmitarbeiter werden die Plakate entfernen und es wird Anzeige erstattet.“

Wurde Mario Götze das Statement mit der verlorenen Meisterschaft an Bayern in den Mund gelegt, ließen die Plakatersteller Kapitän Marco Reus sprechen: „Lieber Schalkesieg als Nazikiez“ und Rechtsverteidiger Lukas Piszceck  „Lieber Ersatzbank als Rechtsaußen“. Trainer  Lucien Favre bekommt das Zitat „Dauerkarten für Naziaussteiger“ in den Mund gelegt und Ex-BVB-Profi Andreas Möller „Mailand oder Madrid – Hauptsache kein Dorstfeld“. Darunter: die Hashtags #LieberechteLiebestattrechteTriebe und #Nazisraus. (Zitatquelle FAZ.NET)

UPDATE Montag, Mitteilung der Dortmunder Polizei:
Die Polizei geht davon aus, dass die Plakate, die den Anschein erwecken, vom BVB und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestaltet worden zu sein, am Samstag platziert wurden. Den ersten Ermittlungen zufolge handelt es sich weder um autorisierte Motive noch sind sie auf legale Weise angebracht worden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz sowie des Verdachts der Sachbeschädigung aufgenommen. Bislang sind mindestens 40 solcher Plakate bekannt geworden.

Die Polizei sucht nun Zeugen, die Hinweise zu den Urhebern bzw. Verteilern dieser Druckerzeugnisse geben können. Wer hat Personen bzw. Fahrzeuge beim Anbringen in en Vitrinen beobachtet und kann Aussagen zu Aussehen, Kennzeichen u.ä. geben? Melden Sie sich bitte beim Kriminaldauerdienst unter Tel. 0231/132-7441.

 

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1 KOMMENTAR

  1. Jetzt taucht allerdings die Frage auf, wer finanziert diese hirnlosen Idioten ?
    Deshalb die Pisa Studie ? (Brot und Spiele)
    Einstein soll einmal gesagt haben : „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“