Nach Brand in Turmarkaden Bergkamen: 60 Wohnungen müssen geräumt werden

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Rathaus der Stadt Bergkamen. (Copyright Stadt Bergkamen)
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60 Wohnungen müssen komplett geräumt werden – heute nachmittag um 17 Uhr. Wer keinen privaten Unterschlupf findet, kommt in Notunterkünften unter. Tiere sind dort aber nicht gestattet.

Der Brand am vergangenen Freitag (10.05.2019) in den ehemaligen Turmarkaden in Bergkamen hat gravierende Folgen. Wegen der unkontrollierbaren Rauchentwicklung mussten die Bewohner der angrenzenden Wohnhäuser (Töddinghauser Str. 135 und 137) ihre Wohnungen verlassen, die Stromversorgung wurde unterbrochen.

Heute Vormittag gab die Stadt in einer Pressekonferenz die weiteren Konsequenzen bekannt.

Das Bauaufsichtsamt, die Brandschutzdienststelle des Kreises und der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen haben sowohl die Gewerbeimmobilie (Turmarkaden) wie auch die beiden o.g. Wohnhäuser erkundet. Die Gebäude sind baulich miteinander verbunden.

Im Ergebnis musste festgestellt werden, dass die Wohnhäuser 135 und 137 mit erheblichen Brandschutzmängeln belastet sind. Um eine akute Gefahr für Leib und Leben der Bewohner auszuschließen, ist die Stadt Bergkamen nach ausführlichen Abwägungen kurzfristig dazu gezwungen die Wohnhäuser räumen zu lassen.

Insgesamt handelt es sich hierbei um 60 Eigentumswohnungen auf 8 Etagen, die teils durch die Eigentümer selbst bewohnt werden, teils vermietet sind. Betroffen sind laut Auszug aus dem Melderegister 95 Personen.

Notunterkünfte für alle Bewohner sind – für den Fall, dass keine private Unterkunft bei Verwandten, Freunden oder Bekannten möglich ist – vorbereitet. Die Kosten hierfür betragen pro Person 241,34 Euro im Monat (tageweise Abrechnung möglich).

Tiere müssen entweder privat bei Verwandten/Freunden/Bekannten oder gegen einen Kostenbeitrag im Tierheim untergebracht werden.

Die Bewohner sind – soweit anwesend – bereits heute Vormittag (seit 11.30 Uhr) durch Mitarbeiter/-innen der Stadtverwaltung im Wege von Handzetteln über die derzeitige Situation informiert worden. Zudem stehen städtische Mitarbeiter/-innen als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung.

Zwecks Kontaktaufnahme ist es zwingend erforderlich, sich bei den Bediensteten der Stadtverwaltung registrieren zu lassen.

Die Räumung wird ab 17.00 Uhr beginnen. Da es sich um Eigentumswohnungen handelt, wurde seitens der erst seit 4 Monaten zuständigen Immobilienverwaltung parallel zur Pressekonferenz eine außerordentliche Beiratssitzung einberufen.

Wie lange genau die Räumung anhalten wird, kann derzeitig nicht beantwortet werden. Die Immobilienverwaltung wird ein Sachverständigenbüro beauftragen, den Zustand der Häuser zu bewerten und die notwendigen (Bau-) Maßnahmen festzulegen.

Da die städtischen Notunterkünfte nur wenig möbliert sind (Bett sowie gemeinschaftliche Küchen/Badbenutzung), wird folgende Packliste empfohlen:Kopfkissen, Oberbett, Bettbezüge und BettlakenHandtücherToilettenpapierKochgeschirr (Topf, Pfanne), Geschirr (Tasse, Teller, Gläser), Besteck in kleinen MengenPutzeimer mit Putz- und Geschirrspülmittel, Handfeger und Kehrblech.

Für schulpflichtige Kinder: sämtliche Schulsachen/-bücherZudem sollten alle Bewohner insbesondere an folgende Dinge denken:Ausweis, Bargeld, wichtige Dokumente (z.B. Versicherungsunterlagen)Bekleidung, Schuhe,Medikamente, Körperpflegeartikel, Kosmetik Getränke, Lebensmittel.

Um die leergezogenen Wohnhäuser zu schützen, hat die Immobilienverwaltung kurzfristig einen 24-Stunden Sicherheitsdienst beauftragt. In dessen Begleitung wird es auch nach heute die Möglichkeit geben fehlende oder vergessene Dinge nach und nach aus den Wohnungen zu holen. Seitens der Stadtverwaltung wird derzeit eine Bewohnerversammlung geplant.

Für weitere Rückfragen steht entweder die Immobilienverwaltung selbst André Beckschulte Immobilien-Management, Friedrich-Ebert-Str. 76, 59425 UnnaTelefon: 02303 /  94237-220 oder die Stadtverwaltung unter der Telefonnummer: 02307/965-444 zur Verfügung.

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1 KOMMENTAR

  1. Das ist ja unglaublich! Da kauft man sich ein Eigentum und arbeitet nur für seine Wohnung und soll nun zusätzlich neben seinen Krediten noch 241,34 Euro pro Person zahlen. Das wäre bei einem Paar mit zwei Kindern fast 1000 Euro pro Monat. Wie soll man die noch aufbringen? Und den geliebten Hund soll man dann noch ins Tierheim abschieben? Nicht nur das Hund und Familie getrennt werden, natürlich muss man auch dafür noch zahlen!
    Zumal man sich fragen muss, ob das Gebäude jemals wieder bewohnbar wird? Ich erinnere mal an das Hannibal in Dortmund!

    Da hat der Brandstifter ja ganze Arbeit geleistet. Hoffentlich wird er erwischt und ihm jeder Cent in Rechnung gestellt.