Montag geklaut – Dienstag verurteilt

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Symbolbild / Pixabay
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Geht doch…! Man nennt es „beschleunigtes Verfahren“. Angewandt zum Wochenstart im Märkischen Kreis.

Das Amtsgericht Lüdenscheid verurteilte am Dienstag (14.5.) eine 22-jährige Handtaschen-Diebin, die am Montagmorgen (13.5.) einer Seniorin beim Einkaufen in Schalksmühle die Handtasche gestohlen hatte.

Die 76-jährige Kundin hatte ihre Handtasche in einen Einkaufsbuggy gesteckt und diesen vorn an ihren Einkaufswagen gehängt. Einen Augenblick achtete sie nicht auf ihre Tasche. Plötzlich sah sie, wie eine fremde junge Frau mit ihrer Handtasche davonrannte.

Sie schrie um Hilfe.

Ein 42-jähriger Kunde beobachtete den Diebstahl. Er reagierte blitzschnell. Er verlor die Diebin zunächst aus den Augen, erblickte sie aber im Eingangsbereich des Supermarktes wieder und hielt sie fest.

Eine Mitarbeiterin entdeckte die weggeworfene Handtasche samt Geldbörsen und Handy in einem Gang. Die Polizei nahm die 22-jährige Bulgarin, die keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, vorläufig fest und brachte sie im Gewahrsam in Lüdenscheid unter.

Von dort kam sie am Dienstag gegen Mittag direkt vor Gericht.

„Im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens können Beschuldigte sehr zeitnah angeklagt werden. Dies ist u. a. möglich bei kleineren Eigentumsdelikten und bei klarer Beweislage bzw. wenn die Tatverdächtigen geständig sind“,

erklärt der MK-Polizeisprecher.

Das Amtsgericht Lüdenscheid verurteilte die junge Frau zu 60 Tagessätzen a 15 Euro Geldstrafe. Sie konnte das Gericht anschließend verlassen und kündigte an, sofort wieder nach Bulgarien auszureisen.

„Sollte sie die Geldstrafe nicht bezahlen, kann ein Haftbefehl ausgestellt werden. Der würde dann, sobald die Frau wieder nach Deutschland einreist und aufgegriffen wird, vollstreckt“, schließt der Polizeisprecher. Das bedingt allerdings, dass sie auch „aufgegriffen“ wird.

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